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IM SCHNEE: Winterspass ohne Rambazamba

Es müssen nicht immer die meisten Pistenkilometer, die schicksten Hotels oder die grössten Après-Ski-Bars sein. Auch in kleineren und weniger bekannten Bergorten lassen sich erlebnisreiche und sportlich aktive Winterferien verbringen.
Robert Wildi
Unterwegs in Celerina auf dem 150-Kilometer-Loipennetz im Engadin. (Bild: Romano Salis/swiss-image.ch)

Unterwegs in Celerina auf dem 150-Kilometer-Loipennetz im Engadin. (Bild: Romano Salis/swiss-image.ch)

Robert Wildi

Der Winterjetset trifft sich in St. Moritz, Crans-Montana, Gstaad oder Kitzbühel. Jugendliche Snowboarder und Freerider nehmen Laax, Davos, Engelberg und Verbier in Beschlag. Für jede Zielgruppe gibt es eine Handvoll Topmarken am Berg, die man kennt und mit den jeweiligen Angeboten assoziiert. Doch wohin fahren Wintertouristen, die von allem ein bisschen mögen, den Rummel eher scheuen und dennoch hohe Ansprüche geltend machen? Auch für sie gibt es passende Destinationen, etwas kleiner vielleicht oder in der Bekanntheitsskala aussen vor, deshalb aber nicht weniger attraktiv. Es kommt immer auf die Optik und Bedürfnisse an. Nachfolgend drei Destinationstipps aus drei Ländern für Winterferien, in denen man kaum seinen Nachbarn antrifft.

Langlaufperlen ohne Allüren

La Punt/Celerina Am Fusse des Albulapasses, im sonnigen Hochtal des Oberengadins, liegt das 700-Seelen-Dorf ­ La Punt. Von seiner einstigen Zentrumsfunktion für den Handel in der gesamten Region zeugen heute noch diverse herrschaftliche Engadiner Bauern- und Patrizierhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Klein, aber fein ist hier der Tourismus, der sich im Winter vor allem auf den Langlaufsport konzentriert. La Punt liegt direkt am 150-Kilometer-Loipennetz, welches das Engadin zum Eldorado für den nordischen Skisport macht.

Mit dem Massentourismus in St. Moritz oder Pontresina ist hier nichts vergleichbar. La Punt hat weder Glamour noch protzigen Luxus zu bieten, dafür umso mehr Beschaulichkeit und Ursprünglichkeit. Dass sich diese gleichwohl auf einem hohen Niveau bewegen, zeigt sich im einzigen Hotel des Ortes, der soeben aufwendig renovierten «Krone» mit ihren 17 Gästezimmern und 15 Gault-Millau-Punkten. Hier kann man im gemütlichen Ambiente entspannen und geniessen. Das neu geschnürte Package «Langlauf-Training in der Krone» bietet Gästen für total 455 Franken zwei Übernachtungen mit Frühstück im Doppelzimmer, neben dem freien Loipenzugang eine Stunde Privatunterricht in der Skating- oder Klassisch-Technik, dazu Testski-Möglichkeiten sowie ein mehrgängiges Abendessen in einer herrlich nach Holz duftenden Arvenstube.

Auch Skifahrer und Snowboarder kommen in La Punt nicht zu kurz. Das nahe gelegene Skigebiet Zuoz ist in wenigen Fahrminuten zu erreichen, verfügt über fünf Liftanlagen und zehn Abfahrten, darunter auch schwarze Pisten. Die Tageskarte kostet 56 Franken, für Kinder 26 Franken. In La Punt selber können Kids an einem Tellerlift mit kleiner Piste üben, für die ganz Kleinen steht ein Zauberteppich bereit.

Dazu gibt es vor Ort weitere Winteraktivitäten wie eine Fahrt auf der 3-km-Schlittelbahn am Albulapass (Fussmarsch zum Start), eine Curling-Partie auf dem Feld von La Punt Chamues-ch, Eislaufen auf dem Eisweg entlang des Inns im benachbarten Madulain oder ­diverse Skitouren in der Region.

