Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

INFEKTION: Masernimpfung erhält Auftrieb

In Berlin stirbt ein Kind an Masern. In der Schweiz ist nicht die Einschleppung des Virus das Problem, sondern die tiefe Impfrate.
Sarah Weissmann
Masern: Das müssen Sie wissen. (Bild: Quelle: DPA, Grafik: Oliver Marx)

Masern: Das müssen Sie wissen. (Bild: Quelle: DPA, Grafik: Oliver Marx)

Dass ein Kind an Masern stirbt, ist eine Seltenheit. Trotzdem ist genau das am vergangenen Mittwoch in Berlin passiert. Das Beunruhigende daran ist vor allem, dass es sich nicht nur um einen Einzelfall handelt, sondern dass seit Anfang Jahr in der deutschen Stadt weitere 500 Fälle von Infizierten gemeldet worden sind (Ausgabe von gestern).

So sieht es auch der Infektiologe Marco Rossi vom Luzerner Kantonsspital. «Das Risiko in der Schweiz besteht nicht in der Einschleppung des Masernvirus aus Berlin. Ein Masernausbruch kann durch eine genügend hohe eigene Impfrate zuverlässig verhindert werden.» In der Schweiz seien als Folge einer zu tiefen Impfrate in den Jahren 2007 bis 2009 über 1400 Masernfälle verzeichnet worden.

Impfungen werden vergessen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) strebt eine Impfrate von 95 Prozent an. So könnte die Masernerkrankung ausgerottet werden. Doch dieses Ziel hat man noch nicht erreicht. Schweizweit sind 86 Prozent der 2-Jährigen gegen Masern auch mit der zweiten Dosis geimpft. Bei den 8-Jährigen sind es 90 Prozent und bei den 16-Jährigen 89 Prozent. Nachholbedarf besteht laut BAG-Sprecherin Mona Neidhart primär bei den Impflücken. Die Impfungen werden vergessen oder verspätet durchgeführt, besonders wenn es um die ­zweite Dosis geht, doch nur diese schützt gegen das Virus.

Ein ähnliches Bild zeigt die Innerschweiz. Die Impfquote liegt beispielsweise im Kanton Luzern bei den 2- bis 16-Jährigen zwischen 85 und 87 Prozent. Laut Hans-Peter Roost, Stellvertreter des Luzerner Kantonsarztes, ist besonders eine Massnahme erfolgreich: die freiwillige und kostenlosen Schulimpfung. «Die Zahlen zeigen bei den Kindern und Jugendlichen eine deutliche Zunahme der Impfung aller Basisimpfungen.» Das ist laut Roost ein sehr wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Masern und weiterer Infektionskrankheiten wie Kinderlähmung oder Hepatits B. Zudem läuft seit 2011 die nationale BAG-Kampagne zur Bekämpfung der Masern.

Trotzdem kam es Anfang Jahr auch hier zu acht Fällen von Masern. Das ist laut dem Infektiologen Rossi ein Hinweis auf eine noch nicht ausreichende Impfrate. Er sieht aber, dass die Kampagne dennoch wirkt: 33 000 Personen haben sich 2014 in der Schweiz nachträglich impfen lassen. «Wir sind also auf dem richtigen Weg», sagt Rossi.

Weltweit sind gemäss der aktuellsten Statistik der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahr 2012 122 000 Menschen an den Folgen einer Maserninfektion gestorben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.