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KANADA: «Bestes Land der Erde» feiert sich

Hunderttausende Kanadier nahmen am Wochenende an den Partys zum 150. Geburtstag des Staates teil. Grund zum Jubeln haben aber längst nicht alle.
Gerd Braune, Ottawa
Bono: «Während andere Mauern bauen, öffnet ihr Türen.» (Bild: Justin Tang/AP)

Bono: «Während andere Mauern bauen, öffnet ihr Türen.» (Bild: Justin Tang/AP)

Gerd Braune, Ottawa

Mit der grössten Geburtstags­party in seiner Geschichte hat Kanada den 150. Jahrestag seiner Staatsgründung gefeiert. Quer durch das Land fanden Partys und Feuerwerke statt. Mehrere hunderttausend Kanadier feierten am Samstag in der Innenstadt von Ottawa und vor dem Parlament. Die Aussöhnung mit den Ureinwohnervölkern, die lange Zeit unter Kolonialisierung und Unterdrückung litten und weiter für einen besseren Lebensstandard im reichen Land Kanada kämpfen müssen, und die ethnische Vielfalt des Landes waren dominierende Thema der Ansprachen.

Premierminister Justin Trudeau kam mit seiner Familie zur Feier am Parlament in Ottawa und wurde von Tausenden mit Beifall begrüsst. Trudeau trug seinen dreijährigen Sohn Hadrien auf dem Arm, Frau Sophie hielt Sohn Xavier (9) und Tochter Ella-Grace (8) an der Hand.

Lob von Bono und Prinz Charles

150 Jahre Föderation seien ein Anlass zum Feiern und dazu, über die Vergangenheit und die Zukunft nachzudenken, sagte Trudeau, der Kanada als «bestes Land der Erde» bezeichnete. Am 1. Juli 1867 war durch den Zusammenschluss der früheren Kolonien und heutigen Provinzen Ontario, Quebec, Neubraunschweig und Neuschottland das «Dominion of Canada» als Staat geschaffen worden. Immer wieder wurde die Vielfalt des Landes, das Heimat von Immigranten aus aller Welt wurde, gewürdigt. «Kanada ist ein Land, das nicht trotz, sondern wegen seiner Unterschiedlichkeiten stark wurde», sagte Trudeau. Kanada sei ein Land der Menschen, die hier lebten, und von Neuankömmlingen. «Unser grösster Stolz ist, dass man von überall in der Welt hierherkommen und Teil unserer Gemeinschaft werden kann.»

Rockstar Bono, ein grosser Freund Kanadas, war zwischen Auftritten in Europa nach Ottawa gekommen. «Während andere Mauern bauen, öffnet ihr die Türen. Während andere spalten, sind eure Arme offen», rief er der Menge unter offensichtlicher Anspielung auf die USA zu.

Der britische Kronprinz und Ehrengast, Prinz Charles, erklärte, mit Kanada werde ein Land gefeiert, das als «Beispiel für Vielfalt und die Kraft der Inklusion» gesehen werde. Der Prince of Wales nahm mit seiner Frau Camilla an der Feier teil. Kanada ist eine Monarchie mit Königin Elisabeth II. als Staatsoberhaupt. Charles wird, falls Kanada nicht seine Bande zur Monarchie lösen sollte, nach dem Abdanken oder dem Tod der Queen König von Kanada. Der Generalgouverneur ist Repräsentant der Königin und führt die Amtspflichten des Staatsoberhaupts aus.

Indigene haben keinen Grund zum Jubeln

Kaum ein Redner versäumte es, zu erwähnen, dass die Feier auf dem traditionellen Land der indianischen Algonquin-Anishnabeg-Nation stattfand. Etliche Vertreter der indigenen Völker hatten im Vorfeld deutlich gemacht, dass die Ureinwohner keinen Grund zum Jubeln haben. Das sprach auch Trudeau an. Kanadas Geschichte sei bei weitem nicht perfekt. «Über Jahrhunderte waren die Ureinwohnervölker Opfer von Unterdrückung, seit die ersten Forschungsreisenden sich dafür beglückwünschten, die Neue Welt entdeckt zu haben.» Kanada habe viel Arbeit vor sich, um eine Aussöhnung mit den indigenen Völkern zu erreichen.

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