Wer ebenfalls eine ruhigere Ferienlage abseits des St. Moritzer Rummels sucht, gleichwohl aber vom direkten Zugang zum gesamten Skigebiet Corviglia mit seinen über 100 Pistenkilometern profitieren will, checkt vorzugsweise in Celerina ein. Der kleine Ort bietet insgesamt zwölf Hotels. Praktisch auf Ski bis in die Lobby hinein fährt man im Viersternhaus Cresta Palace, welches direkt an der Bergbahn Marguns liegt und zudem über ein eigenes Kinderskiland auf dem Hotelgelände verfügt. Im Hotel drin befindet sich ein kleines Sportzentrum «Staziun da Basa», Wachsservice, Lehrer-Miete und Verleih von Komplettausrüstungen für Alpinski und Langlauf. Denn auch Celerina liegt direkt am Engadiner Loipenparadies.

Ein Abstecher ins Engadin lohnt sich für Wintersportler zurzeit besonders. Nach den üppigen Schneefällen der letzten Wochen ist erstmals seit zwei Jahren die zehn Kilometer lange Diavolezza-Gletscherabfahrt in Pontresina geöffnet, die Alpinskifahrer mit Normalspeed während 45 Minuten durch eine Wildnis aus Schnee und Eis führt. Dazu ein aktuelles Highlight für Langläufer: Zum 50-Jahr-Jubiläum des «Engadin Skimarathons» wurde Anfang Februar auf Muottas Muragl (2500 m ü. M.) eine exklusive Panorama-Loipe für Skater gespurt, die noch bis am 10. März zugänglich ist.

Fazit: La Punt und Celerina bieten alles, was die Faszination des Engadins ausmacht, ausser den Glamour von St. Moritz. Wer diesen auch gar nicht sucht, fühlt sich hier pudelwohl. www.engadin.stmoritz/winter/de/lapunt/

Gegenstück zu Ischgl, Sölden und Co.

Pitztal Im Gegensatz zum Euro stehen Winterferien in Österreich gerade hierzulande seit Jahren hoch im Kurs, was unmittelbar zusammenhängt. Die grössten Schweizer Wintersportlerkolonien zieht es dabei in Destinationen wie Ischgl, Lech-Zürs, Sölden, Montafon oder St. Anton. Nicht nur günstigere Preise ziehen viele magnetisch an, sondern auch die besondere Art der östlichen Nachbarn, Wintersport mit Après-Ski in Rambazamba-Manier zu vermengen. Ganz anders als diese einschlägigen Partymekkas präsentiert sich das Pitztal. Das 40 Kilometer lange südliche Seitental des Inntals steht für einen ruhigeren und unverbrauchten Tourismus. Die ­Anfahrt per Auto oder Bus erfolgt via ­Abzweiger in Imst, bis wo man aus der Schweiz mit der Bahn hinkommt.

Sowohl für passionierte Skifahrer wie auch Langläufer gilt das Pitztal als Geheimtipp, weil die Saison auf dem lokalen Gletscher (3440 m ü. M.) früh beginnt und lange dauert. Das Skigebiet Pitztaler Gletscher offeriert 41 Pistenkilometer und zwölf Liftanlagen. Die Gletscherloipe eignet sich vor allem für ambitionierte Langläufer zum Frühtraining. Auch in tieferen Lagen wird den Wintersportlern etwas geboten. Das Skigebiet Hochzeiger (1450 bis 2450 m ü. M.) umfasst weitere 40 Pistenkilometer, das gesamte Loipennetz am Gletscher, im Tal sowie um den lokalen Riffelsee erstreckt sich über 70 Kilometer. Ein Skipass für das gesamte Pistennetz (81 Kilometer) kostet je nach Saison zwischen 46 und 50 Euro für Erwachsene sowie 27 bis 29 Euro für die Kinder. Die Nutzung der Loipen ist kostenlos, abgesehen von den Höhenloipen (Gletscher und Riffelsee), für die man ein «Bergbahnticket Langlauf» für 21 bis 32 Euro kaufen muss.

Das Übernachtungsangebot im Pitztal besteht aus 8100 Hotelbetten. Neben 16 Viersternbetrieben gibt es auch Hotels im tieferen Segment, dazu Gasthöfe, Pensionen, Privatzimmer und Ferienwohnungen sowie einen Campingplatz. In der Preisspanne von 25 Euro ohne Mahlzeiten bis 180 Euro inkl. Halbpension ist für jedes Bedürfnis etwas vorhanden. Ein Tipp für Sportler und Geniesser von gutem Essen ist das Hotel Vier Jahreszeiten (4*), das nahe bei der Talstation der Gletscherbahn sowie unmittelbar an der Langlaufloipe liegt.

