ITALIEN: Gemeinde setzt DNA-Tests gegen Hundekot-Sünder ein

Die Grenzgemeinde Malnate will wissen, wer den Dreck hinterlassen hat: Hundebesitzer müssen künftig die DNA ihrer Vierbeiner registrieren lassen.

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Die Bürger, die den Kot ihrer Hunde ordentlich entsorgen (wie im Bild) haben in der italienischen Gemeinde nichts zu befürchten. (Bild: Adrian Venetz (Archivbild))

Die Bürger, die den Kot ihrer Hunde ordentlich entsorgen (wie im Bild) haben in der italienischen Gemeinde nichts zu befürchten. (Bild: Adrian Venetz (Archivbild))

Kari Kälin

Mit DNA-Proben werden normalerweise Verbrecher überführt. Malnate, eine italienische Gemeinde mit knapp 17'000 Einwohnern, keine 10 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, will dieses Mittel im neuen Jahr auch gegen fehlbare Hundebesitzer einsetzen.

Voraussichtlich ab nächstem März oder April haben die rund 2000 Herrchen und Frauchen in Malnate acht Monate Zeit, um beim Tierarzt anzutraben. Mit einer Speichelprobe ermittelt dieser die DNA der Vierbeiner. Danach wird die DNA-Probe in einer Datenbank registriert. Das lokale Parlament muss die Regel im Abfallgesetz noch absegnen. Gemeinderat Giuseppe Riggi, zuständig für Umwelt, ist überzeugt: Das sei nur noch Formsache.

Bussen bis zu 250 Euro

Mit dem DNA-Obligatorium für Hunde will Malnate seine Wiesen, Strassen und Trottoirs von Hundekot befreien. Riggi verweist auf ein Pilotprojekt in einem Quartier in Napoli, in dem die unappetitlichen Hinterlassenschaften dank den modernen Methoden um 70 Prozent sanken. Hundekot-Sündern droht eine Busse von 50 bis 250 Euro, sofern das Gemeindeparlament nicht noch schärfere Sanktionen beschliesst. «Es geht uns nicht um volle Kassen, sondern um eine saubere Umwelt», sagt Riggi auf Anfrage unserer Zeitung. Zum Vergleich: Im Kanton Luzern beträgt die entsprechende Busse 80, in St. Gallen 50 Franken. 

Für die Tierschutzorganisation LAV schiesst Malnate mit Kanonen auf Spatzen. «Das ist eine absolut lächerliche Idee. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zur Bedeutung des Problems», lässt sich der Verband im «Corriere della sera» zitieren. Bürgermeister Samuel Astuti lässt Kritik nicht gelten. «Es geht um die Gesundheit unserer Haustiere», sagt er. Ausserdem hätten anständige Bürger nichts zu befürchten.

Polizisten, Umweltwächter und Freiwillige sollen nun Jagd auf den stinkenden Hundedreck machen. Wird ein Haufen gefunden, landet er für die DNA-Analyse in einem Labor. «Danach wird der unzivilisierte Hundehalter gebüsst», sagt Gemeinderat Giuseppe Riggi. Die Finanzierung der Sauberkeitsoffensive ist geklärt. Die Hundebesitzer werden nicht zur Kasse gebeten. Das Unternehmen, das den öffentlichen Raum in Malnate in Ordnung hält, übernimmt die 20 bis 25 Euro pro DNA-Probe. «Diese Investition wird sich für die Firma lohnen», sagt Riggi. Sie spare Zeit und Geld, wenn sie weniger Sonderschichten für die Entfernung von Hundedreck schieben müsse.