HEIRASSA-FESTIVAL IN WEGGIS: Über 2000 Fans wollten Pepe und Carlo hören

Sonne, Musik vom Feinsten und eine Weltpremiere mit Pepe Lienhard – das waren am Wochenende die herrlichen drei Tage des 5. Heirassa-Festivals in Weggis.

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Gaben alles: Pepe Lienhard (links) und Carlo Brunner. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Gaben alles: Pepe Lienhard (links) und Carlo Brunner. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Am Sonntagmorgen gab es beim «Pavillon am See» kein Durchkommen mehr. Der Höhepunkt des diesjährigen Festivals, das jährlich die Erinnerungen an die legendäre Heirassa-Kapelle wach hält, war angesagt: Der erste gemeinsame Auftritt der Schwyzer Super-Ländlerkapelle von Carlo Brunner (54) mit der Aargauer Bandleader-Ikone Pepe Lienhard (63). Unter dem Motto «Swing goes Heirassa» liessen die sieben Musiker bei dieser Weltpremiere bodenständige Volksmusik mit coolem Swing ineinander verschmelzen. Und zwar nicht in traditionellen Trachtkostümen. Nein, die beiden Stars traten mit ihren Musikern Philippe Mettler (Klarinette, Sax), Martin Nauer (Akkordeon), Schöff Röösli (Piano), Roman Wanner (Bass) und Rolf Müller (Schlagzeug) in edlen, schwarzen Fracks auf.

Diese Mischung, diese Show, dieses Experiment – es kam gewaltig an bei den weit über 2000 Fans: Anderthalb Stunden liessen sie sich immer wieder zu jubelndem Applaus hinreissen, am Schluss gab es sogar stehende Ovationen! Herrlich etwa, wie der Glenn-Miller-Welthit «In the Mood» und der «Susi-Fox» von Heirassa-Mitbegründer Kaspar Muther im Brunner-Arrangement zu «Susi in the Mood» mutierte. «Wir waren beide nervös», gaben sowohl Brunner wie auch Lienhard zu. «Aber es hat mächtig Spass gemacht und wir fühlen uns beide sehr geehrt.» Schmunzeld fügte Lienhard, der mehrmals auf diese Premiere hin probte («Letztmals kurz vor dem Auftritt in der Park Hotel-Suite»), hinzu: «Mir ist schon aufgefallen, dass die Brunner-Boys weniger auf die Noten schauen musste als ich?»

Ein Experiment mit Zukunft?
Es hat sich gelohnt: Die Begeisterung unter den Gästen war riesig. «Ich hätte nicht gedacht, dass sich Volksmusik und Swing so toll kombinieren lassen», sagte Pepe Lienhards Lebenspartnerin Christine Köhli. «Kompliment! Es gab ein Ohrenschmaus nach dem anderen», attestierte Fussball-Legende Timo Konietzka, der mit seiner Ehefrau Claudia heute in Brunnen den Gasthof Ochsen führt. Stolz durfte Brunners Vater Ernst miterleben, dass sein Sohn nicht nur ein toller Musiker und Produzent, sondern auch ein begnadeter Arrangeur ist. Und Carlos Schwester Maja attestierte: «Das war ein absoluter Gewinn, ein fantastischer Farbtupfer im ganzen Festival.» Ein Experiment mit Zukunft? «Es bleibt vorläufig eine einmalige Sache», erklärte Carlo Brunner. «Aber in privatem Rahmen kann ich mir Wiederholungen schon vorstellen. Zwei Anfragen haben wir jedenfalls schon.»

André Häfliger 

Impressionen vom Festival: