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KREUZFAHRTEN: Der sichere Hafen in stürmischen Zeiten

Die Schiffe werden immer grösser und bieten noch mehr Komfort. Die Reedereien investieren aber auch in die Sicherheit. Aida und Costa haben ein spezielles Netz aufgezogen.
Dominik Buholzer
Bildschirme, nichts als Bildschirme: Blick ins Fleet Operations Center, von wo aus die Kreuzfahrtschiffe auf ihrer Reise über die Weltmeere digital begleitet werden. (Bild: PD)

Bildschirme, nichts als Bildschirme: Blick ins Fleet Operations Center, von wo aus die Kreuzfahrtschiffe auf ihrer Reise über die Weltmeere digital begleitet werden. (Bild: PD)

Dominik Buholzer

James Stride (44) ist entspannt, sehr entspannt. Das war vor wenigen Wochen noch ganz anders. «Der Herbst ist mit all seinen Stürmen eine besonders hektische Zeit», sagt er. Wenn die Hurrikans und Herbststürme ­toben, wirbelt dies auch bei Carnival Maritime den Alltag durcheinander, dann reiht sich eine Krisensitzung an die andere, dann ist Stride als ­Director Nautical Operations speziell gefordert.

Carnival Maritime ist das neue Sicherheitszentrum der Carnival-Gruppe, zu der Costa und Aida gehören. Hier in einem unscheinbaren Bürogebäude in der Hamburger Hafencity laufen die Fäden zusammen, von hier aus werden seit Herbst 2015 die 27 Schiffe von Costa Crociere, Aida Cruise und Costa Asia digital unterstützt – nicht nur in technischen Belangen, sondern vor ­allem auch in Krisensituationen.

Wer hier arbeiten will, benötigt Sitzleder

180 Mitarbeiter aus 20 Nationen sind bei Carnival Maritime tätig. Herzstück ist das sogenannte Fleet Operations Center, die eigentliche Überwachsungszentrale. In diesem Raum gibt es kein Lichterlöschen: 24 Stunden sieben Tage die Woche verfolgt das Team auf riesigen Bildschirmen die schwimmenden Riesen auf ihrer Reise über die Weltmeere. Dank Neptun steht das Team in dauerndem Kontakt mit jedem der 27 Schiffe. Bei Neptun handelt sich nicht um den Meeresgott, sondern um eine digitale Navigationsplattform, die speziell für das Unternehmen entwickelt worden ist. Neptun macht nicht nur Angaben über Position, Routenverlauf und Geschwindigkeit, sondern auch über die Witterungsverhältnisse vor Ort. Gleichzeit optimiert es das Energiemanagement der Kreuzfahrtriesen. Bis zu 2 Millionen Datenbits kommen pro Schiff zusammen. Diese werden in erster Linie für Trendanalysen und ­Vorausberechnungen verwendet. «Wir sehen zum Beispiel, wenn starke Winde auf einen Hafen ­zukommen», sagt Stride. Das kann zu Problemen führen. Unter Umständen ist eine sichere Einfahrt nicht mehr gewährleistet. Die Folge: massive Verzögerungen beim Wechsel der Passagiere. Das Team in Hamburg berät den Kapitän in solchen ­Fällen, berechnet die Fahrzeit, prüft schnellere beziehungsweise ­sichere Routen und sorgt dafür, dass die Passagiere den Flieger nicht verpassen.

Neptun kann aber noch mehr. Das System gibt an, wenn ein Schiff auf seiner Fahrt den vorgesehenen Korridor verlässt. Dies kommt regelmässig vor. Das hat aber nichts damit zu tun, dass sich die Kapitäne nicht an die Vorgaben halten wollen. Grund ist meist der Mindestabstand, den ein Schiff zu einem anderen einhalten muss.

14 Personen sind im Fleet Operations Center in Hamburg tätig. Sie stammen aus Deutschland, Polen, Italien und England. Wer zur Crew hier gehören will, muss über eine nautische Ausbildung verfügen und mindestens drei Jahre auf hoher See gewesen sein – vorzugsweise auf einem Kreuzfahrtschiff. Zudem muss er reichlich Sitzleder haben. ­Gearbeitet wird in 12-Stunden-Schichten. Je nach Art des Notfalls oder Ausmass des Sturms werden zusätzliche Teams beigezogen. Dann gibt es Krisensitzungen rund um die Uhr, werden ­immer wieder neue Szenarien durchgespielt. «Unser Ziel ist stets, dass die Schiffe sicher den Hafen erreichen», sagt Stride.

Carnival hat mit dem Sicherheitszentrum – neben Hamburg betreibt Carnival noch identische Zentren in Seattle und Miami – neue Standards gesetzt. Entsprechend gross ist das Interesse. Selbst Airlines lassen sich vor Ort ins Bild setzen. Auch Mitstreitern gewährt man Einblick. «Wenn es um die Sicherheit geht, gibt es keine Konkurrenz», sagt Stride. Nur die Ferien verbringt der gebürtige Brite vorzugsweise nicht mehr auf einem Kreuzfahrtschiff. Nicht aus Angst vor Zwischenfällen. «Habe ich mal ein Schiff ­betreten, bin ich nur noch am ­Begutachten, Überprüfen. Das sind nicht gerade ideale Voraussetzungen, um sich zu erholen.» Da kann man ihm nur schwerlich widersprechen.

Hinweis

www.carnival-maritime.com

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