GUT ZU WISSEN: Zwei magere Finsternisse – und viele Sternschnuppen

Am 7. August herrscht Mondfinsternis und kurz darauf, am 21. August, eine totale Sonnenfinsternis. Wir verraten, was es damit auf sich hat und von wo aus die Phänomene am Sternenhimmel gut sichtbar sind.

Rolf App
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In reizvollem Zartrosa: So präsentiert sich der Mond bei einer totalen Mondfinsternis. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 28. September 2015))

In reizvollem Zartrosa: So präsentiert sich der Mond bei einer totalen Mondfinsternis. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 28. September 2015))

Es sind auch Zufälle, die eine Rolle dabei spielen, wie wir die Welt sehen. Zufälligerweise haben Mond und Sonne am Himmel den gleichen scheinbaren Durchmesser von einem halben Grad. Und weil der Mond fast auf derselben Bahnebene läuft wie die Erde, bedeutet das: Kommt der Mond zwischen Erde und Sonne zu stehen, dann wirft er seinen Schatten auf sie. Wir erleben eine Sonnenfinsternis. Umgekehrt kann auch die Erde zwischen Sonne und Mond durchlaufen. Dann kommt es zur Mondfinsternis.

Eine Sonnenfinsternis findet nur bei Neumond statt, weil nur dann die Sonne hinter dem Mond stehen kann. Umgekehrt kann eine Mondfinsternis sich nur bei Vollmond ereignen. Das ist am kommenden Montag, dem 7. August der Fall. Allerdings: Ein wenig geneigt zur Erdbahnebene ist die Mondbahn doch. Deshalb kann der Mond bei Vollmond den Schatten der Erde treffen oder auch nicht. Oder, wie an diesem 7. August, der Mond läuft am Rand, das heisst im Halbschatten durch. Genau dies geschieht am nächsten Montag. Und weil sich das Ganze relativ früh, zwischen 17.48 Uhr und 22.53 Uhr Sommerzeit abspielt, werden wir auch nur einen Teil mitbekommen. Denn die Sonne geht erst einige Minuten vor 21 Uhr unter, die Dämmerung dauert sogar bis gegen 22.20 Uhr.

Mehr zu sehen wäre bei der totalenSonnenfinsternis vom 21. August – sofern man sich am richtigen Ort befindet. Was in diesem Fall aber schwierig sein dürfte. Nur in Norddeutschland, Frankreich, Spanien und Portugal ist bei Sonnenuntergang noch etwas von der Finsternis zu sehen. Mehr davon haben werden die Menschen in Nord- und Mittelamerika, der Karibik und dem nördlichen Teil Südamerikas. Vielleicht sind Sie ja ferienhalber dann dort.

Was bringt der August sonst noch mit seinen warmen Nächten? Der Mond nimmt nach dem Vollmond wieder ab, am 21. August ist Neumond. Der Planet ­Venus leuchtet am Morgenhimmel, er steht dann in den Zwillingen. Den Abend verschönern Jupiter und Saturn. Zur sogenannten Standardbeobachtungszeit (24 Uhr Sommerzeit zu Monatsbeginn, 23 Uhr am 15. und 22 Uhr am 31. August) steht Saturn tief im Südwesten, Jupiter ist da schon untergegangen. Dafür kann man sich auf Sternschnuppen freuen, auf die zu warten Sie in diesen warmen Nächten hoffentlich die Geduld haben. Denn der Raum um die Erde herum ist nicht etwa leer. Immer wieder kreuzt unser Planet Ansammlungen kleiner Körper, die, wenn sie in die Atmosphäre eintreten, in ihr als Meteore verglühen. Dringen sie tiefer ein, dann können sie stark leuchten. Man spricht dann von Feuerbällen.

Auch mit solchen Prachtexemplaren ist zwischen dem 8. und 12. August zu rechnen, wenn die Erde durch die Überreste des Kometen 109P/Swift-Tuttle rast. Und weil sie sich, von uns aus gesehen, im Sternbild Perseus zu befinden scheinen, spricht man auch von den Perseïden. Bis zu hundert Sternschnuppen dürften pro Stunde über den Himmel rasseln, besonders zahlreich in den Morgenstunden des 11. August.

Perseus übrigens befindet sich am nordöstlichen Ende des schimmernden Bandes der Milchstrasse, die unsere Sommernächte zu einem besonderen Erlebnis macht. Am schönsten kommt sie zur Geltung, wenn möglichst wenig Mondlicht stört. Unsere Sonne ist einer von rund hundert Milliarden Sternen der Milchstrasse.

Rolf App