Kurt Felix: Ein Biedermann aus Leidenschaft

Kurt Felix ist bei Pflegeeltern aufgewachsen - ohne bleibenden Schaden, wie er sagte. Später haftete dem Entertainer das Image des Biedermanns an, doch das störte ihn nicht. Und die Liebe zu Paola? «Sie werden kein Haar in der Suppe finden», sagte er im Interview mit dem «Magazin».

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«In den Augen von ein paar Progressiven galt ich immer als Biedermann, als Kuhschweizer, so what?» (Bild: Keystone)

«In den Augen von ein paar Progressiven galt ich immer als Biedermann, als Kuhschweizer, so what?» (Bild: Keystone)

Der Start ins Leben des späteren TV-Unterhalters hätte einfacher sein können. Nach der Scheidung sei seine Mutter nicht in der Lage gewesen, ihn «durchzufüttern», sagte er im Interview, das vor gut einem Jahr zu seinem 70. Geburtstag erschienen ist.

Deshalb musste der Junge zu seinen Grosseltern im thurgauischen Wigoltingen. Lange blieb er dort nicht. «Nach ein paar Tagen habe ich mein Leiterwägeli genommen, meine Siebensachen und das Tonbandgerät eingepackt und bin 17 Kilometer nach Wil gelaufen, wo ich herkam», erzählte er dem «Magazin».

Eine Woche habe er bei Schulfreunden übernachtet, bis ihn ein älteres Ehepaar aufgenommen habe. Er habe das gut überlebt, auch wenn nicht immer alles einfach gewesen sei: «Ich habe keinen Schaden davongetragen.»

