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FERIENCAMP: Detektive am Schachbrett

52 Kinder nahmen in Zug am ersten «Schach- und Sportcamp» in der Schweiz teil. Da wechselt die Konzentration am Brett ab mit Action wie in Baller-Games oder beim Fussball nebenan.
Urs Mattenberger
Rätseln wie bei den «Drei Fragezeichen»: Kinder suchen im Schachraum des MS-Sportcamps in Zug den Weg zum Matt (stehend Schachtrainer Peter Hug). (Bild: Pius Amrein)

Rätseln wie bei den «Drei Fragezeichen»: Kinder suchen im Schachraum des MS-Sportcamps in Zug den Weg zum Matt (stehend Schachtrainer Peter Hug). (Bild: Pius Amrein)

Urs Mattenberger

«Für mich ist das vor allem Kampf», strahlt Jonathan (9) und reckt die Faust in die Luft, so wie man es von Sportlern nach einem heiss erkämpften Sieg kennt. Und fügt lachend hinzu: «Da gebe ich richtig Gas und kann Energie ablassen.»

Dabei spricht der Knabe nicht vom Fussball oder Landhockey. Das wird zwar neben anderen Mannschaftssportarten in dieser Woche in der Sporthalle Zug morgens oder nachmittags ebenfalls gespielt. Und auch da geht es hart zur Sache im Ferien-Sportcamp. Aber im Zentrum steht ein Sport, bei dem Erwachsene reglos vor einem Brett sitzen und über den nächsten Zug brüten: Schach.

Erstmals Schach in Ferien-Sportcamps

Denn erstmals hat der Sportcamp-Veranstalter MS Sports neben Fussball, Reiten oder Tanzen diesen Denksport in sein Programm aufgenommen. Den Anstoss dazu gab Schachtrainer Peter Hug, der mit seinem Verein «Die Schulschachprofis» in der ganzen Schweiz Kinderschachclubs gegründet hat – in unserer Region in Ballwil, Meggen, Luzern und Zug. Dass Kinderschach boomt, bestätigen die Jugendschachangebote, die regionale Schachclubs zunehmend in Schulen hineintragen.

Für das mit dem Kinderschachclub Zug veranstaltete Schach- und Sportcamp im April haben sich denn auch 52 Kinder angemeldet – davon ein Fünftel Mädchen. Was fasziniert sie am Schach? «Es macht einfach Spass», sagt Maria (6). «Dass man gewinnen kann», sagt Raphael (8) und meint wohl, dass man im Schach – anders als im Mannschaftssport – Sieg und Niederlage für sich alleine hat.

Andere fasziniert das «logische Denken». Ein Beispiel dafür sind die beliebten Diagramme. Im Camp rotten sich die Kinder dafür rund um die zahlreichen Schachbretter und knobeln gruppenweise, welche Zugfolge zum Matt führt. «Das ist wie Rätsellösen, wo man zuerst keine Ahnung hat und plötzlich die Antwort findet», sagt Matthias (8). Er überträgt quasi das detektivische Tüfteln, das er an seiner Lieblingslektüre «Die Drei Fragezeichen» mag, aufs Schachbrett.

Tränen und Pokal-Jubel nahe beieinander

Der Höhepunkt des Camps ist für alle das Turnier am letzten Tag, wo es bei aller Konzentration auch mal Schlag auf Schlag geht – im Wettlauf gegen die Schachuhr gibt es fast Action wie in Baller-Games. Peter Hug weiss, dass sich damit Kinder bestens motivieren lassen: Mit Pokalen für die Erstrangierten und Medaillen für alle. Entsprechend gross ist die Aufregung, wenn man von Runde zu Runde sieht, wer sich in der Rangierung verbessert oder verschlechtert hat. Tränen der Enttäuschung und Pokal-Jubel liegen nahe nebeneinander. «Bei uns zu Hause dreht sich alles nur noch um Wettbewerb», lacht ein Vater zweier Brüder, die leidenschaftlich Schach wie Fussball spielen.

Der Kampfeslust der Kinder entsprechen Namen von Schach-Taktiken wie «Gabel», «Spiess» oder «Batterie», die Hug mit ihnen trainiert. Das logische Denken dahinter zeigt Jonathan, wenn er «voll auf Angriff» macht. «Ich schiebe Bauernschlangen vor», sagt er und rückt Figuren diagonal aufs Brett. Und wenn der andere auch Gas gibt? «Dann baue ich mir ein Häuschen mit Mauern», lacht er, formt aus den Figuren einen Giebel mit der Spitze hin zum gegnerischen König und triumphiert: «Schachmatt!»

Schach- und Sportcamps bis Herbst in Meggen, Unterägeri, Ballwil und Zug: www.mssports.ch

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