Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

George Lucas – «Star Wars» ist sein Schicksal

«Der Film konnte nur ein Reinfall werden. Davon war George Lucas überzeugt.» Denn die Dreharbeiten im März 1976 für «Stars Wars» in der tunesischen Wüste waren eine Katastrophe. Mit diesem Prolog steigt Brian Jay Jones in seine über 400 Seiten starke Biografie über George Lucas ein. Selbst als der Film 1977 in einem Vorstadtkino anlief, glaubte Lucas, dass er all sein Geld, das er in dieses Projekt investiert hatte, verlieren würde. Es kam dann anders. Mit «Star Wars» schuf Lucas nicht nur die kommerziell erfolgreichste Science-Fiction-Reihe der Filmgeschichte, er veränderte auch die Sehgewohnheiten und die Art und Weise, wie Filme produziert und vermarktet wurden.

Die nicht autorisierte Biografie von Jones beleuchtet in drei Kapiteln das Leben und Werk des in Kalifornien geborenen Regisseurs und Produzenten und unternimmt einen tiefgründigen, differenzierten Blick darauf, wie und warum George Lucas zu einem der herausragenden Innovatoren des modernen Blockbuster-Kinos geworden ist.

Das Bild eines Künstlers voller Widersprüche

Jones hat umfangreich recherchiert – über 30 Seiten umfasst der Anhang mit Quellenangaben. Und er zeichnet damit das Bild eines widersprüchlichen Künstlers, der einerseits bis heute ­davon träumt, wieder so experimentelle und künstlerische Filme wie einst während seiner Ausbildung an der University of Sou­thern California in Los Angeles zu drehen, dann aber doch nicht seinem «Star Wars»-Universum entkam, das zu seinem Schicksal wurde. Der die grossen Hollywoodstudios und ihre «Krawattenträger» in den Chefetagen verabscheut und dann doch den Disney-Studios sein Lebenswerk für über vier Milliarden Dollar verkaufte. Der stets grosse Mühe beim Drehbuchschreiben hatte, aber regelmässig Drehbuchautoren auswechselte, weil sie aus seinen Ideen nicht das machten, was er sich vorstellte. Und der sich auf dem Set schwertut mit Schauspielerinnen und Schauspielern, doch mit Figuren wie Annakin Skywalker, Han Solo oder Darth Vader Kultfiguren schuf.

Aufschlussreich fächert Brian Jay Jones auf, wie Lucas durch frühe Enttäuschungen zum Schluss kam, dass er allein wusste, was für seine Filme gut war und er die völlige Kontrolle über sie haben musste, er aber diese Freiheit nur hatte, wenn er seine Filme selber finanzieren würde. Und wie es fast zufällig kam, dass das Merchandising für «Star-Wars»-Produkte sich als noch einträglicher erwies als die Filme selbst. Das Buch beleuchtet seine lange Arbeitsbeziehung und Freundschaft mit Regisseuren wie Francis Coppola und Steven Spielberg, aber auch wie konsequent er seine Strategie verfolgte, technische Innovationen mit eigenen Unternehmen zu ent­wickeln. Überraschend ist, wie dünnhäutig Lucas sein kann, wenn es um Kritik geht. Das Buch von Jones malt also kein eindimensionales, strahlendes Bild. Es macht aber ebenso deutlich, dass diese kompromisslos verfolgte Karriere, die das Filmgeschäft und viele Bereiche der Filmtechnik revolutionierte, noch nicht angemessen gewürdigt wird. Dass Lucas noch nicht der ihm gebührende Platz in der Film­geschichte zugesprochen wurde.

Andreas Stock

HINWEIS
Brian Jay Jones: George Lucas. Edel Books, 480 S., Fr. 35.–

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.