JAN BÜHLMANN: Amtierender Mister Schweiz leidet an Tinnitus

Es habe sich zwar «stark abge­schwächt», das Pfeifen in seinen Ohren, sagt Jan Bühlmann. Trotzdem: Der 22-jährige Mister Schweiz aus Buchrain leidet an einem Tinnitus.

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Jan Bühlmann, amtierender Mister Schweiz. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Jan Bühlmann, amtierender Mister Schweiz. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Der Tinnitus habe, so Jan Bühlmann gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung, vor anderthalb Jahren begonnen. «Ich war damals in Luzern oft in einem Club. Ein Freund von mir legte dort als DJ auf und ich hielt mich während längerer Zeit meistens vorne, nahe an den Boxen auf.» Bühlmann weiter: «An einem Abend verliess ich den Club und hörte fast nichts mehr. Am anderen Morgen war das Pfeifen dann da.»

Der Tinnitus habe anfänglich seine Konzentration geschwächt und zu Schlafstörungen geführt, sagte Bühlmann weiter. Er habe dann einen Ohrenarzt aufgesucht, der ihm Tropfen verschrieb und ihn an eine Psychologin verwies. «Die Tropfen halfen nicht viel, die Psychologin indes half mir, mit meinem Leiden umzugehen», so Bühlmann. Das Ohrsausen sei dann «zum Glück relativ schnell» zurück gegangen. Aufgrund eines psychologischen Gutachtens, so schreibt die «Schweizer Illustrierte» in ihrer jüngsten Ausgabe, sei Bühlmann indes für militärisch untauglich erklärt worden.

Bühlmanns Ratschläge
Und wie geht es ihm heute? «Das Ohrsausen nehme ich praktisch nicht mehr wahr», erklärte Bühlmann. «Nur wenn es ganz still ist und ich mich stark auf den Ton konzentriere, ist ein schwaches Pfeifen noch da. Damit kann ich gut leben und ich lasse mich auf keinen Fall verrückt machen deswegen.» Trotzdem unterschätzt Bühlmann den Tinnitus «ganz und gar» nicht. Er richtet an alle Disco- und Konzertbesucher einen Appell: «Auch wenn es nicht gerade modisch aussieht – tragt immer Hörstöpsel! Wer keine dabei hat, soll beim Eingang danach fragen, es gibt immer welche. Ich selber gehe ohne Ohropax nie mehr in den Ausgang.»

Um herauszufinden, wann es zu laut wird, hat Jan Bühlmann noch einen ganz praktischen Tipp: «Spreche ich ganz normal und höre meine Stimme selber nicht mehr, ist es höchste Zeit, Stöpsel in die Ohren zu stecken.» In seinem Freundeskreis habe er lediglich einen Kollegen, ein Schlagzeuger, der auch an Tinnitus leide. Einer neuen Studie der Schweizer Tinnitus-Selbsthilfe zufolge, habe «fast ein Viertel der Bevölkerung» schon einmal ein Ohrensausen erlebt. «Umso wichtiger ist es eben, dass man sich gegen starke Akustikeinflüsse schützt», beteuert Bühlmann.

Das sind die Grenzwerte
Ab welcher Lautstärke schaden akustische Signale unserem Hörsystem? Bei der Suva unterscheidet man grundsätzlich zwischen Lärmschutz bei der Arbeit und in der Freizeit. «Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche ist eine Schallbelastung von mehr als 85 Dezibel schädlich», erklärte Lukas Joller von der Suva-Abteilung Akustik in Luzern.

«Bei Musikveranstaltungen, also etwa in Discos, liegt der Grenzwert infolge der kürzeren Aufenthaltszeit bei 93 Dezibel. In Ausnahmefällen kann für eine maximale Belastung von 100 Dezibel, etwa an Konzerten, eine amtliche Bewilligung beim Kanton eingeholt werden und es müssen unter anderem auch Gehörschutzpfropfen abgegeben werden.»

André Häfliger