FINALSENDUNG: Das Herz der Schweiz trumpft auf

Das gabs noch nie: Drei der vier Schweizer Interpreten heute am internationalen Final des Grand-Prix der Volksmusik kommen aus der Zentralschweiz! Wer das Rennen macht, entscheiden die TV-Zuschauer.

Drucken
Teilen
Mit Willy Vogel (links) war er 2006 schon einemal an einem Grand-Prix, jetzt versucht er's alleine: Christian Duss aus Ruswil. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Mit Willy Vogel (links) war er 2006 schon einemal an einem Grand-Prix, jetzt versucht er's alleine: Christian Duss aus Ruswil. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der grosse Showdown mit den 16 Finalisten aus Deutschland, Österreich, Südtirol (Italien) und der Schweiz beginnt am (heutigen) Samstagabend um 20.05 Uhr (live auf SF1) im Zürcher Hallenstadion. Der Final, der von den TV-Fans durch Televoting entschieden wird und zu dem sich ursprünglich um die 1700 Formationen beworben hatten, wird von Sängerin Francine Jordi und TV-Sportmoderator Sascha Ruefer präsentiert. Jordi gewann diesen Wettbewerb 1998 mit dem Lied «Das Feuer der Sehnsucht». Jetzt wollen es drei Interpreten aus der Zentralschweiz und eine Berner Jodlerfamilie wissen. Das sind sie – und in dieser Reihenfolge treten sie auf:

Christian Duss (40) aus Ruswil. Die eine Hälfte des Entlebucher Duos «ChueLee» (Prix Walo-Sieg 2007 mit Willy Vogel) tritt mit dem selber komponierten Lied «Komm ich zeige dir die Sterne» an. Mit Vogel stand Duss vor vier Jahren schon im GP-Final. Sein Ziel als Solointerpret: «Ich will die Goldmedaille. Aber das wollen 15 andere ja auch?»

Urs Meier (27) aus Einsiedeln. Der Handorgel-Virtuose tritt mit seiner fünf Jahre jüngeren Freundin, Sängerin Manuela Fellner und dem Lied «Lauf dem Glück nicht hinterher» auf. Einen GP-Sieg haben sie schon: Vor zwei Jahren, am Final in München, hat es zwischen den beiden gefunkt. «Bei der Topbesetzung wäre es illusorisch, an einen Podestplatz zu denken», sagt Meier. Und schmunzelt: «Aber Letzte möchten wir dann schon nicht werden.»

Domingo Rey (56) aus Muotathal. Der aus dem argentinischen Formosa stammende Musiker spielt seit einigen Jahren mit der 40 Jahre alten Bündner Kapelle «Oberalp» um Kapellenchef Arno Jehle. Jetzt starten sie mit dem Titel «Schau einmal». «Am besten, ich verliere meine Lesebrille wieder», lachte Domingo Rey am Freitag an den Proben. «Das hat uns beim Schweizer Final Glück gebracht.» Tatsächlich: Oberalp, Rey &«Los Brillantes Paraguayos» hatten es im April auf Rang 2. geschafft – und die Brille hatte sich nur Glückwunsch-Blumenstrauss verirrt?

Klostertaler, die Favoriten
Als letzte Schweizer Interpreten wird schliesslich die Berner Familie Oesch mit Akkordeonist Heinz Haldi («Oesch's die Dritten», Sieger Kleiner Prix Walo 2007) und dem Lied «Die Jodel-Sprache» auftreten. Als Topfavoriten gelten die Österreicher Klostertaler mit «Heimat ist dort wo die Berge sind».

André Häfliger