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«Ich vermisse mein Einzelbüro nie»

Nachgefragt
Pascal Meyer, Head of Engineering & Projects bei Roche in Rotkreuz

Pascal Meyer, Head of Engineering & Projects bei Roche in Rotkreuz

Rund 2600 Angestellte arbeiten bei der Roche Diagnostics International AG in Rotkreuz ZG, einem führenden Anbieter diagnostischer Systemlösungen für Kliniken, Labors und Praxen. Wir sprachen mit Pascal Meyer, Head of Engineering & Projects, über die Erfahrungen von Roche in Rotkreuz mit dem knapp einjährigen Pilotprojekt zu «Alternative Workspace» – sprich mit einer offenen Bürowelt ohne fixe Arbeitsplätze.

Pascal Meyer, wieso ein Open Office bei Roche? Um den Raum besser zu nutzen? Um mit der Zeit zu gehen?

Wir haben bei Roche in Rotkreuz schon seit mehreren Jahren Grossraumbüros. Die Mitarbeitenden sind es gewohnt, in dieser Umgebung zu arbeiten und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Seit April 2017 läuft der erste Pilot mit dem Alternative-Workspace-Konzept, das laufend erweitert wird. Mitarbeitende haben keine fixen Arbeitsplätze mehr, sondern arbeiten je nach Aufgabe am bestgeeigneten Ort: im Grossraumbüro, in Ruhezonen, in verschieden Arten von Sitzungszimmern oder auch von zu Hause aus. Zweckmässige, flexible Arbeitsplätze berücksichtigen persönliche Bedürfnisse und geschäftliche Ziele gleichermassen. So konnten dank optimierter Flächennutzung die Liegenschaftskosten gesenkt und die Arbeitseffizienz gesteigert werden.

Wie fallen bislang die Rückmeldungen der Angestellten aus?

Erste Erfahrungen zeigen: Die Mitarbeitenden identifizieren sich weniger mit einem konkreten Arbeitsplatz, da sie auch keine persönlichen Gegenstände mehr aufstellen können. Andererseits können sie jederzeit den Arbeitsplatz wählen, der für die aktuelle Aufgabe am besten geeignet ist. Je nach Art der Arbeit, ob im Team oder individuell, können offene Kommunikationszonen und Arbeitsplätze, aber auch geschlossene Ruheräume, Telefonkabinen, Konzen­trationsräume etc. genutzt werden. 90 Prozent der Mitarbeitenden sind zufrieden mit dem Angebot, von ausreichend bis ausgezeichnet. 80 Prozent finden die Wirkung des Büros bezüglich Unternehmenskultur und -identität unterstützend.

Welche Bereiche werden am häufigsten genutzt?

Interessanterweise werden die normalen Arbeitsplätze im Open Office am häufigsten genutzt. Die Mitarbeitenden wollen sich nicht verstecken und fühlen sich bei den Kolleginnen und Kollegen am wohlsten.

Gibt es mehr Krankmeldungen seither? Gemäss Studien wird man im Grossraumbüro häufiger krank.

Wir haben bis anhin noch keine Veränderungen bei den Absenzen registriert. Wie erwähnt arbeiten die Mitarbeitenden bei Roche bereits seit längerem in Grossraumbüros. Im Weiteren fördern wir die Gesundheit der Mitarbeitenden aktiv mit Kampagnen und Angeboten, wie einem breiten Freizeitangebot.

Hat jeder seinen eigenen Laptop?

Mitarbeitende, welche in einem Open Office arbeiten, verfügen über einen persönlichen Laptop, Tastatur, Maus und Mobiltelefon. So fördern wir ein flexibles Wirken und ermöglichen den Mitarbeitenden, intern und extern überall zu arbeiten: im Büro, zu Hause oder anderswo auf dem Roche-Campus.

Wird im Grossraumbüro öfter geputzt zum gesundheitlichen Schutz der Angestellten?

Über die persönlichen Arbeitstools wie Laptop, Tastatur, Maus und Mobiltelefon hinaus stellen wir allen Mitarbeitenden Reinigungstücher zur Verfügung. Auch die Reinigungsintervalle der geteilten Arbeitsplätze wurden erhöht.

Hat die Kollegialität im Open Office zugenommen? Oder hat sie eher abgenommen?

Die ersten Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Kollegialität wohl eher zugenommen hat. Der Arbeitsplatz wird je nach Aufgabe gewählt, was zu einer besseren Durchmischung und mehr Interaktion mit unterschiedlichen Kollegen und Kolleginnen führt. So kann ein Team für ein bestimmtes Projekt möglichst nahe Arbeitsplätze wählen und nahtlos zusammenarbeiten.

Wie fühlen sich die Chefs ohne eigenes Büro?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Am Anfang stellen sich viele Fragen, man weiss nicht, was auf einen zukommt. Wie organisiere ich Mitarbeitergespräche, und wo kann ich vertrauliche Sitzungen durchführen? Nach einem Jahr in der neuen Arbeitsumgebung vermisse ich mein Einzelbüro nie. Für private Telefonate nutze ich die Telefonkabine, für Mitarbeitergespräche einen Private Room oder im Sommer auch den Platz draussen auf dem Campus. Ich empfinde es als befreiend, morgens einen aufgeräumten Büroplatz vorzufinden und so frisch in den neuen Tag zu starten. (sh)

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