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Heitere Openair - ein Zeichen des Abschieds

Reporter Kilian Küttel über das Heitere Openair in Zofingen.
Kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch
Die Besucher haben ihre Spuren hinterlassen: der Zeltplatz beim Heitere – eine Woche nach dem Open Air. (Bild: Roger Grütter (Zofingen, 21. August 2017))

Die Besucher haben ihre Spuren hinterlassen: der Zeltplatz beim Heitere – eine Woche nach dem Open Air. (Bild: Roger Grütter (Zofingen, 21. August 2017))

Früher war es der Höhepunkt des Jahres: das Sommerlager mit der Jungwacht. Unbeschreiblich diese Vorfreude auf zwei Wochen zelten im Wald, Lagerfeuer, schnitzen und dreckig sein.

Im Laufe der Jahre kamen viele Erinnerungen zusammen. Ein Erlebnis blieb besonders haften. Nämlich das Zeltaufstellen an Tag eins: Was im ersten Lager noch eine mühsame Übung war – vor allem für unseren Leiter, der die Arbeit mehrheitlich selber erledigen musste –, wurde mit der Zeit zu einer routinierten Angelegenheit. Jeder in der Gruppe kannte seine Aufgabe. Einige holten das Stroh, die anderen schlugen die Heringe ein, die Dritten krochen ins Zelt, um die Stangen zu platzieren und den Giebel aufzurichten. Wir waren ein eingespieltes Team, wir haben funktioniert.

Ob als Achtjähriger im ersten Lager oder später als Leiter einer Gruppe – stand das Zelt einmal, war jeder ein bisschen stolz. Die Hände in die Hüften gestemmt, betrachteten wir unser Werk. Und wussten: Das ist unser neues, selbst errichtetes Zuhause.

Nebst dem Aufbau gab es noch ein weiteres Ritual, das sich in die Erinnerung eingebrannt hat. Nicht aus Freude, vielmehr aus Trauer. Es war der Zeitpunkt, an dem das Zelt abgebaut, geputzt und wieder verstaut werden musste. So war besiegelt, was jeder wusste, aber keiner wahrhaben wollte: Das Lager war vorbei. Und damit die Zeiten des Zeltens, der Lagerfeuer und des Dreckigseins.

Zeuge dieses traurigen Aktes war jeweils der Lagerplatz. Die hellen Flecken am Boden, wo die Zelte gestanden waren, belegten unser Wirken. Und waren Zeichen des Abschieds.

Dass nicht nur die Sommer­lager der Jungwacht Gersau einem Gelände den Stempel aufdrücken, beweist dieses Luftbild des Heiternplatzes. Aufgenommen hat es unser Fotograf Roger Grütter eine Woche nach Ende des dreitägigen Open Air.

Jedes Jahr pilgern Zehntausende auf den Zofinger Hausberg. Sie feiern, zelten und sind dreckig. Dann gehen sie wieder. Was bleibt, sind die Spuren der Zelte. Aber nach wenigen Wochen erholt sich das Gelände. Aus dem Hellbraun wird wieder Grün – und aus dem Zeichen des Abschieds wird ein Versprechen für die Zukunft.

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

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