HANS ERNI: Ein Olympiabaum steht in seinem Garten

Olympia hat Einzug gehalten im Garten von Hans Erni in Luzern: Die Kulturstiftung Monte Verità ehrte den Luzerner Künstler mit einem seltenen Olivenbäumchen.

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Hans Erni freut sich über den Olympia-Olivenbaum, den Monte Verità-Stiftungsdirektor Claudio Rossetti (links) in seinen Garten gepflanzt hat. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Hans Erni freut sich über den Olympia-Olivenbaum, den Monte Verità-Stiftungsdirektor Claudio Rossetti (links) in seinen Garten gepflanzt hat. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Es ist ein Symbol des Friedens und dem Respekt vor Menschenrechten», erklärte Stiftungsdirektor Claudio Rossetti, der früher als Marketingleiter im Verkehrshaus der Schweiz tätig war. Dann pflanzte er anlässlich einer kleinen Feier, der unter anderen Verkehrshaus-Direktor Henry Wydler und Erni-Biograf Karl Bühlmann beiwohnten, den Olivenbaum gleich neben einer grossen Erni-Skulptur zwischen Eselstall und Wohnhaus. «Nur fünf solche Bäume aus der antiken Oliventplantage im griechischen Kastro sind in die Schweiz gekommen», erzählte Rossetti weiter. «Sie stehen auf den Brissago-Inseln, auf dem Monte Verità in Ascona, im Jugendsportzentrum von Tenero und im Tibetischen Zentrum von Rikon.» Und jetzt beim 100-jährigen Hans Erni, der sich sichtlich freute: «Das ist eine tolle Geste, die mich sehr ehrt. Vielen herzlichen Dank!»

Projekte in fünf Ländern
Seit sechs Jahren kümmert sich die Stiftung Monte Verità um Kulturprojekte, die sich dem Frieden und dem Respekt der Menschenrechte auseinandersetzen. Dank einer engen Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Institutionen konnten bisher wichtige Projekte in Tibet, Tschetschenien, Georgien, Palästina und Afghanistan realisiert werden. Die Stiftung hat die schönen Olivenpflanzen, die bis zu 250 Jahre alt werden, im vergangenen Olympia-Jahr von Peking erhalten. Jetzt hat auch das letzte Schweizer Bäumchen ihren Platz gefunden. «Es macht sich sehr, sehr gut in unserem Garten», freute sich auch Doris Erni, die sich wie immer zusammen mit Haushalthilfe Daniela Barmettler liebevoll um ihren Mann und die Gäste kümmerte.

Sport als Menschenrecht
«Sport ist ein Menschenrecht», erklärte Claudio Rossetti in einer kurzen Ansprache zur Feier des Tages. «Die 1914 geschaffene Olympiaflagge mit ihren fünf Ringen will die Verbindung der fünf Kontinente darstellen. Sport kann auch ein Instrument der Friedensförderung sein.» Es sei kein Spektakel, wie es uns einige Politiker glauben machen wollten. Sondern vielmehr sei es ein Bereich des täglichen, realen Lebens. Erni habe während seiner «langen und reichen» Karriere gezeigt, dass es in der Kunst nicht nur um Schönheit gehe, sondern dass die Kunst auch der kulturellen Vermittlung diene. «Erni hat sich für die Förderung des Sports und der Menschenrechte verdient gemacht. Deshalb geht der letzte der fünf Olivenbäume als Instrument und Symbol des Friedens jetzt an ihn», schloss Rossetti.

André Häfliger