GARTEN: Die Magie des Plätscherns

Ob Springbrunnen, Schwimmteich, Wellness-Pool oder Biotop: Wasser ist im Garten und auf der Terrasse beliebt. Bei der Planung der eigenen Wasserwelten gibt es aber den einen oder anderen Knackpunkt zu beachten.

Robert Bossart
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Raffiniert: Die Pflanzen reinigen das Wasser des Schwimmteichs. (Bild: zvg / Niederberger + von Wyl AG)

Raffiniert: Die Pflanzen reinigen das Wasser des Schwimmteichs. (Bild: zvg / Niederberger + von Wyl AG)

Die hohe Zeit der Dreckwühler, Outdoor-Kreativen und Naturästheten ist wieder da. Alles, was ein paar Quadratmeter Garten oder eine ansehnlich grosse Terrasse sein Eigen nennen darf (oder Mieter desselben ist), schmeisst sich mit Wonne in die Gummistiefel-Übergwändli-Kluft und legt los. Um dem Garten, der immer mehr zu einem Freilicht-Wohnzimmer geworden ist, den nötigen Schliff für den nahen Sommer zu verpassen. Die einen beugen sich über ihre Gemüsebeete, andere legen verträumte Kiesweglein an oder konstruieren gemütliche Sitzplätzchen. Der Garten ist ein wahrer Tummelplatz für Menschen, die sich ihr kleines Naturparadies verwirklichen wollen. Ein Ort, wo Sehnsüchte und Träume Realität und dazu noch mit den eigenen Händen erschaffen werden können.

Nebst Erde, frischer Luft und Pflanzen ist immer mehr ein Element gefragt, das Gartenliebhaber fasziniert: Wasser. Sowohl Kinder wie Erwachsene sind entzückt, wenn es plätschert vor der Haustür. Darum sieht man vielerorts Biotope, Teiche, Brunnen, Pools und Ähnliches. Wasser erinnert an Ferien am Meer, an Wanderungen entlang eines Bächleins in den Bergen, es beruhigt und entspannt. «Die Leute mögen es, wenn es plätschert und etwas in Bewegung ist», sagt Simon Lustenberger vom Zentralschweizer Gartenbauunternehmen Niederberger + von Wyl. «Es hat auch eine ästhetische Komponente, ein Seerosenbecken etwa kann einem Garten das gewisse Etwas verleihen.»

Wer das Element Wasser in seinem Garten zum Zuge kommen lassen will, steht vor der Qual der Wahl. Darum geben wir hier einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten an Wasserwelten.

Gartenteich (Biotop)

Ein Teich ist eine günstige Variante, um Wasser rund ums Haus «sichtbar» zu machen. Dies vor allem darum, weil man ein Biotop in aller Regel selber bauen kann – fürs Erste braucht es eine Schaufel, um eine Grube auszuheben. Bereits hier liegt aber die erste Fehlerquelle: Schaufeln ist anstrengend, darum hören viele zu früh damit auf. «Ein Teich sollte mindestens einen Meter tief sein», sagt Lustenberger, «damit er im Winter nicht durchfriert und die Temperatur im Sommer nicht zu hoch wird.» Hohe Wassertemperaturen führen zu einem hohen PH-Wert, was das Algenwachstum fördert. Wenn der Teich ausgehoben ist, geht es darum, den Boden abzudichten. Man hat dazu grundsätzlich zwei Möglichkeiten, verrät Christophe Blaser, Verkaufsleiter des Gartenartikel-Zulieferers Neogard: «In Baumärkten gibt es Teichschalen oder wasserdichte Folien, die zwischen rund 200 und 2000 Franken kosten.» Bei einem kleineren Biotop empfiehlt sich ein Fertigbecken, bei dem das Ufer steiler abfällt als bei der Folienvariante. Flache Ufer führen zu mehr Algenwachstum, weil im seichten Wasser zu hohe Temperaturen entstehen. Generell sollte man schauen, dass die Bepflanzung nicht zu nahe an den Teich gelangt, weil Wurzeln und Humus Wasser entziehen. Simon Lustenberger weist auf einen häufigen «Anfängerfehler» hin: «Es sollte kein Oberflächenwasser in das Gewässer gelangen, also etwa kein Regenwasser vom Dach.» Dieses Wasser ist meist zu verschmutzt und führt auch zu übermässigem Algenwachstum.

Vorsicht ist übrigens auch mit Tieren geboten. Sowohl Fische wie auch Enten produzieren viel Kot, zudem wühlen sie den Teichgrund auf und fressen womöglich diejenigen Wasserpflanzen, die für das ökologische Gleichgewicht von Nutzen sind, da sie ihre Nährstoffe direkt aus dem Wasser ziehen und so den Teich «säubern».

