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KANTHA BOPHA: Jubiläum ohne den Jubilar

Kinderspital-Gründer Beat Richner kann an den 25-Jahr-Feierlichkeiten wegen seiner schweren Erkrankung nicht teilnehmen. Gefeiert wird trotzdem – auch in einer für Kambodscha schwierigen Zeit.
Balz Bruder
Der Kantha-Bopha-Gründer Beat Richner ist schwer erkrankt. (Bild: Urs Jaudas/SGT)

Der Kantha-Bopha-Gründer Beat Richner ist schwer erkrankt. (Bild: Urs Jaudas/SGT)

Balz Bruder

Es ist ein langer Abschied von Beat Richner alias Beatocello und ein schmerzhafter. Gestern hat die Stiftung Kinderspital Kantha Bopha mitgeteilt, der Gründer und langjährige Leiter der Spitäler in Kambodscha könne nicht an den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Einrichtungen teilnehmen. Beat Richner (70) ist seit einigen ­Monaten schwer erkrankt und wird in der Schweiz gepflegt.

«Er leidet an einer seltenen und unheilbaren Gehirnerkrankung mit zunehmendem Funk­tions- und Gedächtnisverlust», teilte die Stiftung mit, «es ist ein tragisches und trauriges Schicksal für einen ausserordentlichen Menschen.» Immerhin sei es so, dass Richner nicht leide, keine Schmerzen habe, gut umsorgt sei, regelmässigen Besuch von Ärzten und Familie habe und ­«offenbar seinen Humor nicht verloren hat».

Wie gross die Bedeutung des Lebenswerks des Schweizer Arztes, Ehrenpräsidenten der Stiftung und Beraters des Gesundheitsministeriums im Rang eines Staatssekretärs in Kambodscha ist, zeigt die Tatsache, dass die Jubiläumsfeierlichkeiten nicht nur am 25. November in Zürich, sondern am 15. November auch in Phnom Penh durchgeführt werden. Dies in Anwesenheit von König Norodom Sihamoni, Vertretern der Schweizer und der kambodschanischen Regierung sowie der gesamten Belegschaft der mittlerweile fünf Spitäler und einer Vertretung des Stiftungsrats.

Der Besuch fällt politisch in eine schwierige Zeit. Premierminister Hun Sen fürchtet um seine Macht und agiert zunehmend diktatorisch. Böse Erinnerungen an die von Pol Pot geführten Roten Khmer kommen auf. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt indes auf Anfrage, dass der Botschafter in Thailand, Ivo Sieber, der auch für Kambodscha zuständig ist, an den Feierlichkeiten teilnehmen wird. Immerhin hat die Schweiz seit 1994 über 60 Millionen Franken an die Stiftung geleistet. Wichtig sei ausserdem, dass die Nachhaltigkeit und die Integration der Spitäler in das Gesundheitssystem des Landes sichergestellt werden könnten, sagt EDA-Sprecher Tilman Renz.

Dass die politische Situation im Land nicht einfach ist, räumt auch René Schwarzenbach, Präsident der Stiftung Kinderspital Kantha Bopha, ein. «Unsere Stiftung erfüllt aber einen rein humanitären Zweck», betont er gegenüber unserer Zeitung. Der verstorbene König Sihanouk und dessen Sohn König Sihamoni unterstützten die Stiftung seit ­Beginn «vor allem als moralische Instanz, aber auch mit Geldbeträgen und Sachspenden», sagt der Zürcher Rechtsanwalt und Stiftungspräsident.

Übrigens: Auch wenn das 42-Millionen-Franken-Budget der Stiftung sowohl von der ­Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) als auch vom kambodschanischen Staat unterstützt wird, machen die Spenden aus der Schweiz ­immer noch mehr als die Hälfte des Etats aus.

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