HANSI HINTERSEER: «Ich bin kein politischer Mensch»

Als Schlagersänger ist er noch viel erfolgreicher geworden als er es als Skirennfahrer war. Sonnyboy Hansi Hinterseer, am Donnerstag Stargast am Volks-Schlager Open Air in Zofingen, spricht im Interview über sich, seine Familie und seine Zukunft.

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Hansi Hinterseer bei einem Konzert in der Luzerner Swisslife Arena.(Bild André Häfliger/Neue LZ)

Hansi Hinterseer bei einem Konzert in der Luzerner Swisslife Arena.(Bild André Häfliger/Neue LZ)

Hansi Hinterseer, der Marathon-Läufer im Singen, Schauspielern und Moderieren. Wann hatten Sie letztmals Ferien?

Hansi Hinterseer: Ferien gehören bei uns dazu, Zeit für die Familie ist mir wichtig. Vor einem Monat waren wir eine Woche an der Côte d' Azur am Meer. Wir verbringen im Sommer aber auch stets einige Ferientage hier im schönen Kitzbühel, wo ich in der herrlichen Natur richtig abschalten und auftanken kann.

Warum nennen Sie sich Hansi? Das ist, zumindest in der Schweiz, ein Bubenname.

Hnterseer: Naja, das ist ein Name wie etwa Jimmy oder Johnny. Ich war immer, schon als Bub, der Hansi – und der bleibe ich auch.

Ist der Schlagerstar Hansi Hinterseer identisch mit dem «Normalo» Hansi Hinterseer?

Hinterseer: Ja, denn ich bin so, wie ich bin und brauche mich – etwa als naturverbundener, bodenständiger Bursche – in keiner Weise zu verstellen, auch auf der Bühne nicht.

Wie gestaltet sich ein ganz normaler Tag von Ihnen?

Hinterseer: Ich war schon immer ein Frühaufsteher, vor allem zu meiner aktiven Zeit als Skirennfahrer. Da musst du früh raus aus den Federn, wenn du die Skipisten gut kennen willst. Sonst sieht mein Alltag ganz verschieden aus, je nachdem, wo ich gerade bin, welche Auftritte gerade anstehen, ob Fernsehsendungen oder Konzerte vorbereitet werden oder ob ich Freizeit habe. Ich mache gern Sport. am liebsten draussen in der Natur. Eines ist fix: Langweilig wird es mir nie!

Was macht sie grantig?

Hinterseer: Es kommt sehr selten vor, dass ich grantig werde. Ich würde mich als recht ausgeglichenen Mensch bezeichnen. Ab und an ärgern mich gewisse Meldungen in den Medien, die wirklich jeder Grundlage entbehren und völlig aus der Luft gegriffen sind. Aber da muss man einfach drüber stehen.

Welches sind die Schattenseiten des Sonnyboys Hansi?

Hinterseer (schmunzelt): Ja es gibt sie, wenn ich hinter dem Haus stehe und dort Schatten ist. Im Ernst: Ich bin grundsätzlich ein sehr positiv eingestellter Mensch, versuche in allem das Gute zu sehen und bin mit dieser Einstellung bisher gut durchs Leben gekommen. Sicher habe auch ich meine kleinen Ecken und Kanten, aber diese verrate ich natürlich nicht.

Denken Sie schon mal ans Aufhören, etwa ans Pensionsalter in neun Jahren?

Hinterseer: Momentan denke ich sicher noch nicht daran. Aber wie beim Sport wird einmal der Zeitpunkt kommen, an dem ich mich aus dem Musikgeschäft zurückziehen werde, das ist eine ganz normale Entwicklung. Aber solange ich soviel Freude und Spass bei meiner Arbeit empfinden darf, geniesse ich dies in vollen Zügen.

Was möchten Sie bis dahin noch erreichen? Haben Sie noch Ziele, Visionen?

Hinterseer: Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Es geht eigentlich mehr ums Erhalten. Denn ich habe das Glück, mit dem Wissen tätig sein zu dürfen, das machen zu dürfen, was mir Freude bereitet und auch anderen Freude bringt. Das allein kann mir niemand mehr nehmen, das trage ich in mir. Ich wünsche mir daher, dass alles so bleibt wie es ist, dass ich gesund bleibe und das alles so wunderbar weiter funktioniert wie bisher.

