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KINO: Abraxas macht gut Wetter

Zugegeben, in den Harry-Potter-Filmen wird effektvoller gezaubert und auf Besen herumgeflogen. Aber eines kann «Di chli Häx» richtig gut: Mundart! Ihr Rabe Abraxas natürlich auch.
Bettina Kugler
Der Rabe Abraxas weiss wieder mal alles besser. In der Schweizer Filmversion krächzt er mit der Stimme von Andrea Zogg. (Bild: Walt Disney Studios Schweiz)

Der Rabe Abraxas weiss wieder mal alles besser. In der Schweizer Filmversion krächzt er mit der Stimme von Andrea Zogg. (Bild: Walt Disney Studios Schweiz)

Bettina Kugler

Alt, hässlich, böse: So stellen sich kleine Buben eine Hexe vor. Es wird uns gleich ein wenig flau im Magen, wenn wir sehen, wie Thomas und Vroni im Film am Fenster ihrer kleinen Schlafkammer stehen und bange in Richtung Blocksberg schauen. Schon dämmert es. Die schlimmen Weibsbilder machen sich sicher gerade parat für den Hexentanz: Heia, Walpurgisnacht! Und wirklich, wenig später treffen sich da oben wahre Prachtexemplare der Kategorien alt, hässlich, böse. Allen voran die Hexe Rumpumpel, der nicht entgeht, wer sich da unter die Partygäste gemischt hat. Ihr wisst es! Ein keckes, viel zu junges Hexlein, kaum in der Lage, einen ordentlichen Platzregen zu zaubern.

Hässlich ist sie wirklich nicht: Karoline Herfurth sieht fast so hübsch aus wie in ihren anderen Filmen. Gut, die Nase ... da hat die Maskenbildnerin ein bisschen was draufgelegt. Aber ganz wenig. Sie ist ja erst 127 Jahre alt! Viel zu grün hinter den Ohren für die schaurigen Lustbarkeiten einer Walpurgisfeier mit wildem Tanz um das Hexenfeuer. Allein schon dafür lohnt es sich, ins Kino zu gehen: In bewegten Bildern ist das wirklich eine herrlich düstere Sause. Krumme Nasen, schwarze Warzen, Zottelmähnen, Dreck im Gesicht – böse Hexen, wie sie im Buche stehen. Sollte wirklich jemand die Geschichte nicht kennen, wird bei dem dumpfen Getrommel sonnenklar: Das kann für unsere kleine Hexe nicht gut ausgehen!

Der Drehbuchautor Matthias Pacht hält sich hier auch treu an die Vorlage von Otfried Preussler. Ansonsten nimmt er sich ein paar Freiheiten heraus. Das tut dem Film aber gut. So wird aus vielen Episoden (also locker aneinander gereihten Geschichten) eine Handlung, die mit wachsender Spannung auf die nächste Walpurgisnacht zustrebt. Da muss die kleine Hexe ja am Vorabend die Hexenprüfung ablegen und dafür das dicke Buch mit den Zaubersprüchen aus dem Effeff beherrschen. 7892 magische Formeln, eine komplizierter als die andere. «Donnerus, Dannerus, Donneras, Donnarix, Dinnerix, Donnerum, Donner, Danner, Dinnerbum!» Lateinvokabeln sind nicht schwieriger ... Nichts mehr mit Tannzapfen- und Wöschchlüpperliregen!

7892 Zaubersprüche, und immer lauert die Rumpumpel vor der Tür

Ganz zu Recht bleibt Antonia, 9, beim Zugucken das Popcorn im Halse stecken, als die kleine Hexe freitags gelangweilt vor den Haus sitzt und gähnt. Sie stupft mich und flüstert: «Also, an ihrer Stelle würd ich mal schleunigst anfangen zu lernen!» Recht hat sie. Stattdessen gibt es den schönsten Budenzauber bei verschlossenen Vorhängen. Der Tisch mit Kuchen und heisser Schoggi klebt an der Decke, die Badewanne mitten im windschiefen Häuschen läuft voll mit Honigmilch, und Vroni und Thomas gehen die Augen über: Sie haben es mit einer echten Hexe zu tun – und erst noch mit einer netten. Doch die Rumpumpel draussen vor der Tür schreibt alles mit. Hinterher fleissig büffeln macht es nicht wieder gut.

Eindruck schindet die kleine Hexe schliesslich doch in der Prüfung vor dem Hexenrat. Denk bloss, 7892 Zaubersprüche! Dass sie noch rechtzeitig hart an sich arbeitet und eine herzensgute Hexe wird, verdankt sie Abraxas, dem alten Stubenhocker. 100 Jahre schon nicht mehr auf eigenen Flügeln unterwegs, aber mit seinem Bündner Schnabel (und der Stimme von An­drea Zogg) sehr fit und rege. Anders als im Buch muss sich der Rabe im Kino für das Happy End noch mächtig ins Zeug legen. Zur Belohnung lernt er im Abspann hexen. Da ahnen wir, was demnächst kommt: «Di chly Häx 2»!

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