LINDA FÄH: «Natürliche Schönheit ist das Wichtigste»

Linda Fäh ist neue Miss Schweiz. Die 21-jährige Bankangestellte aus Benken spricht über Gott, Schönheit, ihre Beziehung und ihre Ziele.

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Der Tag nach der Wahl: Miss Schweiz Linda Näf posierte in der Innenstadt von Genf. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der Tag nach der Wahl: Miss Schweiz Linda Näf posierte in der Innenstadt von Genf. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Waren Sie am Wochenende Ihres Triumphes eigentlich auch abstimmen?
Linda Fäh: Ja, ich habe diesmal im voraus brieflich abgestimmt. Wie, das verrate ich aber nicht. Ich gehe regelmässig abstimmen und wählen, aber nur wenn mich die Materie interessiert und ich sie kenne.

Wie viele Stunden haben Sie geschlafen in Ihrer Wahlnacht?
Fäh:
Nur zweieinhalb Stunden. Normal brauche ich viel Schlaf, so gegen acht Stunden. Aber ab jetzt werde ich wohl mit sechs Stunden zurecht kommen müssen. Am Morgen brauche ich so eine halbe Stunde im Bad, nehme mir dann aber gerne noch Zeit für ein gemütliches Frühstück.

Dazu hatten Sie an ihrem ersten Arbeitstag wenig Zeit? 
Fäh:
Ich bin um 6 Uhr aufgestanden. Bis um die Mittagszeit dauerte dann der Interview- und Fotoshooting-Marathon. Nach einem kurzen Lunch wurde ich dann bei H&M eingekleidet und es gab weitere Fotos und Interviews bis gegen Abend in der Genfer Innenstadt. In der ersten Zeit werde ich jetzt vorerst mal bei meiner Betreuerin Karina Berger in Zürich wohnen.

Sollten Sie denn am Sonntag nicht auch zur Kirche gehen?
Fäh:
Nun, wir sind eine katholische Familie und ich glaube an Gott sowie an ein Schicksal, das für alle von uns vorbestimmt ist. In die Kirche gehe ich zwar gerne, aber eher unregelmässig. Dann, wenn ich es für mich als nötig erachte.

Was gefällt Ihnen an Ihnen und was nicht?
Fäh:
Ich bin zum Beispiel stolz auf meinen Bauch, den ich mit zweimal Fitness in der Woche schön flach halte. An meinen Füssen stören mich die etwas zu langen Zehen.

Was machen Sie sonst noch gerne?
Fäh:
Ich bin gerne in der Natur, spaziere gerne, fahre Velo oder stehe auf den Inlineskates. Und einmal in der Woche nehme ich Einzelgesangsunterricht. Ob und wie weit dies alles mir im Amtsjahr noch möglich sein wird, dass weiss ich jetzt aber noch nicht.

Wie stehen Sie zu Schönheitsoperationen?
Fäh: Für mich kommt so etwas nicht in Frage, weil es für mich einfach nicht stimmen würde und – genauso wie etwa Nacktfotos – überhaupt nicht zu mir passen würde. Ich finde, die natürliche Schönheit ist das Wichtigste, niemand muss perfekt sein. Auch wenn ich nun mal meine Füsse und meine Zehen nicht besonders mag, gehören sie dennoch zu mir. Schlussendlich aber muss jeder Mensch selber wissen, was für ihn gut ist und was nicht.

Für Sie ist Bodenständigkeit gut. Wie äussert sich das?
Fäh:
Ich bin im sanktgallischen Benken mit seinen 2500 Einwohnern aufgewachsen. Das ist auf dem Land, man kennt einander. Es ist friedlich, ländlich, gemütlich und naturverbunden. Ich denke, das alles macht mich zu einer Frau, die auf beiden Beinen steht, die weiss, was sie will und nicht viel braucht, um glücklich zu sein.

Auch Mister Schweiz André Reithebuch ist ein bodenständiger Mann?
Fäh: Ja, wir haben uns per Zufall mit allen Kandidatinnen vor der Wahl und jetzt in Genf auch nach der Wahl getroffen. Er ist tatsächlich wie ich ein sehr fröhlicher, aufgestellter Mann.

Aber sie sind seit fünf Jahren mit Dejan Grovrilovic liiert. Haben Sie Angst um Ihre Beziehung im Amtsjahr?
Fäh: Nein, das nicht. Klar trennen sich junge Leute wie wir oder kommen neu zusammen. Das ist ganz normal in dem Alter. Ich bin felsenfest von unserer glücklichen Beziehung überzeugt und glaube an sie. Wäre das indes nicht so, würden wir uns allenfalls auch dann trennen, ganz unabhängig ob ich jetzt im Amt bin oder nicht.

Was möchten Sie als Miss Schweiz in unserem Land bewirken?
Fäh:
Ich möchte den Leuten etwas von meinem Ehrgeiz weiter geben, sie anzuspornen, etwas aus ihrem Leben zu machen. Jeder soll für seine Träume kämpfen – und ruhig ein paar Anläufe nehmen. Nicht alles kann auf Anhieb gelingen.

Und wen möchten Sie unbedingt mal treffen?
Fäh:
Roger Federer! Abgesehen von seinen grandiosen Leistungen finde ich ihn äusserst sympathisch. Er ist nie abgehoben und hat keinerlei Starallüren. Zudem bringt er mich bei fast jedem Interview von ihm zum Lachen.

Wie gut kennen Sie die Zentralschweiz?
Fäh:
Luzern kenne ich ziemlich gut, weil mein Freund mal drei Jahre dort gelebt hat. Dank ihrer Architektur und der tollen Lage am See und den nahen Bergen ist das sicher auch für mich eine der schönsten Schweizer Städte. Aber auch die Menschen sind mir als sehr nett, zuvorkommend und humorvoll aufgefallen.

André Häfliger, Genf