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GROSSBRITANNIEN: Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle: Über 100 000 Schaulustige erwartet

Der Kensington-Palast veröffentlichte gestern neue Details über die royale Hochzeit des Jahres. Erwartet werden über 100 000 Schaulustige und 5000 Journalisten.
Sebastian Borger, London
Wagen an der Hochzeit den Spagat zwischen Tradition und Moderne: Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36). (Bild: EPA (London, 23. April 2018))

Wagen an der Hochzeit den Spagat zwischen Tradition und Moderne: Prinz Harry (33) und Meghan Markle (36). (Bild: EPA (London, 23. April 2018))

Sebastian Borger, London

Ein bisschen Tradition muss sein: Wenn in zwei Wochen Prinz Harry und Meghan Markle den Bund fürs Leben schliessen, lässt sich die Braut ganz altmodisch von ihrem Vater Thomas Markle an den Ehemann übergeben. Mit dieser Nachricht machte ein Palastsprecher gestern allen Spekulationen ein Ende, wonach Markles Mutter Doria Ragland diese Rolle übernehmen oder die 36-jährige Profischauspielerin sogar ganz auf die Abhängigkeits­geste verzichten würde.

Das freudige Ereignis in der Schlosskirche von Windsor ist seit Monaten Gegenstand detaillierter Planungen im Kensington-Palast, wo die Verlobten zusammenwohnen. Je nach Wetter dürften weit mehr als 100000 Schaulustige die Strassen des Städtchens westlich von London bevölkern. Rund 5000 Journalisten aus aller Welt haben sich angemeldet, 79 TV-Anstalten aus aller Welt schicken eigene Teams, darunter allein 46 aus Markles Heimat USA. Der Rest übernimmt die Bilder von den live berichtenden britischen Sendern, angeführt von der öffentlich-rechtlichen BBC.

Erstmals veröffentlichte der Palast auch Details zur Trauung am Vormittag des 19. Mai. Neben dem örtlichen Kirchenchor und Musikern führender britischer Orchester, darunter Solotrompeter David Blackadder, trägt auch Sheku Kanneh-Mason bei zur musikalischen Umrahmung des Gottesdienstes. Der 19-Jährige Cellist war 2016 der erste Schwarze, der den renommierten BBC-Wettbewerb «Junger Musiker des Jahres» gewann. Er sei «total überwältigt» gewesen, als Markle ihn um seine Mitwirkung bat.

Königsfamilie kommt für die Kosten auf

Kanneh-Masons Darbietung gilt den rund 600 geladenen Gästen in der Schlosskirche und einer geschätzten Milliarde von TV-Zuschauern weltweit. Die 600 Gäste erhalten anschliessend ein Mittagessen im Georgssaal, bezahlt von Königin Elisabeth II. Abends gibt es dann eine Party für eine einstweilen geheime Anzahl engerer Freunde, ausgerichtet vom Vater des Bräutigams. Ohnehin werde die Königsfamilie für alle Kosten in Zusammenhang mit Gottesdienst und Fest aufkommen, betont der Palastsprecher.

Abweichend von royaler Tradition hat das Paar weder Premierministerin Theresa May eingeladen noch deren Pendants aus den 15 anderen Staaten wie Australien oder Jamaica, deren nominelles Staatsoberhaupt Königin Elisabeth II. bis heute ist. Auf diese Weise liess sich auch elegant eine Einladung an den von Markle ungeliebten US-Präsidenten Donald Trump umgehen.

Ganz selbstständig hat Markle den Hindernisparcours absolviert, den die britische Einwanderungsbehörde heiratswilligen Ausländern aufzwingt. Für die frühestens nach fünf Jahren mögliche Beantragung der britischen Staatsbürgerschaft müsste sie noch eine Prüfung absolvieren mit Fragen wie: Mit wem ist Königin Elisabeth II. verheiratet?

Ob der 96-jährige Herzog von Edinburgh nach seiner Hüftoperation beim Festgottesdienst dabei sein kann, ist offen. Das jüngste Mitglied der Königsfamilie, der am 23. April geborene Prinz Louis, hingegen bleibt der Zeremonie fern, was der Palastsprecher mit dem schönen Satz begründete: «Er ist sehr jung.»

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