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KAPUZINER: Pädophiler Kapuzinerpater: Untersuchung vor dem Abschluss

Die Kommission, welche die Vorgänge um den pädophilen Kapuzinerpater Joël A. untersucht, wird Anfang Jahr ihre Ergebnisse präsentieren. Derzeit laufen die letzten Befragungen
Balz Bruder
(Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF)

(Symbolbild) (Bild: KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF)

Balz Bruder

Über Wochen hatte der Fall des pädophilen Paters Joël A. für Aufsehen gesorgt. Auslöser für die Schockwellen, die durch die Schweizer Kapuziner wallten, war das Buch eines Opfers, das den ihm widerfahrenen sexuellen Missbrauch schilderte. Daniel Pittet (57) beschrieb, wie er als Ministrant zwischen 1968 und 1972 vom heute 77-jährigen Priester missbraucht wurde. Doch nicht nur dies: Das Buch «Mon Père, je vous pardonne» – auf Deutsch: «Pater, ich vergebe Euch» – wurde auch zur eindrücklichen Biografie des sechsfachen Familienvaters Pittet, der trotz allem seinen Glauben nicht verloren hat. Papst Franziskus steuerte das Vorwort bei. Bischofskonferenz und Kapuziner bezeichneten das Buch als «notwendiges, kostbares und mutiges Zeugnis».

Die mediale Aufmerksamkeit hat sich in der Zwischenzeit zwar verzogen, doch die Geschichte wird seit Monaten intensiv bearbeitet. Die Schweizer Kapuziner setzten im Mai eine neutrale Kommission ein, die den Umgang des Ordens mit dem fehlbaren Priester im Detail untersucht. Die Kommission, die sich mit den Vorgängen um Pater Joël A. befasst, ist hochkarätig besetzt – und eine Freiburger Angelegenheit. Was insofern nachvollziehbar ist, als die gerichtliche Untersuchung des Falles 2008 tatsächlich im Üechtland durchgeführt wurde und der Missbrauch in der Diözese stattfand.

Nur in Frankreich verurteilt

Allerdings kam es weder 1995 in Saint-Maurice noch 2008 in Freiburg zu einer Verurteilung des pädophilen Paters. Die Fälle, die bei den Gerichten anhängig gemacht wurden – in Freiburg ging es um fast zwei Dutzend Opfer –, waren allesamt verjährt. Zur einzigen Verurteilung kam es erst Anfang 2012 in Grenoble. Pater Joël A .hatte während der Voruntersuchung selber zwei weitere Opfer benannt, die in den 90er-Jahren missbraucht worden waren. Der Schuldspruch lautete in der Folge auf zwei Jahre Haft, bedingt auf zwei Jahre. Wobei das Gericht keine weiteren Präventivmassnahmen anordnete.

Schon beim Erscheinen des Buches von Daniel Pittet war für die Kapuziner klar: Sie stehen zu den Anschuldigungen, wonach die damalige Praxis im Umgang mit Tätern von sexuellen Übergriffen «weitere Übergriffe erst ermöglichte». Man habe damals versucht, durch interne Regelungen wie Versetzung oder Berufsverbot «das Problem zu lösen». So auch im Fall von Pater Joël A., der 2005 in die Schweiz zurückgekehrt war – auf Geheiss des französischen Provinzials, wie die Schweizer Kapuziner sagen.

Letzte Befragungen finden statt

Diese und andere Entscheide untersucht die Kommission um den Anwalt und Ex-Kantonsrichter Alexandre Papaux, den emeritierten Zeitgeschichte-Professor Francis Python und den Rechtsgeschichte- und Religionsrechts-Professor Yves Mausen. Deren Arbeiten sind gemäss Provinzial Agostino Del Pietro weit fortgeschritten: «Im Laufe des Dezembers finden die letzten Befragungen statt, mit dem Abschlussbericht ist Ende Januar zu rechnen», sagt der Leiter der Ordensprovinz. Danach werde die Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Untersuchungen informiert.

Pater Joël A. wurde im Mai von der Glaubenskongregation von den Ordensgelübden entbunden und aus dem Klerikerstand entlassen, nachdem er schon seit Jahren mit einem Berufsverbot belegt war. Die Kapuziner kümmern sich aber um den ehemaligen Ordensbruder und gewähren im Unterkunft im Kloster Wil.

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