GÜTSCH: Lebedev will einen Kultur-Treffpunkt schaffen

Es war eine kleine, aber feine Wiedereröffnung des Restaurants gestern Abend mit 200 erlesenen Gästen hoch über dem Jodelfest im edlen Hotel Château-Gütsch. Sogar der neue Besitzer Alexander Lebedev erwies Luzern die Ehre.

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Hotelbesitzer Alexander Lebedev während seiner Ansprache. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Hotelbesitzer Alexander Lebedev während seiner Ansprache. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Er kam an den Ort, wo unter vielen anderen auch der russische Komponist Sergej Rachmaninow, DJ BoBo und Fritz Studer, der Präsident der Luzerner Kantonalbank, geheiratet hatten. «Das hier soll kein Ort werden, um Geschäfte zu machen», erklärte am Freitag der ehemalige KGB-Offizier Lebedev, der bis Ende 2007 auch im russischen Duma-Parlament sass, aber heute ausschliesslich erfolgreicher Geschäftsmann in 18 Ländern ist. «Dieses Hotel soll neben hervorragender Gastronomie vor allem auch ein Treffpunkt werden für Kultur, für Konzerte und Ausstellungen.» Lebedev erzählte, dass er 1985 als erstes Land in Westeuropa die Schweiz besucht habe und hier nach Luzern gekommen sei. Und dass ihm schon damals der Gütsch <über alle Massen> gefallen habe.

In einem Jahr fertig
Die Eröffnung des Restaurants mit Direktor Ronald Grob (ehemals «Flora», Luzern) und dem Schwyzer Starkoch Fabian Inderbitzin (bis August noch im Seehotel Kastanienbaum und «GaultMillau»-Endeckung des Jahres 2008) ist laut Lebedev «ein erster wichtiger» Schritt. Eben seien die Pläne von sieben Architekten aus der Schweiz und Frankreich für die Renovierung und Erweiterung der Hotelzimmer und des Wellnessbereiches abgenommen worden. «Wir hoffen, dass in einem Jahr alles fertig sein wird», erklärte Lebedev unserer Zeitung. Er kam direkt aus London: «Ich bin erst um fünf Uhr morgens ins Bett gekommen. Die Gala der Aidstiftung meines Freundes Elton John, an der gegen 15 Millionen Franken zusammen kamen, mit Bill Clinton und Uma Thurman unter den Gästen, war wieder hervorragend!» Eindrücklich war am Freitagabend auf dem Gütsch im übrigen auch das Konzert des russischen Starpianisten Andrei Gavrilov, der vor kurzem in ein Haus nach Zürich gezogen ist, das ihm Lebedev gekauft hat.

Gütsch-Bähnli retten
Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer, legte Lebedev eindringlich ans Herz legte, auch das legendäre Gütsch-Bähnli wieder instand zu stellen: «Wissen sie, Herr Lebedev, die Buslösung kann es auf Dauer doch auch nicht sein?» Zusammen mit Igor Bratchikov, dem russischen Botschafter in der Schweiz, war sich Luzerns Regierungspräsident Markus Dürr beim abschliessenden Eröffnmungs-Feuerwerk einig: «Luzern kann stolz sein, dass in seinem zweiten Wahrzeichen neben dem Wasserturm endlich wieder Leben eingekehrt ist.»

André Häfliger