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ISLAMABAD: Malala besucht ihre Heimat

Pakistan verfolgt die emotionale Heimkehr der jungen Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai. Sie verliess das Land nach einem Mordversuch der Taliban vor mehr als fünf Jahren.
Kehrt erstmals in die Heimat zurück: Malala Yousafzai. (Bild: Keystone)

Kehrt erstmals in die Heimat zurück: Malala Yousafzai. (Bild: Keystone)

Am Morgen wurde sie von Premier Shahid Khaqan Abbasi empfangen, am Abend traf sie Aktivisten der Zivilgesellschaft und Verwandte, die aus ihrer Heimat, dem Swat-Tal, angereist waren. «Wir sind so glücklich, dass wir sie wieder zu Hause haben», sagte ihr Cousin Mahmud ul Hassan am Freitag. Aus Sicherheits­gründen könne Malala nicht nach Hause ins Swat-Tal in Nordpakistan reisen, wo die Taliban 2009 zwar vertrieben wurden, Extremisten aber weiter Einfluss haben. Eine Quelle aus dem Büro des Ministerpräsidenten sagte ­jedoch, der Premier habe Malala am Donnerstag eine «Eskorte so gross wie meine eigene» angeboten, falls sie dahin fahren wolle.

Im Oktober 2012 hatten maskierte Kämpfer der Taliban im Swat-Tal Malalas Schulbus angehalten und der damals 15-Jährigen in den Kopf geschossen. Sie hatte sich seit Jahren für Schulbildung für Mädchen und gegen das grausame Regime der Islamisten in ihrer Heimat ausgesprochen.

Schon mit elf Jahren hatte sie unter einem Pseudonym für die BBC vom Leben unter dem Scharia-Gesetz erzählt und den damit einhergehenden Schwierigkeiten für sie und ihre Freundinnen, zur Schule zu gehen. Die Taliban bedrohen sie auch heute noch, weshalb Malala in England lebt. Weil sie sich selbst nach dem Attentat weiter für die Rechte von Mädchen und Frauen, vor allem im Bildungsbereich, einsetzte, wurde Malala 2014 der Friedensnobelpreis verliehen. Im April 2017 wurde sie die jüngste UNO-Friedensbotschafterin aller Zeiten.

«Hätte dieses Land nie verlassen wollen»

Malala ist zunächst nur für vier Tage zurückgekehrt. Bei einem Empfang im Amtssitz des Ministerpräsidenten sagte sie am Donnerstag mit Tränen in den Augen: «Ich kann nicht glauben, dass es wirklich passiert – ich habe in den vergangenen Jahren so oft davon geträumt, wieder in meine Heimat zurückzukehren. Ich bin erst 20 Jahre alt, aber ich habe viel erlebt», sagte sie. «Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich dieses Land nie verlassen.»

Nun sei sie wiedergekommen, um ihr Volk zu sehen. Sie werde sich weiter für die Bildung von jungen Menschen in Pakistan einsetzen, versprach sie. Ministerpräsident Abbasi sagte: «Ich bin sehr glücklich, unsere Tochter hier willkommen zu heissen.» Malala sei «die stärkste der pakistanischen Stimmen gegen Extremismus».

Die Reaktionen auf ihren Besuch lagen zwischen Liebe und Hass. Viele Pakistaner bewundern Malala für ihren Mut und ihren Einsatz für die Kinder und Frauen von Pakistan. In den mächtigen konservativen bis islamistischen Kreisen des Landes gilt Malala aber als eine Agentin des Westens, die unislamische Werte verbreitet. Ein BBC-Reporter twitterte, dass einer Analyse des Senders zufolge Reaktionen auf sozialen Medien in Urdu zu 60 Prozent negativ seien. Eine Gruppe kritisiert gar, dass sie Pakistan einen schlechten Namen gebe, weil sie ihre Geschichte so prominent erzähle und die Probleme im Bildungsbereich für Mädchen und Frauen aufzeige. Andere werfen ihr vor, das Land verlassen zu haben, während viele andere in der gleichen Situation die Möglichkeit nicht hatten.

Aufenthaltsort bleibt geheim

Wo Malala während ihres Aufenthalts wohnt, blieb geheim. Sie hat Leibwächter um sich. Die Regierung will offensichtlich verhindern, dass Islamisten mit einem weiteren Anschlag zu Ende führen, was sie mit dem ersten nicht geschafft hatten. (sda)

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