Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HAMBURGER: Big Mac: Was ist drin, was ist dran?

Dieser Doppeldecker lässt niemanden kalt, er wird geliebt und gehasst. Fakten und Geschichten zum Big Mac, der in den 50 Jahren seines Bestehens fast die ganze Welt erobert hat.
Text: Hans Graber
Was ist drin? Wir haben die einzelnen Zutaten des Big Macs einmal genau analysiert (Bild: Illustration: Elena Freydl)

Was ist drin? Wir haben die einzelnen Zutaten des Big Macs einmal genau analysiert (Bild: Illustration: Elena Freydl)

Text: Hans Graber

Illustration: Elena Freydl

Am Anfang war nicht der Big Mac, sondern das Mordsding Whopper des McDonald’s-Konkurrenten Burger King. Den Whopper gab es seit 1957, und aufgrund dessen Beliebtheit musste McDonald’s kontern. Vater des Big Mac ist ein Jim Delligatti, McDonald’s Lizenznehmer aus Pennsylvania. Er wäre heuer 100 Jahre alt geworden, ist aber am 28. November 2016 im schönen Alter von 98 verstorben. Delligatti bot seine Kreation 1967 im eigenen Restaurant an, 1968 wurde sie von McDonald’s USA-weit auf die Menukarte genommen. Der Doppelmoppel hiess zunächst Aristocrat und Blue Ribbon Burger, auf den eingängigeren Namen Big Mac kam die 21-jährige Werbeassistentin Esther Glickstein Rose.

Der erste Schweizer Big Mac wurde im Oktober 1976 in Genf serviert. Seither wurden hierzulande mehr als 210 Millionen Big Mac verkauft. Zum 50-Jahre-Jubiläum wird er in drei Grössen angeboten: Mac Jr., Big Mac und Grand Big Mac.

Sinnbild für Fast Food

Der Big Mac ist fast schon ein Wahrzeichen für landläufig als «ungesund» geltende Ernährung. Aber Wahrzeichen und Wahrheit sind nicht unbedingt dasselbe. Wie sagte schon 1538 der Arzt Paracelsus: «Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei.» Ein Big Mac enthält 26 g Eiweiss, 42 g Kohlehydrate, 9 g Zucker, 25 g Fett, 10 g gesättigte Fettsäuren, 3 g Ballaststoffe und 2,2 g Kochsalz. Brennwert: 500 Kilokalorien (kcal).

In der Schweiz am teuersten

Die britische Wirtschaftszeitschrift «The Economist» hat 1986 den Big-Mac-Index erfunden, der jedes Jahr neu berechnet wird. Er basiert auf dem Preis des Big Mac in verschiedenen Ländern und ist ein (grobes) Indiz für die Kaufkraft einzelner Währungen. Stand 2017, ist der Big Mac in der Schweiz mit umgerechnet 6,50 Dollar am teuersten, gefolgt von Norwegen (5,67) und Schweden (5,26). Am billigsten ist der Big Mac in der Ukraine (1,54 Dollar) und in Indien (1,62).

In der Schweiz bzw. in Zürich muss man 10,6 Minuten arbeiten, um einen Big Mac kaufen zu können. Etwas weniger Zeit braucht man in Hongkong (8,7 Min.), Luxemburg (10,3 Min.) und Tokio (10,4 Min.). Am anderen Ende der Skala stehen Nairobi (176 Min.) und Manila (87,5 Min.). In Kiew, wo der Big Mac am günstigsten ist, sind es 54,7 Min.

Andere Länder, andere Burger

Den Big Mac gibt es fast weltweit, aber nicht tupfgenau gleich, werden doch lokale Produkte verwendet. In Japan hat der Big Mac 557 kcal, in Chile nur 478. In Pakistan, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar gibt’s den Big Mac mit Pouletfleisch, in Indien war zuerst Lamm drin (Maharaja Mac), jetzt auch Poulet. In Israel wird der Big Mac koscher ohne Käse serviert.

Big-Mac-freie Zonen

Unter anderem: Barbados, Bermudas, Bolivien, Iran, Island, Jamaika, Jemen, Kambodscha, Mazedonien, Monte­negro, Nepal, Nordkorea, Seychellen, Simbabwe, Syrien und Vatikan.

Was ist drin?

Bun

Das Brötchen (Bun) des Big Macs wird in drei Teile geschnitten. Boden, Mittelteil, Deckel. Letzterer ist mit Sesamkörnern bestreut, durchschnittlich mit 178. (Tipp für Eltern: Kinder sollen nachzählen, dann ist ein paar Minuten Ruhe.) Die Teile des Buns werden 35 Sekunden lang getoastet. Hergestellt werden die Brötchen in der Schweiz von der Bäckerei Fortisa in Zuchwil im Kanton Solothurn. Seit 1999 wird IP-Suisse-Mehl verwendet.

Essiggurken

Sauer macht lustig oder was? Unverzichtbarer Bestandteil sind anscheinend Essiggurken-Scheibchen, in die Schweiz angeliefert von «Develey Senf und Feinkost» aus Unterhaching bei München.

Eisbergsalat

Das grüne Gewissen des Big Mac. Bezogen werden die 12,5 Gramm Salatstreifen und die 3,5 g Zwiebelwürfel von Gastro Star aus Dänikon ZH. Aus Schweizer Produktion nur in den Sommermonaten.

Fleisch

Die Kernstücke: Zwei flache Hackfleischplätzchen à je 45 Gramm werden hineingepackt. Davor werden die sogenannten Beef Pattys 40 Sekunden gegrillt. Geliefert wird das Rindfleisch seit 1976 von der Bell AG in Oensingen SO, sie verwendet Fleisch von 8000 Schweizer Bauernbetrieben. 70 Prozent des Rindfleisches stammen laut McDonald’s von Kühen mit regelmässigem Auslauf ins Freie (Raus-Standard). Unsere Ess-Erfahrung: Kernstücke ja, aber das Drumherum ist ebenso wichtig. Mindestens. Der Big Mac funktioniert nur als Gesamtpaket.

Käse

Die Schweiz ist ein Käseland, aber der Schmelzkäse für den Big Mac kommt aus dem Allgäu (D). Warum? «Keine Schweizer Firma verfügt über die richtige Maschine, mit welcher der Schmelzkäse ohne Plastikfolie zwischen den Scheiben gestapelt werden kann», sagt Deborah Murith von McDonald’s Schweiz.

Zwiebeln

Die hatten wir oben schon bei den Gurken. Dafür hier der Hinweis: Mit den neuen Bestellsystemen kann man Zutaten eines Burgers weglassen und zum Teil auch hinzufügen. Wer beispielsweise keine Zwiebeln mag, kann es bleiben lassen.

Sauce

Geheimnisumrankt ist die Sauce. Die exakte Rezeptur – seit 50 Jahren wie der ganze Big Mac unverändert – wird nicht verraten. Im Netz kursieren allerdings Zutatenlisten: Mayonnaise, süsser Gurkenrelish, Senf, Essig, Knoblauch- und Zwiebelpulver, Paprika. Für die Schweiz zusammengemixt wird die Sauce bei Develey (siehe auch Essiggurken). Die Sauce ist es auch, welche das Essen eines Big Mac verkompliziert. Aber: Etwas Kleckern muss schon sein, das gehört einfach dazu.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.