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GÖPF EGG: Der «Jasspapst der Nation» ist nicht mehr

Gottfried «Göpf» Egg ist tot. Der «Jasspapst der Nation» ist verstarb 88-jährig am Donnerstag in Winterthur.

Dies teilte seine Familie gestern mit. Er sei von seinen Altersbeschwerden befreit worden, schreiben die Angehörigen in der im «Landboten» erschienenen Todesanzeige. «Ein gemeinsamer Freund und ich wollten kürzlich noch zu Göpf jassen gehen», erzählte Jürg Randegger gestern unserer Zeitung mit trauriger Stimme. «Doch er fühlte sich bereits zu schwach.» Egg und Randegger starteten 1975 gemeinsam im «Samschtig-Jass», der inzwischen ältesten und immer noch sehr beliebten Unterhaltungssendung des Schweizer Fernsehens. Entdeckt aber wurde der Mann, der das Jassen ins Fernsehen gebracht hat, von Kurt Felix. Zusammen mit der Ostschweizer Fernsehikone hatte Egg die Sendung «Stöck – Wys – Stich» entwickelt, die von 1969 bis 1971 erfolgreich über die Bildschirme flimmerte. Felix, Randegger und auch Bauchredner Urs Kliby gehörten bis zu seinem Tod zu den privaten Jassfreunden von Gottfried Egg.

Die letzte Jass-Instanz
Bis zuletzt hat Jasslegende Egg zusammen mit seiner Ehefrau Elisabeth im Haus seiner Eltern in Winterthur gelebt. Die beiden haben zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Im «Samschtig-Jass» glänzte der ebenso populäre wie auch resolute Egg in der Rolle des Schiedsrichters. 15 Jahre stand er so als letzte Schweizer Jass-Instanz an der Seite von Moderator Jürg Randegger. «Er war auch meine Autorität. Mit ihm zu arbeiten war einfach herrlich», erinnert sich der ehemalige «Rotstift»-Kabarettist. «Wir hatten nie, aber auch gar nie ein Problem. Göpf hat seine Aufgabe stets sehr ernst genommen. Aber er konnte auch viel lachen, auch über sich selbst.»

Erfinder des Preisjassens
Mit Meisterschaften im In- und Ausland gilt Göpf Egg auch als Erfinder des Preisjassens. Zum Schweizer Jass-Experten schlechthin wurde Egg dank der legendären TV-Beiz «Göpf Egg»: Am Schluss jeder Sendung stritten sich die vier «Rotstift»-Kabarettisten in einem kleinen Sketsch stets mehr oder weniger heftig über Unklarheiten beim Jassen. Sachlich löste Göpf Egg dann die köstlichen Situationen auf und sagte verbindlich, was Sache ist. «Er hat die Jasskultur in der Schweiz unter einen Hut gebracht», attestiert Monika Fasnacht, die vor elf Jahren beim «Samschtig-Jass» Randeggers Moderations-Nachfolge antrat. Sein offizielles Schweizer Jassreglement «Puur, Nell, Ass» habe «landauf, landab anerkannte Ordnung und viel Ruhe» in die Szene gebracht.

Trauer bei über drei Millionen
Göpf Egg ist tot. Für weit über drei Millionen Jasserinnen und Jasser in der Schweiz ist das ein herber Verlust. «Wir werden ihn immer in bester Erinnerung behalten und ihn stets in unseren Herzen tragen», sagten Jürg Randegger und Monika Fasnacht gestern unisono. Auch sie wissen: In seiner Art wird Gottfried «Göpf» Egg unersetzlich blieben in unserem Land.

André Häfliger

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