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KINO-STAR: «Vielleicht bin ich Experte für unerfüllte Liebe»

Die Berlinale hat ihn als «Shootingstar» ins Licht der Medien gerückt. Jetzt ist Franz Rogowski für den Deutschen Filmpreis nominiert – für seine Rolle als stiller Gabelstaplerfahrer im Kinofilm «In den Gängen».
Rolf Breiner
Schauspieler Franz Rogowski. (Bild: Britta Pedersen/DPA)

Schauspieler Franz Rogowski. (Bild: Britta Pedersen/DPA)

Interview: Rolf Breiner

Er ist eher ein stiller Vertreter der Schauspielergilde. Franz Rogowski ist offen, direkt, schnörkellos. Derzeit erlebt der 32-jährige Süddeutsche einen beruflichen Höhepunkt nach dem anderen. In Berlin wurde er bei den Filmfestspielen als europäischer Shootingstar geehrt. Er war gleich in zwei Wettbewerbsfilmen präsent: «Transit» und «In den Gängen». Für Letzteren, der nun in den Schweizer ­Kinos startet, ist er als bester Hauptdarsteller für den Deutschen Filmpreis nominiert, der heute Abend verliehen wird.

Franz Rogowski, Ihr Christian aus «In den Gängen» ist ein stiller Einzelgänger im ­kleinen Kosmos einer Grossverteiler-Gemeinschaft. Wie viel von Ihnen steckt in dieser Figur?

Man kommt nicht drumherum: Man steckt immer ein Stück weit mit drin. Man sucht nach einer Verbindung mit dieser Figur und versucht zu verstehen, was diesen Christian antreibt.

Wie sind Sie an die Rolle des Gabelstaplerfahrers Christian herangegangen?

Ich habe einen Staplerschein ­gemacht. Der Gabelstapler hat mich im ganzen Kinofilm begleitet, er wurde quasi mein bester Freund.

Im Film «Transit» spielen Sie Georg, einen getriebenen Mann auf der Flucht. Was unterscheidet beide Helden?

Christian versucht über den Beruf eine soziale Stellung und einen Platz im Leben zu erkämpfen. Georg ist aus der Zeit gefallen. Er hat die Heimat verloren, vermisst sie aber nicht. Erst die Liebe führt zu Entwicklungsschritten und zum Bedürfnis nach Verantwortung. Georg begreift das Lieben ein Stück weit. Er spürt, dass er die Identität der Frau, die er liebt, zerstört, wenn er sie aufklärt, an sich bindet und egoistisch handelt. Er lernt, jemanden gehen zu lassen – aus Liebe. Das ist die grösste Entwicklung, die er in «Transit» durchmacht. Georg wie Christian verbindet die Liebe, eine unerfüllte Liebe.

Und Sie?

Vielleicht bin ich ein Experte für unerfüllte Liebe – im Film. Privat kann ich das nicht bestätigen.

Welche der beiden Figuren ist Ihnen näher?

Das kann ich so nicht sagen. Ich wollte auch nicht den Flüchtling spielen – als Phänomen. Georg erleidet den Krieg aus einer passiven Opferhaltung. Der Krieg widerfährt ihm. Aber er bleibt ein Stück davon unbeeindruckt. Christian, der Gabelstapler­fahrer, fühlt sehr viel, kann es aber nicht verbalisieren. Das ­gefiel mir auch bei den anderen Figuren von «In den Gängen», weil sie sich sehr spröde, fast nur funktional mitteilen. Grosse Gefühle von Freundschaft, Gemeinsamkeit, Einsamkeit, Liebe kommen nur trocken und gefiltert herüber.

In Berlin «Shootingstar» und die Hauptrolle in zwei Filmen. Was nehmen Sie davon mit?

Für mich war die Berlinale eine tolle Zeit. Aufregend und nicht planbar. Was daraus wird, kann man nicht genau sagen.

Was machen Sie aktuell?

Wir hatten eine Theaterpremiere an den Kammerspielen in München: «No Sex» von Toshiki ­Okada. In den nächsten zwei ­Monaten bin ich hauptsächlich in Italien zu Dreharbeiten einer deutsch-italienischen Produktion. Mehr kann ich darüber noch nicht verraten.

Hinweis«In den Gängen» aktuell in den Kinos; «Transit» Ende Mai.

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