Ein anders geartetes Problem stellt sich bei Fröschen: Ihr Gequake kann je nachdem die Nachbarn um den Schlaf bringen und zu Konflikten führen. Den Amphibien dann einfach den Garaus machen geht übrigens nicht – sie stehen nämlich unter Schutz. Simon Lustenberger: «Das Einzige, was man tun kann, ist, sie einzufangen und an einem anderen, geeigneteren Ort auszusetzen.»

Fazit: Ein gut funktionierender Bioteich kann mit wenig (finanziellen) Mitteln realisiert werden. Allerdings lohnt es sich, sich von Anfang an gut zu informieren. Zudem ist ein Teich auch auf lange Sicht mit zeitlichem Pflegeaufwand verbunden.

Vom Swimming- zum Living-Pool

Einen eigenen Pool im Garten zu haben – das ist der Traum vieler Hausbesitzer seit Jahrzehnten. Allerdings kostet eine Anlage mit Filtersystem, Pumpe usw. einiges (je nachdem mehrere zehntausend Franken) und ist zudem mit dem Einsatz von Chemikalien verbunden. Darum hat sich ein neuer Trend etabliert: Bio-Pools. «Viele ältere Pools sind heute renovationsbedürftig», sagt Lustenberger. Deshalb nutzen manche die Gelegenheit, um auf Bio- oder Living-Pools umzustellen und so auf jegliche Chemie verzichten zu können. Der Pool sieht nach dem Umbau immer noch gleich aus, allerdings wird das Wasser in einer Biofilteranlage gereinigt. «Darin hat es Schaummatten, auf denen ein Biofilm aufgebaut wird, der das Wasser säubert.» Der Living-Pool funktioniert also ähnlich wie eine Minikläranlage.

Beliebter Trend: Schwimmteiche

Wem ein klassischer Pool zu wenig naturnah ist, kann sich für einen sogenannten Schwimmteich entscheiden, der vom Prinzip her ähnlich funktioniert wie der Living-Pool. Das Wasser wird auf natürliche Art sauber gehalten. «Eine Wand trennt den Bade- vom Regenerationsbereich ab», sagt Gartenbauer Lustenberger. In diesem werden mittels Pflanzen und Mikroorganismen Verunreinigungen und überschüssige Nährstoffe abgebaut. Der Schwimmteich sieht zudem fast aus wie ein normaler Teich und ist darum optisch attraktiv.

Anders als der herkömmliche Gartenteich hat der Schwimmteich allerdings seinen Preis, nicht zuletzt auch darum, weil hier fachmännische Arbeit vonnöten ist. «Pro Quadratmeter muss man mit rund 1000 Franken rechnen», sagt Lustenberger. Ein Schwimmteich mit 25 Quadratmetern benötigt einen ebenso grossen Regenerationsbereich. So ist man schnell einmal bei rund 50 000 Franken. Je nach Ansprüchen sollte man sogar bis zu 100 000 Franken budgetieren.

Der letzte Schrei: Wasserspiele

Nun gut, nicht jeder verfügt über das nötige «Kleingeld», um solche Wasserträume im eigenen Garten Wirklichkeit werden zu lassen. Und nicht jeder hat das Privileg, über den nötigen Platz für einen Teich zu verfügen. «Immer weniger Leute können sich genug Land ums Haus herum für solche Sachen leisten, schliesslich sind die Bodenpreise enorm gestiegen», sagt Christophe Blaser vom Gartenartikel-Zulieferer Neogard. Darum gibt es einen relativ neuen Trend, der durchaus auch terrassentauglich ist: Wasserspiele in allen möglichen Ausführungen und Grössen. Das können Springbrunnen, kleine Bachläufe oder Wasserfälle, Sprudel- oder Quellsteine sein. «Wasserspiele sind sehr beliebt momentan», sagt Blaser. Das System ist einfach: Mittels einer Pumpe wird das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf in Bewegung gehalten und permanent umgewälzt. Das sieht hübsch aus und bringt mit wenig Aufwand das Element Wasser in den Garten oder auf den Balkon. Ein kleineres Wasserspiel ist bereits ab rund 200 Franken erhältlich. Die Anlagen sind insbesondere auch in urbanen Gebieten beliebt, weiss Christophe Blaser: «Dank dem Geplätscher hört man eher störende Geräusche wie Autos oder Baulärm etwas weniger.»

Eine Zierde ist zu guter Letzt natürlich auch ein einfacher Brunnen. Da ist man bereits ab rund 1000 Franken mit dabei. Wer allerdings gerne einen antiken Sandsteinbrunnen oder Ähnliches sucht, muss je nachdem deutlich tiefer in die Tasche greifen. Alte Brunnen sind offenbar gesucht und Mangelware. Wer zudem einen Brunnen mit Frischwasser möchte, sollte vorab abklären, ob genügend Wasser vorhanden ist für ein andauerndes «Geplätscher». Ansonsten ist vielleicht doch ein System mit Umwälzpumpe die bessere Variante.