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LONDON: Queen stellt britischen Regentschaftsrekord auf

Schiffsprozession auf der Themse, Glockengeläut, Salutschüsse und ein neues Porträtfoto: Ganz Grossbritannien feiert den Rekord der Queen als seine am längsten amtierende Monarchin.
Die Queen feiert ihren 75. Geburtstag. (Bild: AP / Mary McCartney)

Die Queen feiert ihren 75. Geburtstag. (Bild: AP / Mary McCartney)

Die 89-Jährige selbst will den neuen Meilenstein in ihrer über 63-jährigen Regentschaft nicht gross feiern. «No fuss» - nur kein Aufheben - soll sie laut einem Vertrauten angeordnet haben.

«Heute feiern wir um 17.30 Uhr (18.30 Uhr MESZ) einen königlichen Rekord», verkündete vor dem Buckingham ein in mittelalterliche Gewänder gekleideter königlicher Ausrufer.

«Ihre Majestät die Queen wird die 23.226 Tage, 16 Stunden und 23 Minuten dauernde Regentschaft ihrer Ururgrossmutter Victoria überholt haben» fügte er hinzu. Er beendete seine Verkündung mit einem lauten «Hipp Hipp» - worauf die feiernde Menge vor dem Palast mit einem «Hurra», antwortete.

Ein ganz normaler Termin

Auf die Minute genau lässt sich nicht sagen, wann Elizabeth II. die dienstälteste britische Monarchin aller Zeiten wird. Denn es ist nicht überliefert, wann genau ihr Vater König George im Februar 1952 im Schlaf starb - und seine Tochter «Lilibet» über Nacht zur Königin machte.

Weil ihre Thronbesteigung mit schmerzlichen Erinnerungen verbunden ist, ist der Queen selbst nicht nach Feiern zumute: Für Mittwoch stand ein ganz normaler Besuchstermin an, die Eröffnung einer Eisenbahnstrecke in Schottland.

«Heute feiern wir um 17.30 Uhr (18.30 Uhr MESZ) einen königlichen Rekord», verkündete vor dem Buckingham ein in mittelalterliche Gewänder gekleideter königlicher Ausrufer. (Bild: Keystone)
Salutschüsse zu Ehren der Queen auf der Themse. (Bild: Keystone)
Schriftzug am Fernsehturm in London. (Bild: Keystone)
Queen Elizabeth II. mit der 1997 verstorbenen Prinzessin Diana. (Bild: Keystone)
Queen Elizabeth II. während eines Besuchs der Coca Cola Fabrik in Nordirland. (Bild: Keystone)
Queen Elizabeth II. bei einem Spitalbesuch in London. (Bild: Keystone)
2008 besuchte Queen Elizabeth II. die Slowakei. (Bild: Keystone)
Bundesrat Kurt Furgler, links, unterhält sich am 29. April 1980 in den Wandelhallen des Bundeshauses in Bern mit Queen Elizabeth II. und ihrem Mann Prinz Philipp, die zu einem Staatsbesuch in die Schweiz gekommen sind. (Bild: Keystone)
Die Queen bei der Premiere des Films "Dr. Dolittle" 1967. (Bild: Keystone)
Familienfoto der Königsfamilie von Grossbritannien, aufgenommen zum 25. Hochzeitstag des Königspaares, am 20. November 1972. v.l.n.r.: Prinz Philip, Queen Elisabeth II., Prinz Edward, Prinz Andrew, Prinzessin Anne, Prinz Charles. (Bild: Keystone)
Ein Portrait der Queen im Jahr 1947. (Bild: Keystone)
2007 inspizierte Queen Elizabeth II. die Soldaten des 470 Jahre alten "Honourable-Artillery-Company" in London. (Bild: Keystone)
In den vergangenen Jahren sind das Königshaus und die Queen immer beliebter geworden. (Bild: Keystone)
Die Queen bei einem offiziellem Anlass 2007. (Bild: Keystone)
Während eines Deutschland-Besuchs 2002 probiert die Queen ein deutsches Bier. (Bild: Keystone)
Die fünf Briefmarken wurden 2002 zum 50-Jahr-Thronjubiläum der Queen gedruckt. (Bild: Keystone)
Queen Elisabeth II. mit ihren beiden Kindern Prinz Charles und Prinzessin Anne. (Bild: Keystone)
17 Bilder

God save the Queen

Am Bahnhof von Edinburgh stieg die Queen gemeinsam mit Prinz Philip und Schottlands Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon unter Hochrufen in einen historischen Zug. Elizabeth II. und ihr Mann wirkten gut gelaunt, die Königin trug einen blau-türkisen Mantel ihres deutschen Schneiders Karl-Ludwig Rehse, einen passenden Hut und eine schwarze Handtasche.

Nach der Fahrt mit der Dampflok hielt sie eine ihrer äusserst seltenen persönlichen und kurzen Ansprachen. Für den Abend dann war ein Dinner mit ihrem Enkel, Prinz William, und seiner Frau Kate auf Schloss Balmoral geplant, ihrer Sommerresidenz in Schottland.

Cameron: «ausserordentlicher Rekord»

Während die Queen wie immer unerschütterlich ihren Pflichten nachgeht, lassen die Briten ihr laut einer Umfrage «grösstes» Staatsoberhaupt hochleben.

«Während der vergangenen 63 Jahre war Ihre Majestät ein Fels der Stabilität in einer sich ständig ändernden Welt» erklärte Premierminister David Cameron. «Es ist nur richtig, dass wir heute ihren ausserordentlichen Rekord feiern, ebenso wie die Anmut und Würde, mit der sie unserem Land dient.»

Kurz nach Mittag legte das Parlament eine Gedenkpause ein, und die Glocken der Westminster Abbey läuteten. Von der Hochhausspitze von British Telekom leuchtete derweil die Botschaft: «Möge sie noch lange herrschen».

Neues Porträt

Der britische Künstler Quentin Devine erstellte im Auftrag der britischen Münzprägeanstralt mit 1952 Penny-Münzen ein Porträt der seit 1952 amtierenden Regentin. Auch der Buckingham Palast veröffentlichte zur Feier ein neues Porträt der Monarchin.

Die Aufnahme von Mary McCartney, einer Tochter von Paul McCartney zeigt die Queen in rosa-weiss geblümten Kleid, wie sie - natürlich - ihrer Pflicht nachkommt: Sie sitzt am Schreibtisch, vor sich einen der roten Kästen, in denen ihr fast täglich von der Regierung Dokumente überbracht werden. Zum ersten Mal erhielten Kamerateams zudem die Erlaubnis, sich auf dem Rasen des Buckingham Palasts aufzustellen.

Nur wenige Stimmen sorgten am Mittwoch für Misstöne: Unter #Stopthereign («Lasst uns die Regentschaft beenden») startete die anti-monarchistische Bewegung Republic auf Twitter eine neue Kampagne. Die Forderung, statt zu feiern, sollten die Briten lieber über eine «radikale demokratische Reform» nachdenken.

sda

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