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FIGUERES: Vaterschaftstest für Dalí

Eine Hellseherin behauptet, die Tochter des im Jahre 1989 verstorbenen Künstlers zu­ sein. Dafür wurde Salvador Dalí gestern exhumiert.
Ralph Schulze, Madrid
Salvador Dalí 1953. (Bild: AP/Philippe Halsman Archive)

Salvador Dalí 1953. (Bild: AP/Philippe Halsman Archive)

Ralph Schulze, Madrid

Es könnte fast eine Art Fortsetzung von Salvador Dalís surrealistischem Lebenswerk sein: Nach 28 Jahren im Grab wurde jetzt die letzte Ruhe des berühmten spanischen Meistermalers gestört, um posthum einen Vaterschaftstest durchzuführen. Anlass ist die Behauptung einer spanischen Wahrsagerin, die uneheliche Tochter jenes Mannes mit dem merkwürdigen Schnurrbart zu sein, dessen Kunsterbe heute viele hundert Millionen Euro wert ist. Und dessen Gemälde in Museen in allen Teilen der Welt hängen.

Die mutmassliche Dalí-Tochter, die heute 61 ist und im nordspanischen Girona lebt, teilte der Welt mit grosser Verspätung mit, dass sie von dem weltberühmten Künstler abstammen könnte: Erst vor ein paar Jahren, als ihre Mutter und angebliche geheime ­Dalí-Geliebte an Demenz erkrankte und sich kaum noch erinnern konnte, begann Pilar Abel zu behaupten, dass sie eine Nachfahrin des grossen Surrealisten ist. Ein Mann, dem von seinen Biografen und Weggefährten Homosexualität, Impotenz und Voyeurismus zugeschrieben wurde, aber keine leiblichen Kinder.

Auch wenn viele Dalí-Experten an der Geschichte Pilar Abels zweifeln, fand die Frau nach langem Kampf schliesslich Gehör bei der spanischen Justiz, welche nun einen genetischen Vaterschaftstest anordnete. Deswegen machten sich gestern Gerichtsmediziner daran, Dalís Grab zu öffnen, das sich in seinem Museum im nordspanischen Figueres befindet.

Künstlerstiftung ­ empört

Die den sterblichen Überresten entnommene DNA-Probe werde dann mit dem genetischen Code der Klägerin verglichen, wurde mitgeteilt. Mit dem Ergebnis wird in einigen Wochen gerechnet. Während diese Störung der Totenruhe die Verantwortlichen der Künstlerstiftung Gala-Salvador Dalí empörte, sonnt sich Pilar Abel im Scheinwerferlicht. Auch ohne offiziell den Namen des surrealistischen Grossmeisters tragen zu dürfen, ist sie nun schon im Land ziemlich berühmt. Sie gibt unzählige Interviews und tingelt durch Fernsehshows, was ihrem Bankkonto, das sich durch ihre Wahrsagerei in einem lokalen TV-Sender nur noch unzureichend füllte, zugutekommt.

Sollte sich tatsächlich bestätigen, dass die Hellseherin, die sich beruflich den Namen Jas­mine zulegte, eine Dalí-Tochter ist, dürfte ihre Kasse noch sehr viel mehr klingeln. Rechtsexperten zufolge hätte sie einen Anspruch auf einen erheblichen Teil jenes Dalí-Nachlasses, der derzeit von der Stiftung des Künstlers verwaltet wird. Die genaue Erbregelung müsste dann ein Richter festlegen.

Es gehe ihr um ­ die Wahrheit

Ein Teil dieses Nachlasses kann seit Jahrzehnten im berühmten Dalí-Museum in der katalanischen Kleinstadt Figueres, rund 140 Kilometer nördlich Barcelonas, bewundert werden. In dieser Stadt wurde Dalí geboren, und dort starb er auch im Jahr 1989.

Jasmine alias Pilar Abel teilt derweil in einem ihrer schillernden TV-Auftritte mit, dass es ihr gar nicht um Ruhm und das grosse Geld gehe, sondern nur um die Wahrheit. Demnächst wird man sehen, ob die Wahrsagerin Jas­mine bei der Voraussage ihrer eigenen Zukunft als bisher unbekannte Dalí-Tochter richtig lag.

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