GENF: Tausende feiern Ernis Wandmalerei in Genf

Mit einem grossen Volksfest wurde am Samstag die neue Erni-Wandbemalung im Eingangsbereich des Uno-Sitzes eingeweiht.

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Der Luzerner Künstler Hans Erni. (Bild EQ Images)

Der Luzerner Künstler Hans Erni. (Bild EQ Images)

Farbenfroh wie die vielen Fahnen im Hintergrund erleuchten die zahlreichen Sujets von Hans Erni auf der 60 Meter langen und 5 Meter hohen Mauer, die vorher ganz leer und weiss daher kamen, am Place des Nations. In gut zwei Jahren hat der Luzerner Künstler sein neustes Werk auf Vorlagen, die dann auf wetterfeste Steinplatten umgesetzt wurden, geschaffen. «Es gefällt mir in Realität sehr gut, die Umsetzung ist voll und ganz gelungen», erklärte Erni gestern in Genf. «Die Farben und auch die Konturen meiner Zeichnungen sind im Vergleich zu den Vorlagen noch etwas mehr betont, passen dadurch aber noch besser zu den vielen Farben der herrlich wehenden Fahnen.»

Bei teilweise regnerischem und windigem Wetter waren tausende zum Erni-Fest gekommen. «So etwas habe ich in dieser Art noch gar nie erlebt», freute sich der umjubelte Erni, der im Februar seinen 100. Geburtstag gefeiert hatte. Mit der Calvinstadt verbindet ihn eine besondere Freundschaft, denn einzig in Genf durfte Erni seine Bilder immer ausstellen – auch als ihn die übrige Schweiz als «Kommunisten» (was er nie war) diffamierte. Gleichzeitig wurde an der Erni-Feier übrigens auch Rémy Pagani, Genfs neuer Stadtpräsident, in sein Amt eingesetzt.

Calmy-Rey beeindruckt
Gross waren auch die Honoratioren. Ansprachen hielten unter anderen Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sowie der russische Uno-Sicherheitsratspräsident Witali Tschurkin. Die Schweizer Aussenministerin war tief beeindruckt: «Wenn ich jetzt hier vor diesen fantastisch gestalteten Aussenmauern stehe, sehe ich in Natura, welch unermüdlicher Schaffer Hans Erni ist.» Es wäre denn auch nicht Erni, wenn er nicht schon gestern wieder an seine Arbeit gedacht hätte. «Ich will auch die restlichen, knapp 40 Meter der Aussenmauer, wenn es geht noch in diesem Jahr vollenden», verriet er unserer Zeitung.

André Häfliger