LEGO: Bunt und steinreich

An der «Bricklive» können Kinder und Grosse in den beliebten Plastikbausteinen ein Bad nehmen. Erfunden hat sie ein Däne.

Bettina Kugler
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Kleine Männchen, grosse Oper: zu sehen unter www.br-klassik.de. (Bild: PD)

Kleine Männchen, grosse Oper: zu sehen unter www.br-klassik.de. (Bild: PD)

Bettina Kugler

Wenn Du an der englischen Küste in Cornwall barfuss am Strand läufst, kann es Dir gehen wie zu Hause im Kinderzimmer: Vielleicht trittst Du auf ein kleines Plastikklötzchen. Immer wieder spült das Meer dort Legoteile an. Wie das kommt? Eine riesige Welle traf vor fast zehn Jahren ein Frachtschiff. Dabei ging ein Container mit beinahe fünf Millionen Legosteinen und Figuren über Bord. Die meisten davon verschluckbare Kleinteile, also nichts für Kinder unter drei Jahren. Und nichts für Seevögel und Fische! Für Kleine wurde «Duplo» erfunden: der doppelt so grosse Legostein. Mit dem gibt es keine Unfälle, wenn Mami mal gerade nicht schaut.

Kunstwerke aus vielen tausend Legosteinen

Stundenlang spielen, bauen und die Welt um sich herum vergessen – das können nicht nur Buben mit Lego. Auch Mädchen mögen die einfach guten Klötzli aus Plastik mit den unendlich vielen Möglichkeiten. Sogar Erwachsene und Künstler sind davon begeistert. Der US-Amerikaner Nathan Sawaya hat dafür seinen Beruf als Rechtsanwalt aufgegeben. Jetzt baut er Kunstwerke und lebensgrosse Menschen aus Lego. Er stellt sie aus und verkauft sie. Über eine Million Legosteine braucht Sawaya jedes Jahr, und sicher schenken ihm seine Eltern zum nächsten Geburtstag (er wird 44) wieder welche. Mehr braucht er nicht zum Glücklichsein! Seine Ausstellung heisst «The Art of Brick».

Nacheifern kannst Du ihm demnächst in Basel, an der Mustermesse Muba. Dort macht «Bricklive» Station, die weltweit grösste Show für alle, die Lego lieben. Es gibt da grosse mit Legosteinen gefüllte Becken, die «Brick Pits» – zum Wühlen wie im Bällebad, aber vor allem zum Bauen nach Lust und Laune. Ausserdem sollen Kunstwerke entstehen, an denen alle Besucher mitarbeiten. Oder Du baust mit Mama und Papa auf der Schweizer Landkarte euer Haus nach.

Kaum ein Spielzeug ist so bekannt und so weit verbreitet wie Lego: schon lange und auf der ganzen Welt. Im Durchschnitt besitzt jeder Erdenbürger etwa hundert Legosteine. Damit lässt sich schon einiges anstellen! Probier einmal aus, auf wie viele Arten Du zwei Steine (mit acht Noppen) zusammenstecken kannst. Bei sechs Steinen wirst Du nicht mehr mitzählen können, bei acht ... qualmt der Taschenrechner.

Täglich werden 1,4 Millionen Legomännchen hergestellt

Die Noppen: Mit ihnen begann die Erfolgsgeschichte von Lego. Noppen oben, Röhrchen unten – so fallen die Bauwerke nicht sofort in sich zusammen. Die Firma Lego hat sich das «Kupplungsprinzip» patentieren lassen. Erfunden hat es der Däne Ole Kirk Christiansen. Er war Schreiner und stellte ursprünglich Leitern und Hocker her. Aus den Abfällen bastelte sein Sohn Godtfred gern Minimöbel für die Puppenstube. So kam Christiansen auf Spielzeug und bald auch auf die Plastikbausteine. Die sind beinahe unverwüstlich, einfach – und doch kann man sogar Roboter daraus bauen, ganze Fantasiewelten. Damit ist die Firma Lego reich geworden. Die Männchen können sogar singen: in den Lego-Opern des Bayerischen Rundfunks werden berühmte Werke wie «Die Zauberflöte» oder «Aida» in wenigen Minuten witzig zusammengefasst. Der Name «Lego» kommt übrigens von dänisch «leg godt»: «Spiel gut». Lassen wir uns nicht zweimal sagen!

12.–21. Mai an der Muba in Basel. Informationen: www.bricklive.ch