KOMIKER: Schlatter mit Innenbandriss – vom Schwingen

Schock für Beat Blatter: Der Komiker hat sich beim ersten Drehtag zu seinem Schweizer Dokumentarfilm «Hoselupf» bös verletzt.

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Beat Schlatter – hier beim Prix Walo 2008 – hat sich bei Dreharbeiten einen Innenbandriss geholt. (Archivbild André Häfliger/Neue LZ)

Beat Schlatter – hier beim Prix Walo 2008 – hat sich bei Dreharbeiten einen Innenbandriss geholt. (Archivbild André Häfliger/Neue LZ)

«Beim Schwingen bin ich schwer gestürzt und musste sofort und notfallmässig ins Spital», erzählt der bekannte Komiker Beat Schlatter. Der Unfall habe sich beim zweiten Wurf mit seinem erst 16-jährigen Schwingpartner ereignet. Im Spital, das der 48-jährige Zürcher inzwischen wieder verlassen konnte, wurde ein Innenbandriss am linken Fuss diagnostiziert. Es war eine schmerzhafte Sache. «Als ich am Boden lag, habe ich etwa fünf Minuten lang nur geschrien», erinnert sich Schlatter.

Doch wie es sich für einen Humorprofi gehört, hat Schlatter seinen Humor nicht verloren. Er ist schon wieder zu Spässen aufgelegt: «Ich habe erfahren, dass man schon ab acht Jahren schwingen darf. Mein nächster Gegner möge also, nach meiner hoffentlich baldigen Genesung, bitte nur acht Jahre alt sein...»

Schwinger mit Sumo-Ringern
Die Dreharbeiten zu «Hoselupf» haben in der Schweiz erst richtig begonnen. Bereits anfangs Jahr aber ist Schlatter zusammen mit Regisseur This Lüscher und Kamerafrau Christine Munz von der «Elite»-Filmproduktion nach Japan gereist. Um filmisch festzuhalten, wie der Überflieger der letztjährigen Schwingersaison, Christian Stucki, mit professionellen und schwergewichtigen Sumo-Ringern trainiert. «Bei dieser aussergewöhnlichen Trainingsform habe ich mir den einen oder anderen neuen Trick geholt», freut sich der 25-jährige Stucki. Wer weiss, vielleicht wird gerade das den Solothurner im August am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld zum Nachfolger von Dreifach-König Jörg Abderhalden machen...

Schlatter ist vom «Hoselupf»-Projekt übrigens hell begeistert: «Der Film beleuchtet alle Facetten des Schweizer Nationalsports. Auch solche, die selbst für Schwingsport-Insider neu sein dürften.» Gedreht wird von bis Ende August, der Start in den Schweizer Kinos ist auf Januar oder Februar 2011 geplant.

Schon einige Preise abgeholt
Beat Schlatter ist in Zürich geboren und in Rüschlikon ZH aufgewachsen. Von 1979 bis 1982 spielte er als Schlagzeuger in verschiedenen Punk-Bands wie «Liliput». Ein Durchbruch blieb ihm damit jedoch verwehrt. Dieser kam nach 1983 mit der Gründung des Kabaretts «Götterspass», zusammen mit Patrick Frey und Enzo Esposito. Das Trio gewann 1992 den Salzburger Stier. Von 1991 bis 1996 war Schlatter TV-Mitarbeiter beim Kassensturz. Nebenbei organisierte er Binmgoabande mit ausgefallenen Preisen. Die bisher grössten Werke Schlatters sind die beiden Filme «Katzendiebe» (1996) sowie «Komiker» (2000), in denen Schlatter als Drehbuchautor und Darsteller wirkte. «Katzendiebe» gewann den Prix Walo, «Komiker» den SSA-Preis für das beste Drehbuch. In der TV-Soap «Lüthi und Blanc» des Schweizer Fernsehens mimte Schlatter den Strassenarbeiter Willi.

André Häfliger