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IRAN: Viele Tote und Verletzte bei starkem Erdbeben

Mindestens 445 Iraner sind bei einem Erdbeben an der Grenze zum Irak getötet worden. Auch das «Haus der Nächstenliebe» fiel wie ein Kartenhaus zusammen.
Michael Wrase, Isfahan
Gross ist die Zerstörung in der iranischen Stadt Sarpol-e Zahab in der Provinz Kermanschah. (Bild: Abedin Taherkenareh/EPA (13. November 2017))

Gross ist die Zerstörung in der iranischen Stadt Sarpol-e Zahab in der Provinz Kermanschah. (Bild: Abedin Taherkenareh/EPA (13. November 2017))

Michael Wrase, Isfahan

Es war kurz vor 22 Uhr Ortszeit, als ein gewaltiger Erdstoss die Kurdenregionen im Grenzgebiet von Iran und Irak erschütterte. Das Beben war so heftig, dass es selbst in der fast 800 Kilometer entfernten iranischen Hauptstadt deutlich zu spüren war. Wie das Teheraner Innenministerium gestern Abend berichtete, kamen bei der Naturkatastrophe mindestens 445 Iraner ums Leben. 7100 wurden verletzt. Aus dem benachbarten Irak wurden 15 Todesopfer gemeldet.

Wegen der zu erwartenden Nachbeben, welche noch die Magnitude 6 erreichen können, gehen die iranischen Behörden davon aus, dass die Zahl der Opfer in den kommenden Tagen weiter nach oben korrigiert werden muss.

Das Erdbeben der Stärke 7,3 ereignete sich 30 Kilometer südlich der ostirakischen Kurdenstadt Halabschah. Am stärksten betroffen ist das iranische Sarpol-e Zahab, wo mehr als 240 Menschen ums Leben kamen. Die überwiegend aus Lehmziegeln gebauten Häuser der Ortschaft gelten als extrem einsturzgefährdet.

Viele der Gebäude, berichteten Überlebende, seien wie Kartenhäuser zusammengestürzt: «Es fühlte sich an wie das Ende der Zeit», sagte ein Mitglied einer kurdischen Grossfamilie. Selbst ein relativ moderner fünfstöckiger Wohnkomplex, der in der Amtszeit von Ex-Präsident Mahmud Achmadinedschad gebaut und den schönen Namen «Haus der Nächstenliebe» erhalten hatte, hielt der Wucht des Bebens nicht stand. Da auch das einzige Spital in der Grenzregion schwer beschädigt wurde und viele Strassen bis zum Nachmittag unpassierbar waren, konnten die vielen Verletzten zunächst nicht behandelt werden.

Schlangen vor dem Blutspendezentrum

Über das schwere Erdbeben hatte das iranische Staatsfernsehen gestern den ganzen Tag in Sondersendungen berichtet. Die Betroffenheit im Iran, der wegen seiner exponierten Lage immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht wird, ist gross. Vor dem Teheraner Blutspendezentrum bildeten sich lange Schlangen. Staatspräsident Hassan Rohani will heutige Dienstag die Katastrophenregion besuchen.

Die Oberkommandierenden der Revolutionsgardisten und der regulären Armee waren bereits gestern in die Grenzprovinz Kermanschah gereist, in der eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen wurde. Neben den Streitkräften und dem iranischen Halbmond hat auch die Türkei gestern einen ersten Hilfskonvoi mit Lebensmitteln und Medikamenten in das iranische Katastrophengebiet geschickt.

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