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LIEBESGÖTTIN: Die Liebe kommt zur Welt

Nackt und beinahe lebensgross malt Sandro Botticelli die Venus im Italien der Frührenaissance. Das ist neu und revolutionär, denn seit der Antike hat sich kein Künstler mehr an einen grossformatigen, weiblichen Akt gewagt.
Christina Genova
Entgegen dem Bildtitel hat Botticelli nicht die Geburt der Venus dargestellt, sondern ihre Ankunft auf Zypern. (Bild: PD)

Entgegen dem Bildtitel hat Botticelli nicht die Geburt der Venus dargestellt, sondern ihre Ankunft auf Zypern. (Bild: PD)

Christina Genova

Mit seinem Gemälde «Die Geburt der Venus» erweist sich Sandro Botticelli gleich mehrfach als Pionier: Der italienische Renaissancekünstler entdeckte als Erster den weiblichen Akt nach antikem Vorbild für die Malerei wieder. Ein nackter weiblicher Körper in einer fast lebensgrossen Darstellung war Ende des 15. Jahrhunderts alles andere als selbstverständlich. Nur Eva wurde unbekleidet gemalt, dies aber in einem religiösen Kontext. In einer Ära, in der sich fast alle Gemälde biblischen Themen widmeten, ist «Die Geburt der Venus» in ihrer Darstellung antiker mythologischer Figuren eine Ausnahme. Entgegen dem Titel, den das Bild erst im 19. Jahrhundert erhielt, ist nicht die Geburt der Venus dargestellt, sondern ihre darauffolgende Landung am Strand von Zypern, ihrem zukünftigen Königreich.

Das grossformatige Gemälde misst beinahe drei auf zwei Meter und ist um 1490 entstanden. Es befindet sich in den Uffizien in Florenz. Botticelli malte es mit Tempera auf Leinwand unter reichlicher Verwendung von Gold. Die «Geburt der Venus» hing laut Botticellis Biografen Giorgio Vasari im Esszimmer der Medicis. Man weiss weder, wann das ­Gemälde in deren Besitz gekommen ist, noch, ob es ein Auftragswerk war. Die Venus Botticellis ist trotz ihrer Nacktheit keine erotische Figur. In ihr verherrlicht der Künstler die Liebe und die weiblichen Schönheit. Die Göttin bringt Liebe und Fruchtbarkeit in die Welt.

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