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KLIMAWANDEL: Das Ende des ewigen Eises

Verbrauchen wir alle vorhandenen fossilen Ressourcen, schmilzt das antarktische Eis vollständig. Der Meeresspiegel könnte dadurch mehr als 50 Meter ansteigen.
Eisberge im antarktischen Meer. Schmelzen die Polkappen, hätte dies einen drastischen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge. (Bild: Keystone/Andrew Halsall)

Eisberge im antarktischen Meer. Schmelzen die Polkappen, hätte dies einen drastischen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge. (Bild: Keystone/Andrew Halsall)

Elke Bunge

Seit den 1950er-Jahren haben sich die Atmosphäre und der Ozean erwärmt, die Konzentration der Treibhausgase hat zugenommen, die Schnee- und Eismengen sind zurückgegangen, und der Meeresspiegel ist angestiegen. Dabei beträgt der bisherige jährliche Anstieg des Meeresspiegels zwischen den Jahren 1901 und 2010 laut dem Weltklimarat (IPCC) 1,9 Zentimeter. Der Meeresspiegel der Zukunft ist schwer zu bestimmen. In Abhängigkeit von den Klimaszenarien und der daraus abgeleiteten Erwärmung prognostiziert der fünfte Sachstandsbericht des IPCC einen Meeresspiegelanstieg von 45 bis 82 Zentimeter bis zum Jahr 2100.

Anstieg bis zu 58 Meter

Ein Forschungsteam des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und verschiedener Universitäten entwickelt in ihrer aktuellen Studie ein Szenario, bei dem der Meeresspiegel langfristig um bis zu 58 Meter ansteigen könnte. In ihrem Szenario, das in der Fachzeitschrift «Science Advances» veröffentlicht wird, geht das internationale Team von einem rasanten Verbrauch der fossilen Energiequellen aus: «Wenn wir alle verfügbaren fossilen Energiequellen verbrennen, wäre das ein Ende des ewigen Eises», sagt die Leitautorin Ricarda Winkelmann.

Die Zunahme der Ozeanmasse durch das Abschmelzen von Eis ist schwer zu prognostizieren und wird derzeit viel diskutiert. Die Forscher um Winkelmann gehen dabei von einer extremen Hypothese aus: Sie berechnen den Meeresspiegelanstieg für den Fall, die Menschen würden sämtliche derzeit zur Verfügung stehenden Ressourcen aller fossiler Energieträger der Erde verbrauchen. «Das würde zwar nicht über Nacht geschehen, aber der springende Punkt ist, dass unser heutiges Handeln das Gesicht der Erde, so wie wir sie kennen, noch auf Zehntausende von Jahren verändern kann. Wenn wir eine eisfreie Antarktis verhindern wollen, müssten wir Kohle, Gas und Öl in der Erde lassen», so Winkelmann weiter. Denn sonst würden Städte wie Tokio, Hongkong, Schanghai, Kalkutta, Hamburg oder New York für immer verschwinden.

Folgen unseres heutigen Handelns

Derzeit wird der Meeresspiegelanstieg durch die thermische Ausdehnung der Ozeane, das Schmelzen der Gletscher und der Nordpolkappe vorangetrieben. Es ist allerdings zu erwarten, dass der grönländische und der antarktische Eisschild mit ihrem enormen Eisvolumen zum grössten Faktor für den künftigen Anstieg werden, so die Forscher.

«Unsere Idee war, zu untersuchen, was wir durch den Ausstoss von Treibhausgasen aus der Verbrennung von Kohle oder Öl längst begonnen haben, und die Folgen für unsere Zukunft zu analysieren», sagt Co-Autor Ken Caldeira von der Universität Stanford. Würden alle fossilen Energieressourcen der Welt verbrannt, hätte das Kohlenstoffemissionen von etwa 10 000 Milliarden Tonnen zur Folge. Nach dem aktuellen Bericht des IPCC liegen die derzeitigen anthropogenen Emissionen (gerechnet von 1750 bis 2011) bei 555 Milliarden Tonnen.

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