KLEINE NIEDERDORFOPER: Applaus! Heiri verkauft sein Kalb wieder

Die festliche Premiere Zürcher Bernhard-Theater war historisch: Zum dritten Mal wurde die legendäre «Kleine Niederdorfoper» wieder aufgenommen. Heiri, sein Kalb und viele Bühnenstars wurden frenetisch gefeiert.

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Fans der Niederdorfoper: Paola und Kurt Felix sind begeistert von der «Kleinen Niederdorfoper» (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Fans der Niederdorfoper: Paola und Kurt Felix sind begeistert von der «Kleinen Niederdorfoper» (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Wir fühlten uns von Anfang an in alte Zeiten versetzt und waren vom herrlichen Schauspiel und der tragenden Musik sofort in den Bann gezogen», erklärten Paola und Kurt Felix nach der Vorstellung am Dienstagabend im begeistert. «Das Revival ist hervorragend besetzt - Kompliment an alle auf und hinter der Bühne», gab der Zuger Völkl-VR-Präsident Gregor Furrer freudig zu Protokoll. «Erich Vock und Maja Brunner sind echt Klasse - genauso wie damals die unvergesslichen Ruedi Walter und Margrit Rainer

Auch der Luzerner MusicStar Fabienne Louves erntete viel Lob. «Sie spielt und singt ihre Rolle hervorragend - und hat ein herrliches Kostüm sowie eine tolle 50er-Jahre-Frisur», attestierte TV-Star Monika Fasnacht, die erstmals mit ihrem neuen Freund, dem Bündner Verkaufsleiter Stefan Dudler, erschien. TV-Star Roman Kilchsperger, dessen Lebenspartnerin Viola Tami ebenfalls mitspielt, zog erfreut Bilanz: «Wir haben zu Hause geübt - ich spielte 'Sparringpartner Maja Brunner'. Es hat sich gelohnt, bravo Viola!» Noch eine Luzernerin steht übrigens auf der Bühne: Yvonne Kupper glänzt als Frau Strobel, die «Lämmli»-Wirtin.

Run auf Tickets
Während Schauspielerin Stephanie Glaser das Programmheft mit der höchst prominenten Besetzung (u. a. sind auch Sven Epiney, Hansjörg Bahl, Lea Hadorn Elisabeth Schnell und Ueli Beck dabei) ganz genau studierte, hob Bühnenlegende Walter Roderer das Bierglas: «Prosit, du liebe Niederdorfoper!» 1951 spielte «Rodi» in der ersten Schauspielhaus-Staffel einen Spielkartenjasser. «Ich durfte zwei, drei Sätze sagen», schmunzelte Roderer, der oft die Tränen nicht zurückhalten konnte. «Das muss man einfach gesehen haben», erklärte Verleger Jürg Marquard. Was gar nicht einfach ist, denn die dritte Staffel ist ein Renner. «25'000 ordentliche Tickets sind bereits alle weg, 80 Prozent der 13 Zusatzvorstellungen auch schon», freute sich Regisseur Max Sieber, der auch bei «Benissimo» das Regiezepter führt.

Herrliche Erinnerungen
Zu den Altstars der dritten Staffel gehören das schon legendäre Schauspiel-Duo Elisabeth Schnell und Ueli Beck. «Ich war vor 20 Jahren schon bei den 250 Aufführungen der zweiten Staffel, damals auch mit Walter und Rainer, im Zürcher Corso dabei», erinnerte sich Schnell. Nach der letzten Vorstellung sei Ruedi Walter zu ihr gekommen und habe ihr gesagt: «Du bist engagiert!» Verdutzt schaute ihn Elisabeth an und fragte sich: «Für was denn?» Es war für Walters nächstes und letztes Erfolgsstück «Drei Männer im Schnee»?

André Häfliger, Zürich