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FRAUENTAG: Danke für die Blumen, aber: Das wünschen sich Redaktorinnen (und Redaktoren) zum Tag der Frau

Heute Donnerstag werden Frauen mit gelben Mimosen beschenkt. Das ist nett – aber nicht genug. Wir hätten da noch ein paar Ideen.
Die Frauen werden am internationalen Tag der Frau mit gelben Mimosen beschenkt. (Bild: PD)

Die Frauen werden am internationalen Tag der Frau mit gelben Mimosen beschenkt. (Bild: PD)

Susanne Holz

Susanne Holz

Ausweitung der Kampfzone – Susanne Holz

Ich wünsche mir für Frauen mehr männliche Zugewandtheit. Mehr (bezahlten) Mutterschutz. Mehr Gleichberechtigung. Und von Frauen: weniger Prüderie und Hysterie – mehr Pragmatismus und Machtinstinkt. Ich wünsche mir Frauen, die Männern ans Knie fassen, wenn ihnen danach ist. Eine Ausweitung der Kampfzone im positiven Sinn – als Annäherung der Geschlechter. Visionäres Vorwärtsdenken und keinen Rückzug ins Biedermeier.

Arno Renggli

Arno Renggli

Vive la différence! – Arno Renggli

Für die Frauen wünsche ich mir das Gleiche wie für jeden Menschen: so viel Selbstbestimmung und Spielraum für die Gestaltung des eigenen Lebens wie nur immer möglich. Was ich mir von den Frauen wünsche? Bleibt so, wie ihr seid. Vor allem irgendwie auch anders als wir. Obwohl ich euch nicht immer 100-prozentig verstehe – die kleinen Unterschiede machen es aus. Ohne diese wäre das Leben eher trostlos. Trotz Fussball und Mark Wahlberg.

Julia Stephan, Kulturredaktorin (Bild: Nadia Schärli/LZ)

Julia Stephan, Kulturredaktorin (Bild: Nadia Schärli/LZ)

Herrlich dämlich! – Julia Stephan

Den frühsten verbalen Sexismus in meinem Leben hat mein Vater verbrochen. Mit dem Satz «Stell dich nicht so mädchenhaft an!» vermittelte er seiner 5-jährigen Tochter, dass Frausein eine ziemlich miese Angewohnheit sein muss, die man sich am besten schnell wieder abgewöhnt. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass diese Mario-Barth-Welt mit ihrer herrlichen und dämlichen Hemisphäre irgendwann mal zusammenwächst.

LZ-Sportredaktor Turi Bucher. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

LZ-Sportredaktor Turi Bucher. (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Ein Küsschen für Catherine – Turi Bucher

Durchschnittlich aussehender, sehr jung gebliebener Mittfünfziger, alleinstehend, wünscht sich, dass sich heute eine aparte Dame mit mir zu flirten getraut: bitte mit Charme, nicht zu aufdringlich und schon gar nicht auf die Weinstein-Weise! Wenn es mir zu viel wird, werde ich dies freundlich, aber auch deutlich signalisieren, im Bestreben, dass es für
beide Seiten nicht allzu peinlich wird. Ansonsten ein Küsschen für meinen Schatz der vergangenen Wochen: Bisou, Catherine Deneuve.

Melissa Müller (Zentralredaktion, Ostschweiz am Sonntag, Tel. 524) (Bild: Urs Bucher)

Melissa Müller (Zentralredaktion, Ostschweiz am Sonntag, Tel. 524) (Bild: Urs Bucher)

Platzhirsche – Melissa Müller

Manch ein Kerl spreizt im Zug die Beine weit auseinander und greift auf den Nebensitz über, während die Frau neben ihm ihre Beine eng beieinander hält. Auch ungeniertes Furzen und Rülpsen gehört zum Gebaren der Platzhirsche. Etliche brüsten sich mit Bettgeschichten – und werden dafür als tolle Hechte gefeiert. Nicht auszudenken, wie Frauen beäugt werden, würden auch sie sich so verhalten. Schön wärs’, wenn beide Geschlechter nach einem ähnlichen Kodex bewertet würden.

