GP DER VOLKSMUSIK: Die Klostertaler siegten so knapp wie nie

Das war knapp für die Topfavoriten: Erst ein Juryentscheid sicherte den sechs Klostertalern aus Österreich den Sieg am GP der Volksmusik 2008.

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Bandleader Markus Wolfahrt (3.v.l.) strahlt mit seinen fünf Kollegen über den hauchdünnen Sieg beim Grand Prix der Volksmusik in Zürich. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bandleader Markus Wolfahrt (3.v.l.) strahlt mit seinen fünf Kollegen über den hauchdünnen Sieg beim Grand Prix der Volksmusik in Zürich. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Ich habe Blut geschwitzt», gab der bald 48-jährige Bandleader der Klostertaler, Markus Wolfahrt am Samstagabend kurz vor Mitternacht im Zürcher Hallenstadion zu. Kein Wunder: Mit 35 Punkten lag seine Band mit der Ballade «Heimat ist dort wo die Berge sind» nach der Auszählung aller Punkte aus den vier teilnehmenden Ländern (Deutschland, Österreich, Südtirol-Italien und Schweiz) gleichauf mit dem Südtiroler Duo «Vincent&Fernando», den Gebrüder Ulrich und Otto Messner aus Andrian mit ihrem Lied «Glaube an Gott». Und auch nach dem Stichentscheid aus den vier Ländern herrschte immer noch Punktegleichheit!

Historischer Entscheid
«Erstmals in der 22-jährigen GP-Geschichte mussten die vier für diesen Fall vorgesehenen Länderjurys, bestehend aus unabhängigen Personen, den Sieger benennen», erklärte Toni Wachter vom Schweizer Fernsehen. So kam es, dass das hervorragende Moderatoren-Duo Francine Jordi und Sascha Ruefer schlussendlich die Klostertaler als GP-Sieger ausrufen konnten. Nach 1993 zum zweiten Mal. «Für uns ist heute schon Weihnachten», strahlte Wolfahrt, der schon 5 Platin- und 17 Gold-Platten zu Hause hängen hat, nach seinem Triumph überglücklich.

Bronze geht nach Bern
Nach ihrem Sieg beim «Kleinen Prix Walo 2007» und dem Triumph an der Schweizer GP-Vorausscheidung im April stieg die Berner Jodlerfamilie Oesch («Oesch's die Dritten») ein weiteres Karrierentreppchen hoch: Sie wurden, ganz ihrem Namen gerecht, als beste Schweizer mit satten 30 Punkten und dem Lied «Die Jodel-Sprache» tolle Dritte. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir es aufs Podest schaffen», erklärte Sängerin Melanie Oesch. «Umso mehr freuen wir uns über diese Bronzemedaille.»

Zentralschweiz unten durch
Die drei Zentralschweizer am Start mussten indes unten durch. Domingo Rey aus Muotathal landete mit seinen «Los Brillantes Paraguayos» und der Bündner Kapelle Oberalp auf dem 11. Rang, Akkordeonist Urs Meier aus Einsiedeln wurde mit seiner Freundin, der Zürcher Sängerin Manuela Fellner, 13. und der Ruswiler Schlagersänger Christian Duss musste sich mit dem 16. Schlussrang begnügen. Er liess sich von seinen Söhnen Roman und Patrick trösten – und nahms mit viel Humor: «Das nenne ich echte Solidarität mit dem FC Luzern?» Auch für Domingo und Meier brach keine Welt zusammen. «Es hat sich auf jeden Fall gelohnt: Wir hatten eine tolle Plattform vor Millionen von TV-Fans», meinte Domingo. «Im Hallenstadion vor 6000 Fans aufzutreten, das allein war die Reise nach Zürich wert», erklärte Meier.

André Häfliger, Zürich