GP DER VOLKSMUSIK: Yasmine-Mélanie singt im Wiener Final

Nicolas Senn aus St. Gallen hat am Samstagabend die 25. Schweizer Ausscheidung zum GP der Volksmusik gewonnen – vor der Zugerin Yasmine-Mélanie Wyrsch!

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Das Moderatoren-Duo Monika Fasnacht (links) und Sascha Ruefer (rechts) präsentieren die grossen Sieger: Nicolas Senn aus St. Gallen (1.) und Yasmine-Mélanie Wyrsch aus Hünenberg. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Das Moderatoren-Duo Monika Fasnacht (links) und Sascha Ruefer (rechts) präsentieren die grossen Sieger: Nicolas Senn aus St. Gallen (1.) und Yasmine-Mélanie Wyrsch aus Hünenberg. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Senn gewann in der von Monika Fasnacht und Sascha Ruefer präsentierten Livegala des Schweizer Fernsehens mit 15,72 Stimmprozenten. Wyrsch, die wie Senn 20 Jahre alt ist, konnte 13,74 Prozent der Fanstimmen hinter sich vereinen. Beide Titel stammen aus den Federn von Schwyzer Komponisten: «Feuer und Flamme» (Senn) von Carlo Brunner und Philipp Mettler, der auch «Tränen gehören zum Leben» (Wyrsch) geschrieben hat. «Das ist einer der schönsten Tage meiner Karriere», jubelte Nicolas Senn in seiner Appenzeller Tracht. «Ich kann es kaum glauben», strahlte auch Yasmine-Mélanie Wyrsch, die letztes Jahr als Fünfte noch ganz knapp gescheitert war. Das Herisauer Duo Stixi & Sonja (12.98 Prozent mit «Bete zu unserem Herrgott» und dem Jodlerclub Alpeblueme) sowie das Basler Quartett Original Voralpen-Express (10, 51 Prozent mit «Pfeif einfach drauf») sind die weiteren Klassierten, die am 28. August die Schweiz am internationalen GP-Final in Wien vertreten werden. Die beiden übrigen Zentralschweizer, Beatrice Egli aus Pfäffikon SZ und das Entlebucher Duo ChueLee, schafften den Finaleinzug unter den 12 Startern nicht und wurden wie alle andern auch nicht offiziell klassiert.

Nella war die Erste
Acht Mal gewann unser Land diesen Final bisher, erstmals 1986 mit Nella Martinettis«Bella Musica», dem Ohrwurm, den sie als Einzige bisher selber schrieb und auch textete. Ein Jahr später hatte die Zentralschweiz die Nase vorn: Die Schwyzer Sängerin Maja Brunner siegte mit dem Lied ihres Bruders Carlo Brunner, «Das chunnt eus spansich vor». Carlo Brunner gewann mit dem Hit «Einmal so, einmal so» der Schwyzer Sängerin Monique Kistler 1999 nochmals. Der letzte Schweizer Erfolg auf internationaler Bühne liegt neun Jahre zurück: Marianne Cathomen triumphierte mit dem Lied «Hey Baby, küss mich noch mal».

Schöne Erinnerungen
Welcher der acht Schweizer Siegertitel bleibt der Schweizer Schlagerprominenz am besten in Erinnerung? Wir fragten im Zürcher TV-Studio nach. Für den Entlebucher ChueLee-Sänger Christian Duss ist es «Das Feuer der Liebe», der Siegeshit 1998 von Francine Jordi: «Weil das in den Charts auch der erfolgreichste Titel war», begründete Duss, der übrigens gestern zum 10. Mal am Start war. Yasmine-Mélanie Wyrsch konnte sich nicht entscheiden und nannte sowohl Brunner, Jordi und auch Kistler: «Alle drei Titel sind mega. Für einen allein kann ich mich nicht entscheiden.» Für Beatrice Egli aus Pfäffikon indes ist die «unvergessliche Siegerin» Nella Martinetti. «Ihr Lied 'Bella Musica' trifft genau meinen Geschmack – viel Stimmung und Schwung. Es zeigt aber auch, wie schnell die Jahre doch vergehen», erklärte die Schwyzerin. Martinetti selber gab offen zu: «Meine 'Bella Musica' gefällt mir immer noch am besten. Dann aber kommt sofort Maja Brunners Lied, mit dem sie meinen Triumph ein Jahr später verteidigten konnte.» Dafür bedankte sich Maja bei Nella gestern prompt mit einem herrlichen Blumenstrauss auf der Bühne.

Mister-Gage 1995?
Auch für Ex-Mister Schweiz Marcel Schweizer ist Maja Brunner übrigens die grosse Gewinnerin der schönsten Erinnerungen. Schmunzelnd erinnerte sich der Winterthurer Polizist an seine Jahresgage als Mister Schweiz 1995: Das war keine halbe Million Franken wie heute. Ich habe damals als Mister soviel erhalten, wie ich als Polizist in dem Jahr auch verdient hätte.»

André Häfliger