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FERIEN: Mit Kindern um die Welt

Reisen mit Kindern ist anstrengend. Nervenaufreibend. Trotzdem tun es immer mehr Familien und an exotische Orte. Drei Mütter und Bloggerinnen geben Tipps, damit der Abenteuertrip nicht zum Horror wird.
Sarah Coppola-Weber
Familie Blum durchwanderte gemeinsam mit den beiden Töchtern und Kamelen das australische Outback. (Bild: blumundweg.ch)

Familie Blum durchwanderte gemeinsam mit den beiden Töchtern und Kamelen das australische Outback. (Bild: blumundweg.ch)

Sarah Coppola-Weber

Wenn die vierköpfige Familie Blum ihre Koffer packt, dann richtig. Die Bündner setzen voll auf Abenteuerferien und sind stets mehrere Monate am Stück unterwegs. Zuletzt zogen sie mit ihren beiden Töchtern (sechs und neun Jahre alt) mit Kamelen durch das australische Outback. In der SRF-Sendung «Auf und davon» konnten die Zuschauer mitverfolgen, wie die Familie mit extremer Hitze und Kälte umging, wie sie nach Wasser suchte oder die Kinder in der Wüste selbstvergessen spielten. Eindrückliche Momente, aber auch viele Stra­pazen.

Und die Kinder? Die beiden Töchter besuchten zeitweise die australische Schule und wurden unterwegs von ihren Eltern gefördert. «Kinder holen den verpassten Schulstoff schnell auf, und wenn man sich kooperativ zeigt, kommt man eher ans Ziel», sagt Sabrina Blum. Ihre Familie reist jeweils nach dem Grundsatz «Der Weg ist das Ziel». Die Töchter werden stets in die Vorbereitungen und Pläne mit einbezogen. «Das Wichtigste ist für mich, als Familie ein Team zu bilden, die gleichen Interessen und Ziele zu verfolgen», sagt die Mutter. Es gehe darum, Zeit miteinander zu verbringen.

Wer mit Kindern reist, braucht viel Gelassenheit

Die Kinder in die Vorbereitungen und Pläne mit einzubeziehen, das finden auch die beiden Schweizer Reisebloggerinnen Ellen Gromann und Andrea Jansen wichtig. Ein Tipp: Jedes Familienmitglied darf sich sein persönliches Highlight auswählen. Auch soll man genügend Zeit einplanen, bei Rundreisen mindestens zwei Nächte am selben Ort bleiben, damit sich die Kinder eingewöhnen können. Und dafür sorgen, dass Erholung und Erlebnis gleichermassen gewährleistet sind. «Man muss die Erwartungen an sich selber und die Kinder herunterschrauben», sagt Sabrina Blum. «Die Kinder machen lassen und sich Zeit für Entdeckungen nehmen, einfach ausprobieren», rät sie.

Wenn man sich aufs Bauchgefühl verlasse und der Reise positiv entgegenblicke, könne eigentlich gar nichts schiefgehen. Für Reiseanfänger sei es empfehlenswert, das geplante Unterfangen probehalber in der Nähe auszuprobieren oder in einem Land, wo man die gleiche Sprache spricht, bevor man sich ins Abenteuer am anderen Ende der Welt stürzt. Sich auf die Reisepläne zu versteifen, bringe nichts: «Wenn die Eltern unter Druck stehen, wirkt sich das auf die Kinder aus.» Die Spannungen sind vorprogrammiert, die Enttäuschungen auch. Darum gehört eine grosse Portion Gelassenheit mit ins Gepäck auf jeden Familientrip. Doch nicht nur: «Viel Wert legen wir auf hochwertige Regenkleidung und Schuhe», sagt Sa­brina Blum. Im Outback seien eine gut ausgestattete Reiseapotheke, ein Wasserfilter und eine gute Pfanne fürs Feuer ebenfalls unerlässlich.

Kreuzfahrten werden bei Familien immer beliebter

Eltern, die mit ihren kleinen Kindern nach Hongkong reisen oder mit Kamelen durch die Wüste trotten, sind aber noch immer die Ausnahme. «Badeferien auf spanischen und griechischen Inseln stehen bei Familien an erster Stelle», sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Mediensprecherin beim Ferienanbieter Hotelplan Suisse. Wichtig sei die Infrastruktur: Schwimmbäder, Unterhaltungsprogramme, Mini-Club. Auch Kreuzfahrten seien im Trend und würden klassische Badeferien ablösen. Laut Reisebloggerin Ellen Gromann würden Familien gerne auch Städte bereisen, wie etwa Sevilla. Sie beobachtet zwei Gegentrends: «Entweder plant man eher exotische Ferien, etwa eine Rundreise durch Japan oder Kolumbien, oder man macht als Familie Ferien in der Schweiz.» Mit ihren mittlerweile halbwüchsigen drei Kindern würde sie gerne wieder nach Kolumbien oder Thailand reisen.

Familienbloggerin Andrea Jansen aus Zürich bevorzugt mit ihren drei kleinen Kindern wärmere Gefilde und Länder mit einer guten medizinischen Versorgung – für den Notfall. Gerade ist sie mit Kind und Kegel in Bali. Asien kann sie allen Familien empfehlen. «Dort sind Kinder überall willkommen.» Im Sommer fährt sie mit ihrer Familie aber auf Hawaii, wegen des Aloha-Spirits und der Landschaft.

Frühzeitig buchen zahlt sich aus, darin sind sich die Reisespezialisten einig. «Es ist wichtig, die Bedürfnisse aller Familienmitglieder abzuklären», sagt Markus Flick, Mediensprecher von Kuoni und Helvetic Tours. Und die Unterkunft zu prüfen: Kann man Kinderbetten kostenlos dazustellen? Oder gibt es getrennte Zimmer mit Verbindungstüre? «Häufig wird zu wenig berücksichtigt, dass die Familie gerne beieinander sein möchte», bedauert Ellen Gromann. Für Kinder gebe es oft Notbetten, obwohl sie vielerorts schon früh den vollen Preis zahlen. Und dieser sei während der Schulferien oft sehr hoch. Stellt sich nur noch die Frage: Badeferien oder Kameltour? Oder vielleicht ein Kompromiss aus beidem in Tunesien.

Andrea Jansen reist mit ihren drei Kindern gerne in warme Gefilde, etwa nach Bali. (Bild: anyworkingmom.com)

Andrea Jansen reist mit ihren drei Kindern gerne in warme Gefilde, etwa nach Bali. (Bild: anyworkingmom.com)

Familie Gromann mag es in den Ferien auch gerne mal abenteuerlich und hoch zu Ross. (Bild: patotra.com)

Familie Gromann mag es in den Ferien auch gerne mal abenteuerlich und hoch zu Ross. (Bild: patotra.com)

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