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LEBENSART: Das Velo als Statussymbol und Ökobekenntnis: Das sind die Trends fürs 2018

Immer stärker, immer weiter, immer leichter – das Elektrogeschäft brummt munter fort. Gleichwohl ist eine Rückbesinnung aufs Authentische spürbar. Das zeigt sich bei den neuen puristischen Alltagsvelos oder auch den schicken Accessoires.
Peter Hummel
Das GSD von Tern (ca. 4500.–) ist ein neuer Typ von E-Bike: Es ist bepackbar wie ein Lastesel, dank kleineren Rädern aber doch kompakt wie ein normales Velo. (Bilder: PD)

Das GSD von Tern (ca. 4500.–) ist ein neuer Typ von E-Bike: Es ist bepackbar wie ein Lastesel, dank kleineren Rädern aber doch kompakt wie ein normales Velo. (Bilder: PD)

Peter Hummel

Klar, der Vormarsch der E-Bikes hält ­unaufhörlich an: Bereits jedes vierte verkaufte Velo war letztes Jahr ein elektrisches. Das heisst aber auch, dass die ­Velobranche doch noch nicht so sehr ­motorisiert ist, wie etliche Hersteller und Händler uns glauben lassen. Jene nämlich, die angeben, weit mehr als die Hälfte ihres Absatzes seien Stromvelos. In der Tat übertraf gemäss Statistik von Velosuisse 2017 alleine die Zahl normaler Alltagsvelos mit 88013 Stück immer noch knapp jene aller verkauften E-Bikes (87987). Dass von letzteren innert Jahresfrist nochmals gut 12000 Stück mehr verkauft wurden, lag vor allem am weiterhin starken Zuwachs der E-Mountainbikes (plus 38 Prozent), während ­City-Stromer nur noch um 8 Prozent ­zugelegt haben.

Weniger Gewicht und mehr Saft

Bei den E-Mountainbikes sind entsprechend auch besonders viele Innovationen zu verzeichnen: Etwa stärkere oder auch leichtere Motoren – wie von Fazua, dessen Antrieb nur noch 4,6 Kilogramm schwer ist (samt Batterie). Das erste ­damit ausgerüstete Modell, Raven2 von Focus, wiegt noch ganze 14 Kilogramm. Oder mehr Akkukapazität: Bulls ermöglicht beim Modell e-Core EN mit einer zweiten Batterie eine Verdoppelung auf 750 Wattstunden, Riese und Müller beim Supercharger Mountain gar auf 1000 Wattstunden, was 700 bis 1000 zusätzliche Höhenmeter ermöglicht. Das E-Mountainbike hat sich inzwischen ­etabliert und positioniert; es ist heute ­sozusagen als eigene Disziplin auch breit akzeptiert.

Für Lasten: Cargobike oder Anhänger?

Demgegenüber nehmen die Lastenvelos immer noch eine bescheidene Nischenstellung ein. In jüngster Zeit stossen diese Cargobikes aber ebenso auf eine nennenswerte Nachfrage – natürlich vor ­allem dank der Motorisierung. Deren Anbieter zeichnen sich derzeit über die grösste konstruktive Kreativität aus. Jede Saison erscheinen neue Spielformen. Die interessanteste Saisonneuheit kommt von Faltradspezialist Tern: Das Modell GSD kann zwar nicht gefaltet werden, profitiert aber vom kompakten Konstruktions-Know-how: Es ist trotz zwei Kindersitzen hinten und grossem Gepäckträger vorn nicht länger als ein normales Velo.

Bei allem Hip-Faktor und Öko-Bonus, den Cargobikes derzeit geniessen, so sind sie für den Lastentransport längst nicht immer die beste Lösung. Vielmehr ist in vielen Fällen ein Anhänger vor- zuziehen, was zwar weniger sexy aussehen mag, aber einfach praktischer ist: Weniger sperrig, leichter zu versorgen und jeder Teil auch einzeln nutzbar (mit drehbarer Deichsel für den Handbetrieb). Da das Gewicht auf einer eigenen Achse liegt, ist es viel weniger spürbar als beim Transport auf dem Velo – bei Verwendung eines E-Bikes selbst bergauf. Die Modellvielfalt nimmt denn auch ständig zu.

