Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KOPENHAGEN: Neue Pandas dank engem Verhältnis zu China

Sie werden die neuen Stars in einer Traumanlage: zwei Pandas im Zoo Kopenhagen. Ermöglicht wird das durch diplomatische Streicheleinheiten, mit denen Dänemark ein enges Verhältnis zu China aufbaut.
Niels Anner, Kopenhagen
Einer der zwei neuen Pandas im Zoo Kopenhagen. (Bild: Zoo Kopenhagen)

Einer der zwei neuen Pandas im Zoo Kopenhagen. (Bild: Zoo Kopenhagen)

Niels Anner, Kopenhagen

Es wird eine Attraktion, die alles andere im Zoo Kopenhagen in den Schatten stellt. Der Verwaltungsratspräsident verbarg denn seine Begeisterung auch nicht, als kürzlich der Spatenstich für eine 24 Millionen Franken teure Anlage getätigt wurde: Pandas seien etwas ganz Besonderes, erklärte Jörgen Horwitz, wohl wissend, dass die beiden kuscheligen Bären nächstes Jahr dem Zoo einen Besucheransturm bescheren werden.

Mao Sun und He Xing leben derzeit noch in Chendu in China. Denn in Kopenhagen wird ihr neues Zuhause, entworfen von den Stararchitekten um Bjarke Ingels, erst hochgezogen: eine naturgetreue Panda-Welt mit Bambushainen, Felsen und Kletterbäumen; mit geschwungenen Brücken und Glasfronten. Aus der Luft wird die Anlage ein grosses «Tai Chi»-Zeichen darstellen. Dieses steht in der chinesischen Philosophie für die Verbindung von Gegensätzlichkeiten, von Ying und Yang.

Nur das Beste ist gut genug, denn die Pandas bringen Dänemark in einen exklusiven Club: Sie sind ein Geschenk Chinas, das weltweit nur einem Dutzend Länder die Haltung der bedrohten Tiere ermöglicht. Horwitz sprach denn auch ohne Umschweife von einer «Anerkennung der fruchtbaren Beziehungen».

Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen strahlte neben ihm. Es war der krönende Abschluss einer Politik der diplomatischen Streicheleinheiten, an der sieben Jahre lang mehrere ­dänische Regierungen, hochrangige Beamte und auch Königin Margrethe mitgewirkt hatten. Nur den «besten Freunden» überreiche China Pandas, beschied der damalige Präsident Chinas 2014 der Monarchin. Løkke selber konnte im Frühjahr in China vor laufenden TV-Kameras ein Panda-Junges in den Arm nehmen und damit den Umzug nach Skandinavien besiegeln.

Die Folgen sind weitreichend. Løkke wurde auch von der obersten Führung Chinas mit höchsten Ehren empfangen; er traf den Premierminister, den Vorsitzenden des Volkskongresses sowie Präsident Xi Jinping. Für das kleine nordische Land wird dadurch die Tür zu einem Milliardenmarkt weiter geöffnet.

Exportbranchen hoffen auf Umsatzsteigerungen

Die dänische Delegation unterzeichnete zusätzlich zum Panda-Vertrag auch einen, der den lukrativen Export von Wurstwaren ermöglicht. Dänische Branchen wie Windenergie, Medizinaltechnik, Schiffstransport oder Tourismus dürften ebenfalls mit kräftigen Umsatzsteigerungen rechnen. Das kuschelige Geschenk der chinesischen Regierung kommt indes nicht gratis. Es kostet den Zoo über eine Million Dollar – pro Jahr. Nicht das Futter ist so teuer, sondern die obligatorische Teilnahme an Zucht- und Naturschutzprogrammen Chinas. Die Bären sind übrigens nur eine Leihgabe, die China zurückfordern kann, falls nicht ordentlich für die Tiere gesorgt wird. Oder falls sich politische Miss­töne ergeben.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.