Das Après-Ski- und Nachtleben gestaltet sich im Pitztal, abgesehen von der einen oder anderen Adresse, unaufgeregt ruhig, was dem Geist der meisten Gäste entspricht. Viel lieber geniessen diese einen vollbepackten Erlebnistag am Berg, zum Beispiel in einem der ­ 45 lokalen Eisklettergebiete, auf der Pitztaler Rodelbahn, einer Pferdeschlittenfahrt oder beim Winterwandern.

Fazit: Das Pitztal bietet Natur pur ohne viel Nebengeräusche. Hierher kommen aktive Feriengäste, welche beim Aktivitätsprogramm Abwechslung suchen und auch Ruhe geniessen wollen. www.pitztal.com

Grosser Sport in hochalpiner Lage

Livigno Winterferien in Italien? Ein gute Variante, zumal Livigno mit seiner Höhenlage auf 1816 Meter über Meer schneetechnisch ein sicherer Wert ist. Erreichbar ist die lombardische Destination im Zollausschlussgebiet der Europäischen Union via das bündnerische Zernez. Von dort führt die Strasse in Richtung Ofenpass durch den einspu- rigen Munt-La-Schera-Tunnel, hinter dem die italienische Landesgrenze überquert wird.

Das langgezogene Livigno erstreckt sich über neun Kilometer und zieht viele Sportler und Nationalmannschaften fürs Höhentraining an. Allen voran Langläufer, die vor Ort 30 Kilometer ­präparierte Loipen vorfinden, wovon ein Teil jedes Jahr jeweils rekordfrüh schon im Oktober befahrbar ist. Für Touristen ist das gesamte Loipennetz kostenlos benutzbar. Alpin-Skifahrer finden in Livigno 115 Kilometer präparierte Pisten, die sich überwiegend im roten und blauen Schwierigkeitsgrad befinden und sehr familienfreundlich sind. Fortgeschrittene Fahrer können aus zwölf schwarzen Pisten auswählen. Preis für die Tageskarte im gesamten Gebiet: 47 Euro in der Hochsaison (3. Februar bis 1. April), ­ 34 Euro für Kinder unter 6 Jahren. Ende Januar sowie Mitte März werden in Livigno jeweils «Family Weeks – Kids Go Free»-Wochen geboten, in denen pro Familie ein Kind bis 12-jährig von Unterkunft über Skipass und -ausrüstung bis zum Eintritt in den riesigen Wasserpark (Aquagranda Slide & Fun) Gratisferien verbringt. Das zweite Kind unter zwölf bezahlt 50 Prozent. Weitere Aktionen mit Gratis-Skipässen ab vier Übernachtungen gibt es ab Anfang April. Die Skisaison in Livigno dauert jeweils bis zum 1. Mai.

Übernachtungsmöglichkeiten bieten vor Ort 150 Hotels vorwiegend im 3*- und 4*-Bereich sowie insgesamt 1500 Zweitwohnungen. Die Preise pro Person inkl. Frühstück liegen in einem relativ moderaten Bereich: ab 75 Euro im 3*-Hotel, ab 110 Euro im 4*-Hotel. Mit 250 Duty-Free-Geschäften, zahlreichen gemütlichen Restaurants, Bars und Pizzerien gibt es in Livigno auch abseits der Pisten einiges zu erkunden.

Fazit:Livigno ist nicht klein, strahlt aber viel Ursprünglichkeit und Bodenständigkeit aus. Ideal für aktive Sportler und Familien. www.livigno.eu/de/

Auf einer Familien-Schlittelpartie im Pitztal. (Bild: Robert Pupeter/Tirol Werbung)

Auf einer Familien-Schlittelpartie im Pitztal. (Bild: Robert Pupeter/Tirol Werbung)

Abfahrten inmitten der Berge. Hinauf nach Livigno zieht es auch viele Langläufer – auch zum Höhentraining. (Bild: Getty)

Abfahrten inmitten der Berge. Hinauf nach Livigno zieht es auch viele Langläufer – auch zum Höhentraining. (Bild: Getty)

Bild: Grafik: LZ

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