GRANGES-PRÈS-MARNAND: Kein weiteres Todesopfer nach Zugunfall

Bei der Frontalkollision zweier Züge ist keine weitere Person ums Leben gekommen. Der 24-jährige Lokführer des von Lausanne kommenden Zuges bleibt das einzige Todesopfer. Der andere Lokführer wurde inzwischen krank geschrieben.

sda
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Das Zugunglück in der Waadt fordert kein weiteres Opfer mehr. (Bild: Keystone)

Das Zugunglück in der Waadt fordert kein weiteres Opfer mehr. (Bild: Keystone)

Am Dienstag wurden die beiden Triebwagen sowie ein Eisenbahnwagen auf der Strasse nach Yverdon-les-Bains VD transportiert, wie die Kantonspolizei Waadt am Mittwoch mitteilte. Der Transport dauerte mehrere Stunden und wurde von Polizeipatrouillen begleitet.

In der Nacht auf Mittwoch wurde der Triebwagen des Zuges aus Lausanne von Berufsfeuerwehrleuten minutiös auseinandergenommen. Nach Abschluss der Arbeiten um 6 Uhr bestand Gewissheit, dass keine weitere Person eingeklemmt wurde.

Die Polizei hatte am Dienstag nicht ausgeschlossen, dass sich noch ein Passagier im Zugwrack befinden könnte. Der Zug aus Lausanne wurde durch den heftigen Aufprall um acht Meter verkürzt. Der Lokführer wurde eingeklemmt und konnte nur noch tot geborgen werden.

Er wurde inzwischen vom Westschweizer Institut für Rechtsmedizin formell identifiziert. Es handelt sich um einen 24-jährigen Franzosen, der in Payerne VD wohnhaft war.

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Nur noch ein Verletzter im Spital

Am Montagabend waren um 18.45 Uhr ein von Payerne kommender Regionalzug und ein aus Lausanne kommender RegioExpress frontal zusammengestossen. Dabei wurden 25 Personen verletzt und von den Rettungskräften in verschiedene Spitäler gebracht.

Ausser einem Erwachsenen konnten inzwischen alle das Spital wieder verlassen, wie die Polizei festhielt. Der Erwachsene befindet sich nicht in Lebensgefahr. Weitere neun Personen wurden am Unfallort medizinisch versorgt und 11 Personen blieben unverletzt.

Lokführer krank geschrieben

Der Lokführer des Zuges aus Payerne steht im Verdacht, bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof ein Rotlicht überfahren zu haben. Er leitete kurz vor der Frontalkollision eine Vollbremsung ein und sprang vom Zug. Er überlebte und wurde von der Polizei befragt.

Der Lokführer wurde mittlerweile krank geschrieben, wie SBB-Mediensprecher Frédéric Revaz am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Zudem wird er psychologisch betreut.

Der Bahnverkehr auf der Strecke zwischen Lausanne und Payerne rollt seit Dienstagabend wieder normal. Die Schadenssumme beläuft sich gemäss einer ersten Schätzung auf «mehrere hunderttausend Franken», wie Revaz festhielt. Eine präzise Schadensbilanz sei jedoch erst in den kommenden Tagen möglich.