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FLORIDA: Amoklauf an Highschool – «Es gab nichts Unheilschwangeres»

Nach der Tat eines 19-Jährigen in einer Highschool in Florida diskutieren Amerikas Politiker erneut darüber, ob sich solche Taten verhindern lassen. Insbesondere die Schulen sollen besser geschützt werden.
Renzo Ruf, Washington
Die Trauer der Familien an der Marjory Stoneman Douglas High School ist grenzenlos. (Bild: John McCall/Keystone (Parkland, 14. Februar 2018))

Die Trauer der Familien an der Marjory Stoneman Douglas High School ist grenzenlos. (Bild: John McCall/Keystone (Parkland, 14. Februar 2018))

Renzo Ruf, Washington

Im Nachhinein wissen es alle besser: Der 19-jährige Nikolas Cruz, der in einer Highschool in Parkland (Florida) 17 Menschen ermordete, verhielt sich schon lange auffällig. Mitschüler nannten ihn einen Waffennarr und machten sich über sein Auftreten lustig. Auch soll Cruz auf sozialen Netzwerken angekündigt haben, er werde dereinst als «professioneller» Massenmörder in die ­Geschichtsbücher eingehen.

Die Bundespolizei FBI hatte im vorigen September entsprechende Warnungen erhalten – den Ermittlungsbehörden gelang es aber nie, Cruz ausfindig zu machen. Derweil wurde er aufgrund von nicht näher beschriebenen «disziplinarischen Vorfällen» von der Marjory Stoneman Douglas High School verwiesen, wie Robert Runcie an einer Pressekonferenz bestätigte. Runcie, Leiter der öffentlichen Schulen im Verwaltungsbezirk Broward County, ergänzte auf Nachfrage, dass er aufgrund des Datenschutzes keine näheren Informationen publik machen dürfe.

Aus dem Umfeld von Cruz wurde allerdings bekannt, dass seine Adoptivmutter kürzlich (am 1. November 2017) verstorben sei. Weil auch sein Adoptivvater nicht mehr lebte, fand er bei einem Familienfreund Unterschlupf. Diese Familie habe «keine» Warnsignale wahrgenommen, sagte Anwalt Jim Lewis, der die (bisher namenlose) Familie vertritt. «Es gab nichts Unheilschwangeres.» Cruz sei vielleicht ein wenig verschroben gewesen, sagte Lewis, und unglücklich über den Tod seiner Adoptivmutter, «aber wer wäre dies nicht?», fragte er rhetorisch.

Cruz verschaffte sich am Valentinstag, kurz vor Schulschluss gegen 14.40 Uhr (Lokalzeit), Zugang zum Campus in Parkland, einem wohlhabenden Vorort von Fort Lauderdale. Angeblich aktivierte er in einem Schulgebäude den Feueralarm, um im anschliessenden Durcheinander auf Schülerinnen und Lehrer zu schiessen. Der 19-Jährige war ­­mit einem halbautomatischen Schnellfeuergewehr des Typus AR-15 bewaffnet und trug nach Angaben von Senator Bill Nelson aus Florida eine Gasmaske. Es ­gelang ihm, den Campus unbemerkt zu verlassen. Er wurde eine Stunde später festgenommen und in Fort Lauderdale erstmals einer Richterin vorgeführt.

Täter hatte sich die Waffe rechtmässig beschafft

Über das Motiv des Amoklaufs gibt es bisher keine gesicherte Auskunft. Sheriff Scott Israel, der seit 2013 der Polizei des Verwaltungsbezirkes Broward County vorsteht, sagte, er könne dazu vorerst nichts sagen. Möglicherweise habe Cruz es aber auf eine Schülerin oder einen Schüler abgesehen, sagte Israel. Der Sheriff bestätigte auch, dass sich der Amokläufer seine Waffe rechtmässig beschafft habe, nachdem er die Sicherheitsprüfung bestanden hatte. Politiker in Florida und Washington verkündeten gestern, sie wollten künftig versuchen, Schulen besser vor Amokläufern zu schützen. US-Präsident Donald Trump sagte: «Wir müssen das schwierige Problem der geistigen Gesundheit anpacken.» Zuvor hatte er über den Kurznachrichtendienst Twitter sinngemäss die Losung «If you see something, say something» («Siehst du etwas, sag etwas») verbreitet. Diese stammt ursprünglich aus New York, wird mittlerweile aber von Sicherheitskräften im ganzen Land verwendet.

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