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KRIMI: Neue Krimi-Serie: Urner Berge spielen tragende Rolle

In der neuen Serie «Wilder» von SRF werden zu Beginn allerlei Fährten ausgelegt. In tragenden Rollen: Sarah Spale und Marcus Signer als Ermittler. Und: die Berge.
Rolf App
Mit einem dubiosen Mord konfrontiert: Polizistin Rosa Wilder, gespielt von Sarah Spale. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

Mit einem dubiosen Mord konfrontiert: Polizistin Rosa Wilder, gespielt von Sarah Spale. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

Rolf App

Fast wie in einem Werbefilm für das geplante Ferienresort fängt «Wilder» an, die neue Krimiserie von Fernsehen SRF, deren erste Folge am kommenden Dienstag zu sehen ist. Mit einer tief verschneiten Landschaft, die gesäumt ist von schroffen Bergen. Unten im Tal das putzige Dorf Oberwies, das auf Karim al-Ba­roudi hofft, den Investor aus dem fernen Ägypten, der wieder Wohlstand bringen soll. Natürlich denkt man beim leutseligen Mann (gespielt von Ercan Durmaz) rasch an Samih Sawiris und beim Dorf an Andermatt.

Doch al-Baroudi ist verdächtig, von einem Camper aus überwacht ihn – im Auftrag der Bundesanwältin Barbara Rossi (Sabina Schneebeli) – Manfred Kägi (Marcus Signer) von der Bundeskriminalpolizei. Und während das Freudenfest für die beinahe allseits hofierten al-Baroudis sich anbahnt, findet in der Kirche die Gedenkfeier für jene zwölf Kinder statt, die drei Jahrzehnte zuvor im Schulbus bei einem Bergsturz ums Leben gekommen sind. Für einen kurzen Zwischenstopp bei ihrer Familie zurückgekehrt ist auch die junge Polizistin Rosa Wilder (Sarah Spale). Eigentlich sollte sie schon bald nach Kalifornien, um dort zur Profilerin ausgebildet zu werden. Doch nachdem der knorrige, amourösen Abenteuern nie abgeneigte Künstler Armon Todt (Christian Kohlund) tot aufgefunden wird und al-Baroudis Tochter Amina (Amira el-Sayed) spurlos verschwindet, ist an ein Wegkommen nicht zu denken. Obwohl Kägi die Polizistin für viel zu befangen hält, ermitteln sie nun gemeinsam. Allerdings nicht wie echte Partner, sondern mehr wie Hund und Katz.

Unterschwellig motten die Konflikte im Dorf

Vieles wird in der ersten Folge angedeutet, ein erstes Mal ins Bild gerückt. Fährten werden ausgelegt. Man ahnt: Jakob Siegenthaler (Julian Koechlin), der beim Freudenfest so unablässig filmt, wird noch eine Rolle spielen. Und auch mit Aminas Bewacher Rshad Rahmani (Samir Fuchs) scheint irgend etwas los zu sein.

Ohnehin motten im Dorf die Konflikte. Denn das Bauprojekt hat Gegner. Vor allem einen: Rosa Wilders Vater (Andreas Matti), der die vom Gemeindepräsidenten (und Bauunternehmer) Robert Räber (László I. Kish) so aufdringlich inszenierte Begeisterung stört.

So entfaltet sich der Fall auf verschiedenen Ebenen, und zumindest in dieser ersten Folge gelingt es dem Regisseur Pierre Monnard und dem Team der Drehbuchautoren um Béla Batthyany und Alexander Szombath ganz gut, neben spannungsreicher Verwirrung auch Übersicht zu schaffen. Schliesslich soll man als Zuschauer ja nicht Woche um Woche den Faden verlieren, bis dann am 12.Dezember die sechste und letzte Folge ansteht. Ob es nicht zu viel ist, was da in eine Serie gepackt wird, das muss sich erst zeigen.

Doch der Start ist gelungen. Michael Saxer mit seiner Kameraführung und Adrian Frutiger mit der Musik beschwören eine spannungsreiche Atmosphäre, in der sich die Schauspieler entfalten. Sarah Spale bleibt zwar als Rosa Wilder noch etwas blass, doch wird dies von Marcus Signers schon in «Der Goalie bin ig» gezeigtem bärbeissigen Gemüt mehr als wettgemacht. Und vom kurzen Auftritt von Altmeister Christian Kohlund sowie von Andreas Matti, der im störrischen Bauern ein wunderbares Betätigungsfeld findet.

Schliesslich, nicht zu vergessen, ist auch die Landschaft des Urnerbodens, wo die Serie gedreht wurde, eine gewichtige Mitspielerin. Geheimnisvoll hüllt sie sich in Schweigen – so geheimnisvoll wie die Dorfbewohner, die viel wissen und wenig sagen.

Wilder, SRF 1, ab Dienstag, 7. November, 20.05 Uhr.

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