LUCERNE FESTIVAL: Mozart erobert immer noch die meisten Herzen

Zahlreiche Prominenz und viel Glamour: Am Donnerstagabend wurde das Lucerne Festivals 2010 mit dem Jahresmotto «Eros» im KKL eröffnet.

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Roberto Benigni (rechts) mit Ehefrau Nicoletta Braschi und Festival-Intendant Michael Häfliger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Roberto Benigni (rechts) mit Ehefrau Nicoletta Braschi und Festival-Intendant Michael Häfliger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

An der Eröffnung des Lucerne Festivals gab es ein beherrschendes Thema: Mit welcher Musik verbinden prominente Galagäste romantische Liebe und emotionale Gefühle? «Bei mir sind einige klassische Werke, aber etwa auch Unterhaltungs-Hits mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden», erklärte Kulturminister Didier Burkhalter, der mit seiner Ehefrau Friedrun Sabine und seinem Sohn Adrien kam. «Aber diese Erinnerungen bleiben natürlich mein Geheimnis», fügte der Neuenburger Magistrat schmunzelnd an. Kein Geheimnis sei es indes, dass im Moment zu seinem Lieblings-Fussballteam Neuchâtel Xamax (Tabellenletzter mit nur 1 Punkt nach 4 Spielen) «leider nur Trauermusik» passen würde. Um endlich aufzuwachen, brauche es in diesem Fall wohl «ziemlich unromantische und laute Töne»?

Sissing verheiratet
Bundesrat Moritz Leuenberger, der mit seiner Ehefrau Gret Löwensberg und einem coolen, schwarzen Regenhut aus Leder nach Luzern kam, zählte drei Beispiele für romantische Musikgefühle auf: «Dass kann von Pink-Floyd über Keith Jarrett bis hin zu Ella Fitzgerald gehen. Barocke Bach-Klänge sind mir dann aber schon zu nervös.» Vielmehr wurde Wolfgang Amadeus Mozart als Komponist «lieblicher Musik für besonders gefühlvolle Momente» angeführt. Etwa von den beiden Ehrenpräsidenten Rainer E. Gut (Credit Suisse) und Fritz Gerber (Roche), aber auch von Künstler Hans Erni sowie von den Luzernern FDP-Nationalräten Otto Ineichen und Georges Theiler, Schauspieler Bruno Ganz oder auch von Thomas Borer. Nach der Trennung von Ehefrau Shawne Fielding kam der Unternehmensberater und Ex-Botschafter alleine. Ganz im Gegensatz dazu haben übrigens Ex-Miss Schweiz Bianca Sissing und Eventmanager Pirmin Lötscher diese Woche zivil geheiratet – Glückwunsch!

Geigen für Blanco
Doch zurück zur herrlichen Gefühlswelt der Musik. «Von Schubert bis Bach, sehr vieles hat Platz, um meine unruhige, vulkanische Seele zu beruhigen», erklärte der Luzerner Theologe Hans Küng. «Kammermusik, Klavierkonzerte, emotionsgeladene Quartette – genau solche Musik braucht es für mich.» Bei UBS-CEO Oswald J. Grübel kann es von der Klassik bis in die Moderne gehen. «Die Musik muss wohlige Gefühle verbreiten. Das können durchaus auch swingende Töne sein, oder Hits von Henry Mancini aus den 50er-Jahren.» Für Roberto Blanco, dem Überraschungsgast des Abends, gehören drei Instrumente zu besonders romantischer Musik: «Die Harfe, das Klavier oder viele, viele Geigen. Diese können für mich sowohl in klassischen Werken, aber auch in Songs, Balladen oder Boleros daherkommen, ganz egal.»

Blumen für Rosengart
Ein ganz grosses Kompliment erhielt übrigens Angela Rosengart von Schauspieler und Regisseur Roberto Benigni: «Ich habe zusammen mit meiner Ehefrau Nicoletta in Luzern soeben die Sammlung ihrer Stiftung gesehen. Diese Ausstellung ist einfach fabelhaft und hat uns echt fasziniert!»

Nach der glanzvollen Fidelio-Aufführung waren VR-Präsident Guido Egli und CEO Wolfgang Bliem im Grand Casino Luzern Gastgeber des grossen Eröffnungsdinners mit rund 400 Gästen.

André Häfliger