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ISLAM: Hiebe gegen den Muttertag

Ein Mitglied des Islamischen Zentralrats droht dem «Sonntagsblick» mit einer Anzeige. Derweil stänkert ein weiteres Mitglied gegen nicht muslimische Männer.
Im Fokus: Muttertag. (Bild: Keystone)

Im Fokus: Muttertag. (Bild: Keystone)

Kari Kälin

Hat Fitore Sinanaj, Mitglied des radikalen Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS), in einem Facebook-Kommentar den El-Kaida-Terroristen Anwar al-Awlaki verherrlicht? Für den «Sonntagsblick» steht fest: Sie hat. Vor zwei Wochen publizierte die Zeitung Sinanajs entsprechenden Facebook-Eintrag.

Auf Fotomontage hereingefallen?

Nach einer Aussprache mit Sinanaj dementierte der IZRS die Vorwürfe und drohte dem «Sonntagsblick» mit rechtlichen Schritten. Der IZRS wirft der Zeitung vor, der Fotomontage einer Facebook-Seite «Nein zu islamistischen Kindergärten» auf den Leim gekrochen zu sein. Sinanaj erklärte auf Anfrage, sie fordere eine Richtigstellung in der nächsten «Sonntagsblick»-Ausgabe. Andernfalls werde sie eine Strafanzeige wegen Ehrverletzung und/oder Verleumdung einreichen.

Bis jetzt ist jedoch nichts geschehen. «Die Prüfung dauert noch an», sagte Sinanaj gestern. Doch auch morgen wird sich der «Sonntagsblick» nicht entschuldigen. «Wir bleiben bei unserer Darstellung. Einer allfälligen Anzeige sehen wir sehr gelassen entgegen», sagte Philippe Pfister, stellvertretender Chefredaktor der Zeitung, auf Anfrage. Die Verantwortlichen der Facebook-Seite «Nein zu islamistischen Kindergärten» betonen derweil, sie würden Beweise auf den Tisch legen, dass der Facebook-Eintrag tatsächlich aus Sinanajs Feder stammt. Ob sie der IZRS in diesem Fall vom Verein ausschliessen würde, ist offen. Man müsste dann die Sachlage neu beurteilen, sagt IZRS-Sprecher Qaasim Illi. Vorderhand jedenfalls glaubt er Sinanaj mehr als dem «Sonntagsblick».

Ein Weltkopftuchtag in Zürich

Der Nebel über der mutmasslichen Terrorismusglorifizierung hat sich also noch nicht gelichtet. Dafür hat der IZRS, der neulich mit einem martialisch wirkenden Video im Holderchäppeli, Kriens, für Aufsehen sorgte, eine neue propagandistische Offensive gestartet. In der Zürcher Bahnhofstrasse inszenierte er am 1. Februar die «World Hijab Days 2015». Weibliche IZRS-Mitglieder baten junge, nicht muslimische Mädchen, ein Kopftuch zu tragen und danach über ihre Erfahrungen zu berichten. Das Echo, abrufbar auf einem Video auf der IZRS-Homepage, fiel wen überrascht es – positiv aus. «Mit Kopftuch bläst einem der Wind die Haare nicht ins Gesicht», lobte ein Mädchen. Und nein, das Kopftuchtragen sei kein Zeichen für die Unterdrückung der Frau, sagte ein anderes.

Der IZRS seinerseits findet weniger freundliche Worte über andere Traditionen. So frotzelte ein Mitglied auf Facebook über den Valentins- und den Muttertag. Im Islam brauche es das nicht, denn: «Wir lieben unsere Ehemänner und Ehefrauen jeden Tag im Jahr. Wir danken unseren Müttern jeden Tag im Jahr.» Im Islam brauche es hingegen einen Hijab-Tag.

Vorurteil oder Diskriminierung?

Valentina Smajli, Vizepräsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam, verurteilt die IZRS-Hiebe gegen den Valentins- und den Muttertag. Mit dem Hijab-Tag inszeniere der IZRS eine Art Popkultur-Islam. Dabei bedeute das Kopftuch den Beginn der Geschlechter­apartheid und die Berechtigung für Gewalt gegen Frauen.

IZRS-Sprecher Illi kontert, mit dieser Aktion würden muslimische Frauen gegen das Vorurteil kämpfen, ihnen würde das Kopftuch aufgezwungen.

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