Witwe Paola Felix steigt hinter den Sicherheitsbeamten ins Auto. (Bild: Keystone)
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Mutter Anna (links) und Schwester Elisabeth von Witwe Paola Felix. (Bild: Keystone)
Bauchredner Urs Kliby und seine Frau Ruth. (Bild: Keystone)
Der deutsche TV-Moderator Frank Elstner spricht an der Trauerfeier in der St. Laurenzen-Kirche in St. Gallen. (Bild: Keystone)
Die Kirche war dezent geschmückt. (Bild: Keystone)
Bild: Keystone
Der Schweizer Sänger und Entertainer Pino Gasparini. (Bild: Keystone)
Der Schweizer Musiker Michael von der Heide. (Bild: Keystone)
Die Countrysängerin Suzanne Klee (rechts). (Bild: Keystone)
Der deutsche Sänger Peter Kraus. (Bild: Keystone)
Journalisten warten vor der Kirche St. Laurenzen in St. Gallen auf die geladenen Gäste. (Bild: Keystone)
Guido Cantz, Kurt Felix' Nachfolger bei «Verstehen Sie Spass?». (Bild: Keystone)
TV-Moderator Sven Epiney (Bild: Keystone)
TV-Kommentator Beni Turnherr. (Bild: Keystone)
Filmproduzent Arthur Cohn und Silvia Blocher. (Bild: Keystone)
Hotelier und Skilegende Art Furrer (Bild: Keystone)
Ringier-CEO Marc Walder. (Bild: Keystone)
Die Schweizer Musiker Marc Dietrich (links) und Peter Reber mit Gattin Livia. (Bild: Keystone)
Trauergäste treten in die Kirche ein. (Bild: Keystone)
Auch das Fernsehen ist dabei und filmt aus allen unmöglichen Positionen. (Bild: Keystone)
Gäste warten auf Einlass vor der Kirche. (Bild: Keystone)
800 Gäste nahmen Abschied. (Bild: Keystone)
Rückblick auf sein Schaffen: Kurt Felix, Moderator «Supertreffer», mit Hund Sheriff und Goldbarren, im Jahr 1989. (Bild: SRF / Marianne Wolleb)
Kurt Felix im Jahre 1975 als Moderator von «Teleboy». (Bild: SRF)
Ursula Schäppi (als Göre Ursula) und Moderator Kurt Felix feiern Geburtstag in «Supertreffer» im Jahr 1988. (Bild: SRF)
Die Schauspielerin Stephanie Glaser (rechts) tritt am 23. Februar 1974 als Tante Elise in der Sendung «Teleboy» mit Moderator Kurt Felix auf. (Bild: Keystone)
Kurt Felix empfängt 1987 in einer Fernsehshow Alt-Bundesrat Kurt Furgler. (Bild: Keystone)
In Zusammenarbeit mit den ZDF und dem ORF werden im Schweizer Fernsehen drei Sendungen unter dem Titel "Illusionen" ausgestrahlt. Kurt Felix (links) und Harald Scheerer von der Hochschule für Wirtschaft in Pforzheim. (Bild: Keystone)
Kurt Felix und Paola del Medico an ihrer Trauung auf dem Bürgenstock am 3. September 1980. (Bild: Keystone)
Kurt Felix moderiert am 22. September 1973 die Studioeröffnung im Leutschenbach. (Bild: SRF)
Kurt Felix, Moderator «Supertreffer», mit den Gipsy Dancers im Jahr 1989. (Bild: SRF)
Kurt Felix (rechts), Moderator «Stöck-Wys-Stich», mit Hansjakob Bertschinger vom Fernseh-Jass-Team und Jassschiedsrichter Göpf Egg im Jahr 1968. (Bild: SRF)
Kurt Felix und Rosemarie Pfluger, Moderatoren «Grüezi mitenand», 1971 (Bild: SRF)
Kurt Felix moderiert Hommage «Danke Hazy!» im Hotel National in Luzern: Hazys Frau Eleonore Schmid, Hazy Osterwald und Moderator Kurt Felix (von links). (Bild: SRF)
Kurt Felix, Moderator «25 Jahre Fernsehen» (re.), im Gespräch mit Kliby und Stephanie Glaser, 20.7.1978 (Bild: SRF / Marianne Wolleb)
Start von «Schweizer Lacher» im Jahr 1995: Ursula Schaeppi und Kurt Felix. (Bild: SRF)
Kurt Felix am 2. April 2004 vor seinen technischen Geräten bei sich zuhause in St. Gallen. (Bild: Keystone)
«Glanz und Gloria»-Awars 2006: Die Preisträger: Michael Steiner (Success-Award), Patricia Schmid (Newcomer Award), Silvia Blocher (Style Award), Gilles Tschudi (Crazy Award), Paola und Kurt Felix (Love Award). (Bild: SRF / Paoloa Foschini)
Kurt Felix mit seiner Frau Paola an einer Theaterpremiere in Zürich. (Bild: Neue LZ)
Kurt Felix bei der Bambi-Verleihung im November 2003. Felix wurde mit dem Bambi für sein Lebenswerk ausgezeichnet. (Bild: Keystone / EPA)
Karl Dall (links) übergibt Kurt Felix den Lifetime Award für sein Lebenswerk an der Preisverleihung des Schweizer Fernsehpreises am 24. Juni 2011 in Zürich. (Bild: Keystone)

Witwe Paola Felix steigt hinter den Sicherheitsbeamten ins Auto. (Bild: Keystone)

«Mehr schlechte Bücher als TV-Shows»

Dass intellektuelle Kulturschaffende ihn als Unterhaltungsmann bisweilen als bieder belächelten, störte Felix nicht: «In den Augen von ein paar Progressiven galt ich immer als Biedermann, als Kuhschweizer, so what?» Seine Grosseltern seien Bauern gewesen.

Er zähle durchaus «gebildete, feinsinnige Geister» zu seinem Freundeskreis. «Aber es gibt auch Pseudointellektuelle, die sich in einer abgehobenen Welt befinden.» Besonderes Unverständnis hatte er für Leute, die unaufgefordert zu erkennen geben, dass sie nicht fernsehen, sondern nur gute Bücher lesen. «Dabei gibt es mehr schlechte Bücher als schlechte Fernsehsendungen», lautete seine Analyse.

Auch das Image des Lieblings jeder Schwiegermutter schien Kurt Felix nicht zu kümmern. «Ich war stolz», sagte er, «was ist daran schlecht?»

Seine enge und öffentlich zelebrierte Beziehung zu seiner Frau Paola rief manchen Skeptiker auf den Plan. Dreissig Jahre Ehe ohne Streit, ohne Betrug? Felix entgegnete: «Sie werden kein Haar in der Suppe finden.» Man könne nicht dreissig Jahre etwas vorspielen. «Nein, bei uns ist alles echt, wir kommen einfach sehr gut miteinander aus.»

sda