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FEIERTAG: «Maria Lichtmess»: Mit dem Feiertag Anfang Februar endet die Weihnachtszeit

Den 2. Februar kennt man landläufig als «Mariä Lichtmess». Dahinter stehen zwei unterschiedliche Kirchenfeste. Und für viele Gläubige endet die Weihnachtszeit erst mit dem heutigen Tag.
Andreas Faessler
Darstellung Christi im Tempel: Der Prophet Simeon nimmt Jesus in seine Arme und erkennt in ihm den Messias. Gemälde von Fra Bartolomeo (1472–1517).

Darstellung Christi im Tempel: Der Prophet Simeon nimmt Jesus in seine Arme und erkennt in ihm den Messias. Gemälde von Fra Bartolomeo (1472–1517).

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

Betritt man in katholisch geprägten Regionen Pfarr- und Dorfkirchen, so findet man in vielen von ihnen noch immer die Weihnachtsdekoration vor – obschon die vergangenen Festtage gefühlsmässig wieder in weite Ferne gerückt sind. Während bereits mit dem Dreikönigstag für viele Menschen Schluss ist mit den Festlichkeiten und Dekorationen, so dauert die Weihnachtszeit in manchen Gegenden bis und mit 2. Februar. Hinter diesem kirchlichen Feiertag stehen zwei so genannte Festgeheimnisse: das Fest der Darstellung des Herrn und das Fest von Mariä Reinigung.

Eine Szene mit grosser Symbolkraft

Letzteres wird seit dem 5. Jahrhundert vor allem in der westlichen Kirche gefeiert. Eine Frau galt gemäss jüdischem Gesetz nach der Geburt eines Knaben 40 Tage lang als unrein, bei einem Mädchen waren es deren 80. Am Ende dieser Frist – für die Gottesmutter ist es der 2. Februar – musste sie sich in den Tempel begeben und ein Opfer darbringen, um ihre Reinheit wiederzuerlangen. In der Regel hatte sie ein Lamm und eine Taube zu opfern, vermochte sie es nicht, sollten es zwei Tauben sein. Laut einem weiteren Gesetz Mose war der erstgeborene Sohn als «Eigentum Gottes» anzusehen, worauf er ihm – ebenfalls im Tempel – dargebracht und gegen eine Geldgabe «ausgelöst» werden soll. So begab sich Maria gemeinsam mit Josef in den Tempel zu Jerusalem, um sich zu reinigen und zugleich ihren Sohn darzubringen.

Für die Ostkirche ist die Darstellung/Darbringung des Herrn von grösserer Bedeutung. Im Tempel warten die Prophetin Hanna und der Prophet Simeon und erkennen in Jesus den Messias. Simeon nimmt das Kind in seine Arme und äussert seine Bereitschaft, nun in Frieden zu sterben – eine Szene mit grosser religiöser Symbolkraft: Der Mensch erfährt das Heil und gibt sich Gott hin.

Vielen Menschen ist das kirchliche (Doppel-)Fest am heutigen Tage geläufiger unter dem Namen «Mariä Lichtmess». Dieser Begriff entstand im Verlauf der ersten Jahrhunderte nach Christi Geburt im Zusammenhang mit dem Fest seiner Darstellung. Die Bezeichnung ist – so die populärere Herleitung – aus der Legende hervorgegangen, nach der das Volk Jerusalems dem Messias Richtung Bethlehem entgegengeeilt sein soll. Am Weg soll ein Kloster gelegen haben, wo die Gläubigen von der Vorsteherin namens Hikelia mit Kerzen versorgt worden sein sollen, um Christus mit den Lichtern in die heilige Stadt zu begleiten und mit ihm im Tempel einzuziehen. Daraus ist die noch heute gepflegte kirchliche Tradition der Kerzensegnungen und Lichterprozessionen entstanden. Gläubige gehen mit den Lichtern in den Händen «Christus entgegen» und ziehen schliesslich in ihre Kirche ein, die stellvertretend für den Tempel in Jerusalem steht.

Ein Feiertag und sein Bedeutungswandel

Spätestens mit dem heutigen Tage Mariä Lichtmess werden also überall die verbliebenen Weihnachtsbäume und -krippen abgebaut. Dies ist jedoch vielmehr einer alten, hauptsächlich katholischen Tradition erwachsen, als dass es auf kirchlichen Regelungen gründet: Die Liturgie des römischen Ritus kennt Mariä Lichtmess, respektive die Darstellung des Herrn, nicht als offizielles Ende der Weihnachtszeit. Im liturgischen Kalender endet diese am Fest der Taufe des Herrn – der Sonntag nach Drei Könige.

Mariä Lichtmess war für die Bevölkerung einst ein Tag von hoher Bedeutung im Kirchenjahr, bis 1912 in vielen Gebieten ein gesetzlicher Feiertag. Regeln, Fristen und das Bauernjahr richteten sich danach. Heute kennt die säkulare Gesellschaft tendenziell nur noch den Begriff. Und doch geht die Bedeutung des Feiertages in bestimmten Regionen noch immer über Kirchenkreise hinaus. So ist Mariä Lichtmess beispielsweise im Fürstentum Liechtenstein nach wie vor ein offizieller Feiertag. Kein gesetzlicher zwar, aber Geschäfte, Schulen und Verwaltungen bleiben in der Regel geschlossen, und in gewissen Berufsbranchen erhalten die Mitarbeitenden einen bezahlten freien Tag.

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil richtet sich die katholische Kirche am 2. Februar wieder primär nach dem Geheimnis der Darstellung Christi. In anderen Worten: Sie nimmt den Feiertag als Fest des Herrn wahr, weniger als Marienfest.

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