Im Skisport gibt es eine grosse Rivalität zwischen Österreich und der Schweiz. Und in der Schlagerszene? Sind da alle ein Herz und eine Seele?

Hinterseer: Diese sportliche Rivalität beflügelt die beiden Nationen mitunter ganz schön! Nun, alles ein Herz und eine Seele in der Schlagerszene trifft es nur bedingt. Ich würde eher sagen, dass da ein grosser Respekt voreinander ist. Jede und jeder weiss, wie schwierig es ist, erfolgreich auf der Bühne zu stehen. Private Freundschaften untereinander sind in der Szene eher selten. Allein deshalb, weil private Treffen rein zeitlich schwierig neben den zahlreichen beruflichen Verpflichtungen zu organisieren sind. Aber ehrliche Sympathien unter Kollegen, die sind natürlich schon da.

Welches ist die wichtigste Botschaft, die Sie Ihren Fans mit auf den Weg geben?

Hinterseer: Ich bin froh und dankbar, dass ich das machen darf, was mir Spass macht und möchte den Menschen einfach möglichst viel Freude bringen. Mein Motto: Leben und leben lassen.

Rein äusserlich scheint der Alterungsprozess an Ihnen vorbei zu gehen. Welches sind denn Ihre Rezepte?

Hinterseer: Nun, ich lebe sehr diszipliniert, trinke nicht, rauche nicht und bewege mich sehr viel in der Natur, treibe regelmäßig Sport. Ich esse möglichst ausgewogen, viel Obst, gerne auch mal ein Wienerschnitzel oder zu Hause italienische Pasta. Meine Frau ist eine hervorragende Köchin.

Würden Sie sich selber als eitel bezeichnen?

Hinterseer: Nein, ganz und gar nicht. Ich achte einfach nur auf mich, auf meine Gesundheit.

Wie oft stehen Sie noch auf den Ski?

Hinterseer: Im Winter möglichst jeden Tag. Sonst spiele ich Golf, Fussball, Tennis und fahre auch Wasserski.

Als Hobby nennen Sie auch Malen. Was malen Sie denn so?

Hinterseer: Aus Zeitgründen kommt das Malen in letzter Zeit ein wenig kurz. Meine Sujets sind ganz unterschiedlich, möglichst vielseitig eben, auch in den Farben, wobei ich am liebsten Pastelltöne mag.

Was raten Sie Sportlern zu tun, um nach dem Sport eine so erfolgreiche Karriere zu lancieren wie Sie?

Hinterseer: Einen Ratschlag zu geben, ist da schon sehr schwierig. Denn jede und jeder ist da ja anders. Einer ist froh, wenn es vorbei ist mit dem Sport – dann muss er sich in ganz anderen Bereichen umschauen. Der andere bleibt lieber noch weiter dem Sport verbunden und wird sich in diesem Umfeld beruflich neu orientieren. Die neue Aufgabe sollte einem Freude bereiten. Das findet sich meistens schon. Das Problem ist, dass du dich während der aktiven Zeit als Spitzensportler kaum um deine spätere Lebenssituation kümmern kannst, denn all deine Gedanken und Aufwendungen sind auf den Sport fokussiert, wenn du dauerhaft reüssieren willst.

Welche Chancen räumen Sie der Zuger Sängerin Yasmine-Mélanie Wyrsch («Amore Fantastico») am Final des GP der Volksmusik Ende August in Wien ein?

Hinterseer: Nun, sie ist mir als erfolgreiche Newcomerin natürlich auch bekannt. Einige Schweizerinnen und Schweizer haben sich bisher sehr gut durchgesetzt, da bin ich zuversichtlich.

Wollten Sie immer Skirennfahrer und Schlagersänger werden? Oder hatten Sie auch andere Berufsziele?

Hinterseer: Skirennläufer zu werden, das war mein festes und einziges Ziel. Dass ich einmal Sänger werde, war nicht geplant, das war ein glücklicher Zufall. Ich bin ja im Sport gross geworden, gesungen und musiziert habe ich allerdings schon immer gern.