St. Gallen - Jürg Ackermann Redaktion Tagblatt (Bild: Urs Bucher)

St. Gallen - Jürg Ackermann Redaktion Tagblatt (Bild: Urs Bucher)

Die Rollenbilder in den Köpfen – Jürg Ackermann

Es ist nur ein Witz. Aber vielleicht ist er eine Erklärung dafür, warum sich Rollenbilder so hartnäckig in den Köpfen halten, warum es eine Veränderung ganz oben bräuchte, um auch unten etwas zu bewegen. Der Witz geht so: Donald Trump empfängt einen amerikanischen Astronauten zum Tee im Weissen Haus. Frage des US-Präsidenten: «Hast du im Weltraum Gott gesehen?» «Ja!», sagt der Astronaut. «Und – wie sah er aus?» «Sie war schwarz!»

Unsichtbare Frau – Julia Nehmiz

Julia Nehmiz

Julia Nehmiz

Bei der Besichtigung sprach der Vermieter nicht mit mir. Er erklärte meinem Mann die Vorzüge der Wohnung, ihn lotste er zur Dachterrasse, ihm zeigte er die Aussicht. Dann pries er den Teppichboden an, da sinke der Staub hinein, da müsse «die Frau» nur einmal in der Woche staubsaugen. Bei Parkett müsse «die Frau» täglich kehren, Teppich sei für «die Frau» viel angenehmer. Ach ja, das war nicht in Saudi-Arabien, sondern in der Schweiz. Mein Wunsch? Gleichberechtigung.

Hans Graber

Hans Graber

Gerne auf dem dritten Platz – Hans Graber

Ich wünsche den Frauen, dass ein Frauentag nicht mehr nötig ist. Den Tag könnte man dann nutzen für Aktivitäten, zu denen man je nachdem als Mann zugelassen ist. Bei «Frauen schweigen für den Frieden», dem «empathischen Frauenzmorge» oder dem Beckenboden-Yoga nicht unbedingt, eher, wenn es zum genderneutralen Umtrunk in die Spelunke geht. Von Frauen wünsche ich mir, dass sie mich den zirka Drittbesten finden, in Einzelfällen wäre ich auch mit dem «undankbaren» vierten Platz sehr zufrieden.

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion St. Galler Tagblatt (Bild: Hanspeter Schiess)

Patricia Loher, Leiterin Sportredaktion St. Galler Tagblatt (Bild: Hanspeter Schiess)

Wir kennen die Fussballregeln – Patricia Loher

Bitte schaut uns nicht mehr an mit grossen Augen, wenn wir euch sagen, dass wir Fussball mögen. Und wenn ihr euch dann gefangen habt nach dieser unglaublichen Nachricht, verzichtet doch auf die Frage: «Kannst du mir die Abseitsregel erklären?» Damit sind wir schon lange durch. Habt keine Angst vor Frauen, die auf Fussballplätze gehen. Sie wollen nicht eindringen in eine der letzten Männerbastionen des Landes. Sie lieben nur das Spiel, die Emotionen. So wie ihr auch.

Stefan Schmid. © Benjamin Manser / TAGBLATT (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Stefan Schmid. © Benjamin Manser / TAGBLATT (Bild: Benjamin Manser (Benjamin Manser))

Holt die Männer ins Boot – Stefan Schmid

Meine Mutter gehörte zur Generation der Kämpferinnen. Frauenstimmrecht, Gleichberechtigung in der Verfassung und im Ehebett. Dann kam die Retro-Phase. Viele jüngere Frauen hielten es nicht mehr für nötig, weiterzukämpfen. Erst jetzt schwappt wieder eine Welle der Auflehnung in unser Land – ausgehend von sexistischen Übergriffen in den USA. Doch das genügt nicht. Mein Wunsch an die Frauen: Holt endlich die Männer ins Boot. Und behaltet bitte eure Namen nach der Heirat.

St. Gallen - Julia Nehmitz Redaktion Tagblatt (Bild: Ralph Ribi)

St. Gallen - Julia Nehmitz Redaktion Tagblatt (Bild: Ralph Ribi)

Hans Graber,Redaktor Luzerner Zeitung

Hans Graber,Redaktor Luzerner Zeitung

Stefan Schmid

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