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GAMES: Bastelspass trifft Videospiele: Nintendos neue Kartonsets im Test

Der japanische Videospielgigant erregt Aufsehen mit einer neuartigen Idee: Nintendo Labo. Diese verbindet Bastelsets aus Karton mit der Spielkonsole Switch.
Bild: Federico Gagliano

Bild: Federico Gagliano

Federico Gagliano, Frankfurt

Nintendo mag heutzutage ein Synonym für Videospiele sein, doch das japanische Unternehmen aus Kyoto begann seine Laufbahn als Hersteller von Spielkarten und später von anderen Spielwaren. Mit ihrem neuesten Projekt namens «Nintendo Labo» baut die Firma auf ihren Wurzeln auf und verbindet sie mit ihrer aktuellsten Konsole, die Nintendo Switch. In Frankfurt wurde Labo am Mittwoch der Presse vorgestellt.

Bei Labo handelt es sich um Bastelsets aus Karton, mit denen man verschiedene Objekte, sogenannte Toy-Cons, bauen kann. Diese werden durch den Bildschirm der Switch oder deren Controller, den Joy-Cons, ergänzt. Die beigelegte Switch-Software hilft beim Bauen und beinhaltet auch die Spiele. Die einfacheren Toy-Cons sind innerhalb weniger Minuten gebaut, die komplexeren dauern über eine Stunde. Viele davon nutzen den Infrarot-Sensor und die Kamera des rechten Joy-Cons, um besondere Funktionen auszulösen. Das Grundset beinhaltet fünf verschiedene Objekte:

  • Ein ferngesteuertes Auto, das eher an einen Käfer erinnert und der dank der Vibrationen der daran gehefteten Joy-Cons auf glatten und flachen Oberflächen gesteuert werden kann. Dank der eingebauten Kamera im rechten Joy-Con kann das Auto nicht nur Infrarot-Aufnahmen auf die Switch übertragen, sondern auch einen Gegenstand oder Lebewesen erkennen und diesem auf Schritt und Tritt folgen.
  • Ein Motorradlenker, an dem Anlasser, Bremse und Hupe angebracht sind. Mit dem rechten Griff wird Gas gegeben. Um zu lenken, lehnt man sich in die entsprechende Richtung – fast wie im echten Leben. Der Switch-Bildschirm wird am Lenker befestigt, wo man die Rennstrecke sieht. Auch hier wird der Infrarot-Sensor genutzt: Gescannte Objekte werden in eine Rennstrecke verwandelt, auf der man frei rasen kann.
  • Ein Klavier mit 13 Tasten, deren Tastenbewegungen durch reflektierende Klebestreifen vom Infrarot-Sensor erkannt werden. Durch verschiedene Schrauben können unterschiedliche Töne erzeugt werden. Melodien können aufgezeichnet und später wieder bearbeitet werden.
  • Eine Angel, bei dem eine Schnur zu einem Gehäuse führt, in dem der Bildschirm sitzt. Dort sieht man verschiedene Fische, die man per Kurbel an Land ziehen kann. Eigene Fische können entworfen und ins Spiel zum Leben erweckt werden.
  • Ein Haus, in dem der Bildschirm eingelegt wird. Darin sieht man ein kleines Wesen, mit dem mit verschiedenen Knöpfen, Kurbeln und Schaltern interagieren kann. Zusätzlich kann man Mini-Spiele mit ihm spielen.

Der technologische Bastelspass hat seinen Preis: Das Grundset erscheint am 27. April in Europa und kostet etwa 75 Franken. Ein zweites Set, mit dem man sich in die Rolle eines riesigen Kampfroboters versetzen kann, erscheint am selben Tag und kostet rund 85 Franken. Das Roboter-Set ist um einiges aufwändiger als die anderen Labo-Spielsachen: Spieler müssen einen Rucksack, ein Visier und Schlaufen um Füsse und Hände anlegen, damit ihre Bewegung ins Spiel übertragen werden. Die Form des Roboters kann durch das Wechseln der Körperhaltung verändert werden. Streckt man beispielsweise die Arme aus, kann er durch die Luft fliegen. Zusätzlich zu den zwei Sets ist ein Paket mit Verzierungen für die Kartonmodelle erhältlich – Nintendo wünscht sich nämlich, dass jeder seine Sets nach Belieben verziert, verschönert und personalisiert.

Ganz eigene Modelle programmierbar

Die Firma hat bereits vor der Ankündigung von Labo gemahnt, dass dieses Projekt eher auf jüngere Fans und Familien abzielt. Die Spiele sind deshalb kurzweilig und simpel – Erwachsene werden sich kaum lange damit beschäftigen. Mehrwert liefert der Werkstatt-Modus: Dieses erlaubt es, alle Funktionen der Switch und der Joy-Cons selbst zu programmieren. Kombiniert man diese Systeme mit den vorhanden Toy-Cons, eigenen Kartonkreationen oder alltäglichen Gegenständen, können ganz eigene Spiele entworfen werden. Das Konzept erinnert an «Lego Mindstorm», mit dem man kleine Lego-Roboter entwerfen und ihnen simple Befehle geben konnte. Zu den vorgeführten Beispielen gehört ein Männchen, dass mit einem Joy-Con umgeschossen werden kann oder ein Besen, der in eine funktionierende Rockgitarre umfunktioniert wird.

Am meisten Sorgen bereitet die Stabilität der Karton-Spielzeuge. Nintendo versichert, dass die Toy-Cons einiges aushalten können und sich die Kartonteile auch bei grösseren Schäden leicht mit Klebeband oder anderen Kartonstücken reparieren lassen. Bei der Präsentation in Frankfurt waren neben der Presse auch Kinder anwesend. Diese gingen dort sehr behutsam mit Labo um – fraglich ist, ob das Zuhause auch so sein wird. Eines ist sicher: Mit Labo beweist das japanische Unternehmen eine Erfindungsgabe und eine Kreativität, die seinesgleichen sucht. Ob Nintendo damit die Spielzeugbranche revolutioniert oder alles wieder in die Kartonsammlung schmeisst, wird sich noch zeigen.

Bild: Federico Gagliano

Bild: Federico Gagliano

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