LONDON: Queen gegen Trump

Die britische Rockband Queen will dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump die Nutzung ihrer legendären Siegeshymne «We are the Champions» im Wahlkampf verbieten lassen.

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Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump. (Bild: Andrew Harnik/AP)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump. (Bild: Andrew Harnik/AP)

Queen-Gitarrist Brian May berichtete am Donnerstag auf seiner Webseite von einer «Lawine von Beschwerden», die ihn erreicht habe, nachdem der Song am Dienstag bei einem Fernsehauftritt Trumps gespielt wurde.
 
Die Band habe die Nutzung des Lieds nicht gestattet, stellte May klar. Sie wolle nun Schritte einleiten um sicherzustellen, dass Trump das Lied nicht mehr spielt. «Wir haben uns immer dagegen gewehrt, die Musik von Queen als Wahlkampfinstrument einzusetzen», schrieb May.
 
Vor Queen haben sich bereits andere Stars gegen die Nutzung ihrer Songs durch den umstrittenen Kandidaten Trump ausgesprochen, darunter die Rolling Stones, R.E.M. und Adele. «We are the Champions» stammt aus der Feder des inzwischen verstorbenen Queen-Frontmanns Freddie Mercury. Er hatte das Lied 1977 geschrieben.

Neil Young droht mit Wegzug

Der kanadische Musiker Neil Young seinerseits würde den USA bei einem Wahlsieg von Donald Trump gar den Rücken kehren. «Wenn Donald Trump Präsident der USA wird, werde ich in diesem Land wohl nicht mehr leben», sagte der in Kalifornien wohnende Sänger und Gitarrist dem Magazin der «Süddeutschen Zeitung».
 
Die Vereinigten Staaten würden gerade die Saat von Jahrzehnten ernten, kritisierte die 70-jährige Rocklegende. «Alles, was es in dieser Gesellschaft an Dummheit gibt, manifestiert sich im Reality-TV, einer Welt, in der Donald Trump zu Hause ist.»
 
Die Menschen würden nicht mehr zwischen Realität und Show unterscheiden, und somit sei «Donald Trump das Endergebnis, die Personifizierung der amerikanischen Medienlandschaft», sagte Young dem «SZ-Magazin».
 
Er habe Trump im übrigen nicht verboten, seinen Song «Rockin' in the Free World» auf Wahlkampfveranstaltungen zu nutzen. «Ich habe nur öffentlich angemerkt, dass er mich nie gefragt hat. Und dass ich Bernie Sanders unterstütze. Das bringt schlechte Publicity, und die ist noch stärker als ein Verbot.»

sda