Zurück zum Authentischen – und bis zum Militärvelo

«Normale» Velos verkaufen sich heute immer noch, da sie leichter sind und ­modische oder ästhetische Ansprüche oft besser erfüllen als elektrische. Das können ganz schlichte puristische Formen und Farben sein, aber auch der ­Retrostil ist immer noch gefragt. Fast selbstverständlich ist heute die farbliche Integration von Gepäckträgern und Schutzblechen. Dies gelingt auch Benno Bikes sehr gut – kein Wunder, gehörte doch der Créateur der neuen Firma, Benno Bänziger, ein Kalifornier mit Appenzeller Wurzeln, zu den Mitbegründern der stilbildenden Marke Electra. Zum Thema Retrolook können auch die ­zunehmenden Modelle mit Holz- oder Bambusrahmen gezählt werden, etwa von Boo oder Drehmoment.

Noch weiter back to the roots geht das «Original Schweizer Militärvelo». Ein findiger Jungunternehmer hat sich in den letzten Jahren in Zeughäusern Restbestände von Ersatzteilen gesichert. Während heute die meisten Velos (oder mindestens deren Bestandteile) aus Fernost stammen, wurden diese Originalteile einst überwiegend in der Schweiz produziert. Die Stahlrahmen zum Beispiel im Condor-Werk in Courfaivre im Kanton Jura. Montiert werden die Räder nun bei Aarios in Gretzenbach SO, der letzten Schweizer Velofabrik. Damit sind erstmals seit Produktions­ende vor 30 Jahren wieder neue Ordonnanzvelos Modell 1905 erhältlich – gewissermassen die Antithese zum ganzen Neuheitenwahn.

Hinweis

Eine ziemlich vollständige Marktübersicht bietet das nationale Velofestival Bike Days in Solothurn vom 4.–6. Mai.

www.bikedays.ch

Die kleinen Extras für die passionierten Velofahrer: Retrolook bei den Schuhen: Giro verwendet beim Modell Republic Knit statt eines Schafts aus Kunststoff ein atmungsaktives Gestrick. Es sitzt wie eine Socke und ist dauerhaft wasserabweisend. (Bild: PD)

Die kleinen Extras für die passionierten Velofahrer: Retrolook bei den Schuhen: Giro verwendet beim Modell Republic Knit statt eines Schafts aus Kunststoff ein atmungsaktives Gestrick. Es sitzt wie eine Socke und ist dauerhaft wasserabweisend. (Bild: PD)

Gekühlte Getränke auch per Velo mitführen: Die Isolierbox von Ortlieb (sie eignet sich auch zum Einkaufen) fasst 18 Liter und wird mit einem Rack-Lock-Adapter am Gepäckträger montiert. (Bild: PD)

Gekühlte Getränke auch per Velo mitführen: Die Isolierbox von Ortlieb (sie eignet sich auch zum Einkaufen) fasst 18 Liter und wird mit einem Rack-Lock-Adapter am Gepäckträger montiert. (Bild: PD)

Leichte Schlösser sind nicht sicher, stabilere zu schwer: Tex-Lock verspricht mit seinem leichten, textilen Material eine ebenbürtige Sicherheit wie bei massiven Bügel- oder Kettenschlössern. (Bild: Thomas Dietze www.thomas-dietze)

Leichte Schlösser sind nicht sicher, stabilere zu schwer: Tex-Lock verspricht mit seinem leichten, textilen Material eine ebenbürtige Sicherheit wie bei massiven Bügel- oder Kettenschlössern. (Bild: Thomas Dietze www.thomas-dietze)

Mit seinen Blinker will das Start-up-Unternehmen Velohub einen Beitrag zu mehr Sicherheit bieten. Sie blinken und sind auch Bremslicht. Sie werden per USB-Anschluss geladen und per Magnet fixiert. (Bild: PD)

Mit seinen Blinker will das Start-up-Unternehmen Velohub einen Beitrag zu mehr Sicherheit bieten. Sie blinken und sind auch Bremslicht. Sie werden per USB-Anschluss geladen und per Magnet fixiert. (Bild: PD)

Sie sind die Alternative zum Cargo-Bike und für den grösseren Transport sehr praktisch: Leichte Gepäckanhänger wie das Modell Hinterher befördern eine Ladung von bis zu 50 Kilogramm Gewicht. (Bild: PD)

Sie sind die Alternative zum Cargo-Bike und für den grösseren Transport sehr praktisch: Leichte Gepäckanhänger wie das Modell Hinterher befördern eine Ladung von bis zu 50 Kilogramm Gewicht. (Bild: PD)

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