Würde Sie ein politisches Amt reizen?

Hinterseer: Nein, ganz und gar nicht. Ich bin kein politischer Mensch. Ich erreiche doch auch so viele Leute, meine Botschaft sind meine Lieder.

Welche Musik hören Sie privat?

Hinterseer: Eigentlich alle Musikrichtungen, einzig die Klassik liegt mir nicht so sehr. Vom Schlager über die Volksmusik bis hin zu Country, Rock-Pop und Soul.

Was sagen Sie zu Leuten, welche die Schlager- oder Volksmusik eher belächeln?

Hinterseer: Jedem das Seine, die Geschmäcker sind ja – zum Glück – ganz verschieden! Es wäre doch sehr öde und langweilig auf dieser Welt, wenn alle und alles ganz gleich wäre?

Wie haben Sie eigentlich Ihre Schweizer Ehefrau Romana kennengelernt?

Hinterseer: Das war noch in meiner Zeit als Skirennfahrer. Sie ist in Bellinzona geboren, in Gstaad und Bern lernten wir uns kennen. Dort lebte sie damals. 1986 haben wir zivil, 1990 dann kirchlich geheiratet – und sind nach wie vor sehr glücklich zusammen.

Was machen Ihre Töchter Jessica und Laura?

Hinterseer: Sie haben beide die Matura erfolgreich abgeschlossen und arbeiten unter anderem bei uns im Geschäft mit, was uns natürlich freut und auch stolz macht.

Verstehen Sie Schweizerdeutsch, sprechen Sie es selber auch?

Hinterseer: Verstehen tue ich es ziemlich gut, selber sprechen – weniger.

Wie oft sind Sie in der Schweiz? Auch privat?

Hinterseer: Oh ja, wir sind sehr oft in der Schweiz, gehen privat die Familie und Freunde in Gstaad oder Bern besuchen. Es gibt so viele wunderschöne Plätze in der Schweiz. Wir kommen wirklich immer sehr gerne in dieses schöne Land, auch an andere Orte, der Zentralschweiz oder auch im Mittelland – alles ist landschaftlich reizvoll uns wir werden stets herzlich aufgenommen!

In «Happy Day» des Schweizer Fernsehens durfte einmal eine Frau aus Luzern, die alle ihre Kinder und beide Beine verloren hat, ihren Lieblingsstar Hinterseer treffen. Für sie ging ein Traum in Erfüllung. Wie ist das, zu spüren, wenn man Menschen mit Musik dermassen glücklich machen kann?

Hinterseer: Das ist für mich der schönste Lohn, den es geben kann, absolut! Und die Begegnung mit dieser Frau werde ich natürlich nie vergessen. Sie hat mich tief im Herzen berührt – und ich bin froh, dass ich ihr diese Freude bereiten durfte.

Was bedeutet Ihnen der Auftritt am Volks-Schlager Open Air am 12. August in Zofingen?

Hinterseer: Dieser Auftritt ist auch für mich bereits eine Tradition. Ich freue mich wahnsinnig, in Zofingen auf der Bühne zu stehen, weil dort immer eine aussergewöhnlich gute, fröhliche Stimmung herrscht. Zudem ist dieser Event seit jeher ganz toll und sehr professionell organisiert – eine wahre Freude für alle Fans und Beteiligten!

Welches sind Ihre nächsten grösseren Projekte?

Hinterseer: Das sind die Wanderung mit meinen Fans am 19. August hier bei uns in Kitzbühel und die anschliessenden Open Air Konzerte am 20. und 21. August. Im September stehen dann drei grosse TV-Auftritte an: «Immer wieder Sonntags» am 5. September, der «Musikantenstadl» in Bozen am 18. September sowie der «Fernsehgarten» am 26. September. Und wer beim grossen Hansi Hinterseer Open Air in Kitzbühel nicht live dabei sein konnte, der kann am 04. September bei ARD und ORF2 einschalten und am Bildschirm mitfeiern.

Zum Schluss haben Sie noch einen ganz persönlichen Wunsch offen?

Hinterseer: Ich habe nur einen Wunsch, den ich indes allen Menschen wünsche: Gesund und munter bleiben!

Interview: André Häfliger / Neue LZ